Sorrells Abgesang auf die Web 2.0-Social Networks- nur eine kurzzeitige Erscheinung

By ethority - social media intelligence team
In Februar 5, 2008

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Gut gebrüllt, Löwe! Ziemlich düster malt das Werbe-Urgestein Martin Sorrell in einem Interview mit der FTD am 1.Februar 2008 die Zukunft der Social Networks. Die User seien nicht bereit ihre Netzwerktätigkeiten zu kommerziellen Zwecken nutzen zu lassen. Doch ist seine Einschätzung bezüglich des bevorstehenden Verschwindens der „Web 2.0 Blase“ richtig? Ist es so, dass soziale Netzwerke bloß eine andere Art des Briefeschreibens sind, wie Sorrell meint. Er sollte seine Aussagen  bezüglich der Zukunft von sozialen Netzwerken nicht so stark generalisieren. Sicherlich wird es im Bereich der Social Networks zu einer Marktkonzentration kommen und sicher werden sich bei diesem Prozess einige Netzwerke auflösen. Ob MySpace, Facebook oder Studivz diesem Prozess zum Opfer fallen werden, mag bezweifelt werden. Das von Sorrell unterstellte Unvermögen der Anbieter, die User in den kommerzialisierten Netzwerken zu binden, ist ein voreiliger Schluss. Hierzu sollte sich Herr Sorrell die Aussage von  GWP-Chef Harald Wahl zu Herzen nehmen:

Die Frage ist, wie groß die Protestwelle der Mitglieder wirklich war? Kritik an einem so großen Portal, das Studenten als Zielgruppe hat, ist anscheinend vor allem für die Journalisten interessant.

Womit das Werber-Urgestein aber sicher Recht hat sind seine Zweifel  bezüglich der hohen monetären Bewertung von Facebook, denn ob Facebook tatsächlich 15 Milliarden Dollar wert ist, wird man erst nach dem geplanten Börsengang mit Sicherheit feststellen können.Fakt ist, dass Facebook und Studivz bei ihren ersten Versuchen ihre Netwerke stärker zu kommerzialisieren, gescheitert sind. Wohlgemerkt, es war der erste Versuch und die Branche muss dazu lernen. Solche Initiativen müssen in Zukunft transparenter von den Betreibern durchgeführt werden. Grundsätzlich muss man  Martin Recke von Fischmarkt Recht geben. Er meint, dass nachdem die User protestiert haben, die Dinge durch die Betreiber überdacht und nachgebessert werden und es dann wieder läuft. Der Schlüssel zum Erfolg liegt schließlich in der Kommunikation. Ein offener Dialog zwischen Netzwerkbetreibern und Nutzern ist Voraussetzung, so dass erst gar keine Mythen entstehen können. Auch wenn es Herr Sorrell nicht ganz wahr haben möchte, die sozialen Netzwerke werden auch in Zukunft viel mehr als nur interaktive Briefkästen sein. Offensichtlich war Beacon nur ein erster gescheiterter Versuch von Facebook, um sich am Markt erfolgreich zu behaupten. Anscheinend entdecken die Social Networks für ihre Zukunft  gerade auch den Online- Handel als Einkommensquelle, zumindest Facebook testet wohl gerade ein internes Zahlungssystem. Die Entwicklung der Social Networks bleibt in jedem Fall spannend.

0 Comments

  1. ah, das erinnert mich daran, noch einen beitrag zu schreiben..

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