Das Ende des Paid-Contents

By Alexander Becker
In Februar 19, 2008

Nach dem Ende der Dot-Com-Blase sahen viele Verlages- und Medien-Manager die besten Chancen ihre Dienste im Paid-Content zu monetarisieren. Die Nutzer sollten für interessante Artikel, Dienstleistungen und Archivrecherchen zahlen. Großes Vorbild war die New York Times und das Wall Street Journal, die schnell erste Einnahmen generieren konnten. In Deutschland hingegen blieben die Konten leer, denn kaum ein Surfer wollte für Inhalte zahlen. Schnell war man überzeugt, dass es an der Qualität des Contents liegen müsse und es Qualitätsangeboten wie der Spiegel oder der FAZ doch gelingen sollte, mit Paid-Content Geld zu verdienen. Im Laufe der Jahre zeigte sich aber, dass in Deutschland nicht genügend Surfer bereit sind für medialen Content – wie hochwertig er auch immer sein möge – zu zahlen.
Das hat jetzt auch der Spiegel erkannt und gibt alle Paid-Content Pläne auf. Damit haben die Verlagsmanager in ihrer Branche das letzte Beispiel verloren, dass die Idee des Paid-Contents doch funktionieren könnte.
Der nächste große Kampf um Paid-Content-Einnahmen steht jedoch schon vor der Tür. Mit Angeboten wie Maxdome und RTLNow versuchen die großen TV-Stationen ihre Programme gegen Geld im Web zu senden und zu verleihen. Ihre Chancen damit Erfolg zu haben sind gut, denn im Gegensatz zu den Verlagen haben sie nie den Fehler begangen, ihre Programme zunächst kostenlos zu verramschen. Am 19. Februar sagte Spiegel-Geschäftsführer Mario Frank gegenüber W&V: „Unser Archiv hat mit Hängen und Würgen pro Jahr 80.000 bis 90.000 Euro Erlöse mit Bezahlinhalten gemacht. Ich kenne keine Beispiele, wo das nachhaltig funktioniert. Dafür hat man keine Druck- und Distributionskosten, das Ganze ist gegenüber dem Heft viel billiger. Ich glaube, dass man auch ohne Vertriebserlöse Qualitätsjournalismus finanzieren kann. Es reichen die Anzeigenerlöse, weil man dramatisch geringere Kosten hat.“

>> BooCompany

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