Marketing 2.0: Die Masse der User entscheiden – Opinionleader unbedeutend

By Alexander Becker
In Februar 5, 2008

Es ist eine der Grundlagen des modernen Marketings, dass es eine kleine Gruppe von Meinungsführen „Influentials“ gibt, die besonders viel Einfluss auf das Konsum- und Meinungsverhalten der großen Masse – oder netter formuliert – der breiten Zielgruppen haben. Vor allem PR-Agenturen konzentrieren oftmals einen Großteil ihrer Mittel und Zeit in die Aufgabe diese wenigen „Opinion Leader“ zu überzeugen. Dieses sind Journalisten, Sportler, Promis und manchmal sogar Blogger, so weit die allgemeingültige Theorie. In seinem neuen Buch „Six Degrees: The Science of a Connected Age“ behauptet nun Duncan Watts, dass das alles Unsinn sei. Watts ist Netzwerkforscher und arbeitet bei Yahoo. Das Magazin Fastcompany beschäftigte sich nun in dem langen Artikel „Is the Tipping Point Toast“ mit den Forschungen von Watts. Die Blogpiloten haben bereits die wichtigste These übersetzt und zusammengefasst. „Meinungsführer, die sogenannten Influentials, haben nicht wirklich großen Einfluss auf andere. Sie spielen beim Entstehen eines Trends eigentlich überhaupt keine Rolle. Trends entstehen, so Watts, nicht wegen einiger weniger Influentials, sondern einzig und allein, weil die Gesellschaft reif ist für eben diesen Trend. Watts empfiehlt, sich einfach direkt an die breite Masse zu wenden indem jeder Einzelne die Chance bekommt, Produkte, Ideen und Trends an den Freundeskreis weiterzuleiten.“ Läge Watts mit seinen Ansichten richtig, würde zwar keiner auf ihn hören, sich die Welt und die Arbeitsweisen von PR-Agenturen aber trotzdem dramatisch ändern. Auch Martin Oetting beschäftigt sich mit dem Fastcompany-Artikel, seine Schlüsse hierzu: Einerseits sind Meinungsführer extrem wichtig, andererseits sind Meinungsführer aber auch ziemlich unwichtig. Interessanterweise stimmen beide Thesen auf ihre Weise.

0 Comments

  1. Was Wirtschaftswissenschaftler nicht so alles tun, um sich im Licht der Öffentlichkeit zu sonnen! Dann streuen die Marketing Departments ihre K-Botschaften mal wieder munter mit der Gießkanne, sehr effizient…

  2. ich eränze noch die Wörter „war“ und „sind“

  3. Ich sag doch, sie haben das Rad nicht neu erfunden. Sie haben eben nur zum richtigen Zeitpunkt das Höschen fallen lassen, als die Zeit reif bzw. die Masse bereit. Deswegen meine ich ja, dass beide Aspekte wichtig. Einerseits jemand, der den Anfang macht und andererseits die Masse, die bereit dafür ist. Aber auch mit dieser Erkenntnis hab ich das Rad nicht neu erfunden.

    (jetzt noch schnell 10 und addieren und dann losschicken)

  4. Die wirklich spannende Frage dabei: von wem haben Britney und Paris den Trend? Zumindest Britney traue ich einfach nicht zu, einen eigenen Trend zu kreieren.

  5. Die Antwort liegt wahrscheinlich wieder genau in der Mitte bzw. ist die Synthese des Ganzen. Unterbewusst ist die Masse meist schon für einen Trend bereit, aber die Influentials motivieren Sie dazu, dem Trend zu folgen.
    Damit, dass Paris und Britney ohne Höschen rumlaufen, haben sie zwar das Rad nicht neu erfunden (was für einen Trend m.E. eh nicht entscheidend ist. Siehe auch Ahoi Brause), aber Sie stoßen die Leute darauf, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um sich unten rum frei zu machen.

  6. Was manche Leute nicht alles glauben. Werde den Artikel mal lesen – das Thema ist ja heiß wie…

    Wenn man die Entwicklung einiger Trend s sich anschaut und die Theorie der Innovation dannkommt man zu dem Schluss, dass doch einige Leader wichtig im Entstehen von Trends sind.

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