Nokia- eine Frage der Online Reputation

By ethority - social media intelligence team
In Januar 28, 2008

Nokia.jpg

Nokias Werksschließung in Bochum wird momentan in  allen Medien diskutiert. Neueste Umfragen belegen: der einst so freundliche finnische Handy Riese ist in der deutschen Öffentlichkeit durchgefallen. Die Imagewerte des finnischen Technologiekonzerns liegen im Keller. Es wird von Heuschrecken und von Produktboykott gesprochen. Doch welche Bedeutung hat ein solches Ereignis für die Unternehmenskommunikation und für das Marketing der jeweiligen Unternehmung? Martin Oetting meint dazu in seinem Beitrag, dass man am Beispiel Nokia gut beobachten kann, dass Marketing und PR von Unternehmen nicht länger getrennt werden dürfen. Die heutige Markenwahrnehmung wird nur noch zu einem geringen Teil durch Marketingmaßnahmen wie TV- Werbung etc. gebildet. Vielmehr wird heute Markenbildung von Freunden, Empfehlungsmarketing bzw. Word of Mouth, Presseberichten, Blogs und Foren geprägt. Es gilt, mit dem Kunden direkt in Kontakt zu treten. Den Kunden muss man dort abholen, wo er seine Meinung über die Marke bildet.

Möchte man sich ein Bild über den Stand des Markenimages und der momentanen Wahrnehmung von Nokia machen, dann sollte man z.B. den  Blogsuchdienst Wikio.de,  mit den Wörtern Nokia und Bochum füttern. Das Ergebnis überrascht wenig. Vor 3 Wochen war die Qualität der Handys die bestimmende Thematik in der Blogosphähre, aktuell sieht das anders aus. In den Weblogs wird über Produktboykott, von Heuschrecken, Subventionsbetrügern und von raffgierigen Kapitalisten diskutiert. Auf Youtube sind mittlerweile eine ganze Reihe von Anti- Nokia Filmen aufgetaucht.

[youtube TAmtLxU51Eg]

Nicht viel besser sieht es für Nokia  auf den Schauplätzen des Word of Mouth Marketing und des Empfehlungsmarketings aus. In den einschlägigen Ratgeberforen zum Thema Mobiltelefonie wird in Bezug auf Nokia nicht mehr über GPS Applikationen und Co. diskutiert, sondern über ein Boykott der finnischen Handys:
Der Kölner PR- Profi Ralf-Dieter Brunowsky bringt es in seinem Interview mit dem Magazin Werben & Verkaufen auf den Punkt: Nokia muss mit einem massiven Imageverlust rechnen […] Und dafür ist nicht zuletzt auch die schlechte Kommunikation des Unternehmens verantwortlich: Sie vermittelt den Eindruck, dass sie auf die Emotionen der Mitarbeiter und der Kunden keine Rücksicht nehmen will. Das Verhalten von Nokia wird sicherlich nicht ohne Folgen bleiben […] Das wird sich wirtschaftlich niederschlagen.
Sicherlich ist die Entscheidung von Nokia aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll, doch eines wird in diesem Fall deutlich. Eine nicht gut durchdachte Kommunikation kann zu einem nicht zu unterschätzenden Markenimageverlust führen, welcher sicherlich auch mittelfristig einen negativen Einfluss auf das wirtschaftliche Ergebnis haben kann.

>>beepworld.de

>>connectedmarketing.de

>>Werben & Verkaufen

>>wikio.de

0 Comments

  1. Ob der Boykott tatsächlich was bringt oder ob dadurch nur noch mehr Arbeitsplätze verloren gehen, ich weiss es nicht.

  2. meiner Meinung nach ist Nokia ein tolles handy..und die leute die sich ddrüber aufregen kommen damit einfach nicht klar

  3. Es zwingt Dich ja keiner auf ein Nokia-Handy zu verzichten. Für die einen ist die Philosophie und das Auftreten einer Firma halt auch ein Faktor bei der Kaufentscheidung. Das ist aber so richtig, wie das andere falsch ist. Jede hat seine eigenen Moral – und das ist auch OK so.

  4. Ich verstehe gar nicht warum ihr so ein Theater macht, wenn Nokia doch gute Handys herstellt warum sollte ich dann auf nen Nokia Handy verzichten, nur weil sie nicht mehr in Deutschland/Bochum produzieren ?

  5. Ein gutes Argument. Wobei Nokia, als einer der wichtigsten Umzugsgründe unterstellt wurde, vor allem für ein paar Jahre die Subventionen „kassieren” zu wollen und dann zum nächsten Standort mit neuen Subventionen weiter zuziehen.

  6. Ein gewisser Teil, der die “Hochlohnländer” verlässt, kommt übrigens irgendwann wieder zurück. Laut Fraunhofer ISI etwa ein Sechstel bis ein Viertel innerhalb von vier bis sechs Jahren. Weil es sich tatsächlich nicht wie erhofft gerechnet hat.

    Eine rein betriebswirtschaftliche Denke (die von wenigen Einflussfaktoren ausgeht und alles “Weiche” und nicht in Zahlen Ausdrückbare ignoriert) greift jedenfalls zu kurz.

  7. Zur Nachhaltigkeit solcher Aktionen…. Erinnert sich eigentlich noch irgendjemand daran, dass Motorola in Flensburg vor ein paar Jahren das Gleiche gemacht hat?
    Ich denke schon, dass die Werksschließung in Bochum kritisch beleuchtet werden sollte. Aber vor allem in Bezug auf die Anreize, die hier gesetzt wurden. Wenn Subventionen offensichtlich das Einzige sind, was eine Produktionsstätte an einem Standort hält, vielleicht war dann die Eröffnung des Werkes dort schon per se keine gute Idee?

    Felix

  8. Jeder Konsument kann selbst entscheiden, ob er sich ein Handy von Firma XY oder von Nokia kauft. Der Verzicht auf Nokia-Produkte ist für viele eine logische Konsequenz. Welche Argumente spreche eigentlich gegen einen Boykott?

  9. Ich bin für einen Nokia Boykott.
    Ich denke nur das dies bei Nokia einkalkuliert ist wenn der Boykott nur einige Zeit andauert.
    Ein Boykott hat nur Sinn wenn er solange andauert bis es zu neuen Quartalszahlen kommt,
    also allerspätestens bis zum Weihnachtsgeschäft. Der Anteil am Gesamtmarkt ist für Nokia wichtig, ein schlechtes Quartal wäre eine Katastrophe.
    Die Aktionäre müssen es spüren, dann tut sich etwas.
    Es funktioniert nur durch Nachhaltigkeit. Ich Glaube nicht das Nokia jetzt ein ganzes Qaurtal im Gespräch bleibt.
    Wer erinnert sich noch an Mannesmann und Vodafon? Oder an den Stellenabbau der Deutschen Bank?
    Oder BenQ mit den Siemens-Handys.
    Ohne absoluten nachhaltigen Boykott hat es sicherlich keinen Zweck.

    Igor

Leave A Comment