Corporate Weblog: Auch Coca Cola erzählt über sich

By Alexander Becker
In Februar 7, 2008

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Zu den sicheren Bestandteilen jeder Liste über die Web-Trends 2008 gehörte die Voraussage, dass immer mehr Firmen Corporate Blogs als Teil ihres Marketing-Mixes begreifen und in ihre Unternehmens-Kommunikation integrieren. Daimler macht es genauso wie Frosta schon seit Jahren.
So unterschiedlich beide Firmen auch in ihrer Unternehmenskultur sind, so ähnlich ist doch ihr Blog aufgebaut. Viele Mitarbeiter berichten über unterschiedliche Themen aus der Company. Das kann die Qualität des Kantinenessens sein oder ein kleiner Text über die Forschungsabteilung. Für die Schreiber ist die Mitarbeit am Blog sicherlich ein Erlebnis. Dem Leser werden die Berichte aus dem Unternehmensalltag – vor allem wenn sie erst noch von der Öffentlichkeitsarbeit korrigiert wurden – schnell langweilig.
Nach diesen bisherigen Erlebnissen mit Corporate Blogs aus großen Unternehmen, waren meine Erwartungen an das neue Cola-Blog denkbar niedrig. Umso überraschter musste ich feststellen, dass das Journal des weltgrößten Brauseherstellers gelungen ist. Der Trick: Es macht Spaß zu lesen, weil nur ein Mitarbeiter schreibt und der dazu noch echtes Storytelling betreibt — bei seinem Job kein Wunder. Phil Mooney ist beim US-Unternehmen als Archivar angestellt. Er ist der Herr über alle legendären Blechschilder, Cola-Automaten und Nikolauskostüme, die das US-Unternehmen jemals produzieren ließ. Dass so jemand spannende Geschichten erzählen kann, ist kein Wunder, sondern logisch.
Damit gelang Cola bislang eines der lesenwertesten Corporate-Blog-Projekte der letzten Zeit. Bleibt nur die Frage, wie lange Phil Mooney Spaß am regelmäßigen schreiben haben wird. Bloggen ist keine Kurzstrecke, da sind Langstrecken-Autoren mit Stehvermögen gefragt.

>> Thomas Pleil

>> Brendan Cooper

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