Word of Mouth und Politik- US- Wahlkampfmanager entdecken das Web 2.0

By ethority - social media intelligence team
In Februar 6, 2008

Der Super Tuesday ist vorbei und bei den Republikanern scheint der Präsidentschaftskandidat mit McCain festzustehen. Das Rennen um die Kandidatur der Demokraten ist jedoch noch völlig offen. Eines steht jetzt schon fest, noch nie wurde ein Wahlkampf so multimedial geführt wie dieser. Besonders deutlich wurde, wie gut das Word of Mouth Marketing auch zu Wahlkampfzwecken eingesetzt werden kann.
Wie schon in diesem Blog erwähnt, nutzen die Kandidaten der beiden großen Parteien in den USA exzessiv die neuen Kommunikationskanäle der nutzergenerierten Medien. Besonders die Kampagne rund um den demokratischen Kandidaten Barak Obama hebt sich bei der Nutzung von Youtube & Co hervor. Am 2. Februar, also direkt im Vorfeld des Super Tuesday, wurde ein Video mit dem Titel „ Yes we Can“ auf Youtube eingestellt.

[youtube 2fZHou18Cdk] 

Die Liste der teilnehmenden Künstler, wie die Black Eyed Peas, John Legend oder Scarlett Johansson, ist fast so beeindruckend wie die Anzahl der Views und die Kommentierung innerhalb der kurzen Zeit dieses Clips. Seit vier Tagen wurde dieser Musikclip allein auf Youtube ca. 1,6 Millionen Mal gesehen und es wurden 9651 Kommentare abgegeben.

Ein weiterer Buzzgenerator für Barak Obama sind die youtube Videos von barelypolitical.com. Die amerikanische Seite kann man als politische Satire deuten. Mit gut gemachten Videos wird hier zu den politischen Themen in den USA Stellung genommen. Mit Obama Girl wird mit einem Augenzwinkern die öffentliche Wahrnehmung für Obama gesteigert. An dieser Stelle fühlt man sich unweigerlich an die Genschman Geschichten erinnert, welche in späten 80ern von der Titanic veröffentlicht wurden.

[youtube AIiMa2Fe-ZQ]

Das letzte Video von Obama Girl wurde am 2. Februar eingestellt. Bis heute konnte das Obama Girl ca. 2 Millionen Views verbuchen und wurde dabei 3251 kommentiert.
barelypolitical.com macht nach eigenen Aussagen keinen offiziellen Wahlkampf für einen bestimmten Kandidaten. Mit ihren Videos wollen sie die Kandidaten gerade den jungen Wählern in den USA näher bringen. Doch wenn man sich die Website anschaut, sieht man allerdings schnell, dass hier eher Obamas Kandidatur unterstützt wird. Obwohl sich das Obama Girl alias Amber Lee Ettinger in einem Interview mit NBC dahin gehend äußert, dass sie keine Gelder aus den prall gefüllten Wahlkampfkassen von Obamas Kampagne erhalten.

[youtube IoYeX1Ngf5Y]

Wie es auch sein mag, die Obama Filmchen von barelypolitical.com generieren eine Menge Buzz.

Es sind aber sicherlich nicht nur die Youtube Filme, die diesen Wahlkampf in den nutzergenerierten Medien prägen. Eine Blogger-Initiative hat es sich in den USA zur Aufgabe gemacht, die Erfolge des Word of Mouth Wahlkampfs im Web 2.0 sichtbar zum machen. Dabei messen sie die Menge der Nennungen, die auf die verschiedenen Kandidaten auf verschiedenen Portalen entfallen. Unter techPresident.com kann jeder User sehen, wie oft Hillary Clinton in Weblogs erwähnt wurde oder wie oft die User die Clips auf Youtube über Obama anschauten.

Diese Ergebnisse werden dabei immer in Relation zu den anderen Kandidaten gesetzt. So wurde z.B. Obama 16588-mal in Blogs erwähnt und Clinton dagegen 16209-mal. McCain erreichte in diesem Vergleich nur 11.800 Nennungen in der Blogossphäre.
Das Word of Mouth Marketing in den nutzergenerierten Medien und seine Messung scheint endgültig im US- Wahlkampf angekommen zu sein. Man darf gespannt sein, ob die Parteien zum Bundestagswahlkampf 2009 in Deutschland ähnliche Strategien anwenden werden.

>> off the record

>> connected marketing

>> prblogger 

 

0 Comments

  1. Eine wirklich lustige Vorstellung.

  2. barely political? Das hört sich ja schon fast barely legal an!

    Es soll ja Leute geben, die sich ein Scheitern des Web 2.0 wünschen. Web 2.0 ist die notwendige Vorstufe, damit Web 3.0 uns auch erstklassig und gebündelt mit Information, die sich im Netz angsammelt hat, bedienen kann. Der Berg kommt dann wieder zum Propheten.

    Ansonsten gefällt mir der Gedanke, den Harald Schmidt aufgegriffen hat. Wenn Hillary und Bill sich mit Nicolas und Carla treffen, dann vergügen sich die “First Ladies”, während Sarkozy und Hillary dem Tagesgeschäft nachgehen.

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