Setzt das neue Focus-Nachrichtenportal auf Memetracker?

By Alexander Becker
In Februar 24, 2008

Bei Horizont kündigte Focus Online-Chefredakteur Jochen Wegner den Launch einer neuen Nachrichtenplattform an, die Google-News Konkurrenz machen soll und so gut wie ohne Redaktion auskommt. Schnell spekulieren Peter Turi und andere Blogger, dass Burda an einem klassische News-Aggregator – möglicherweise sogar mit Voting-Funktion – arbeitet. Ich glaube, dass ist falsch. Wegner und sein Focus-Team bauen keine alten Hüte nach, sondern setzten auf eine Neue, höchst vielversprechende technische Lösung: auf einen Memetracker. Diese Technik steht bereits heute schon  hinter Angeboten wie Techmeme, Newspond, Tiqqer oder Rivva.

Memetracker beobachten in Echtzeit wie sich Blogs, ihre Kommentare und Nachrichtenseiten mit einander verlinken. So können sie sehr rasch erkennen, welche Themen gerade viel diskutiert werden, welche Geschichten immer „heißer“ werden und welche Nachrichten an Relevanz verlieren. Damit kommen die Memetracker der Imitation einer Künstlichen Intelligenz viel näher, als es schnöde Newsaggregatoren a la Googel-News leisten können. Eine dritte neuere Methode Nachrichten in ihrer Relevanz zu bewerten, wäre ein Voting-System, wie es Digg betreibt oder – allerdings mit Abstrichen – zoomer.de einsetzt. Die Voting-Lösungen haben jedoch drei Problem: 1. Breaking-News brauchen viel zu lange bis sie „hochgewählt“ wurden. 2. Die ständige Abstimmung sorgt zwangsläufig dafür, dass sich ein Konsens des kleinsten gemeinsamen Nenners durchsetzt, also der typische Nachrichten-Mainstream. 3. Votingsysteme lassen sich manipulieren. Ein Problem mit dem Digg beispielsweise ständig zu kämpfen hat und vor dem die Macher mittlerweile kapituliert haben.     

 

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