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Der Social Media Mega-Erfolg von Red Bull Stratos

Als sich Felix Baumgartner am gestrigen Sonntag aus rund 39.000 Metern Höhe auf die Erden fallen ließ, stellte er nicht nur drei Weltrekorde in der Luft auf, sondern sorgte auch im Social-Web für Bestmarken.

So berichtet YouTube in seinem Firmenblog, dass der Live-Stream des Sprungs einen neuen Rekord auf Googles Video-Plattform aufstellte. In der Spitze sahen über acht Millionen Nutzer gespannt zu, wie der tollkühne Österreicher gen Bode stürzte.

Der Technik-Dienstleiter Akamai zählte zudem sieben Millionen Video-Abrufe auf verschiedenen Websites.

Vor allem der Erfolg im Social Web ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie es ein Unternehmen mit einer spektakulären Aktion schaffen kann, die Gespräche der Menschen beherrschen kann. Die Rekorde stellt Baumgartner ein. Aber ebenso ein großer Gewinner und Profiteur des Sprungs ist Red Bull.

Die geschätzten Kosten liegen bei rund 50 Millionen Euro. Die Werbereichweite und mediale Aufmerksamkeit, die der Getränke-Konzern dafür bekam, dürfte wesendlich höher sein.

Zudem zeigt die Aktion, dass die Produktion eigenen Contents noch immer die beste und effektivste Methode ist, Buzz und Aufmerksamkeit in eigener Sache zu erzeugen ist. Natürlich kann nicht jedes Unternehmen jemanden zum Rand unserer Welt schaffen und springen lassen.

Jede selbstorganisierte Aktion, sei es auch nur ein lustiges Video, sorgen für eine nachhaltigere Steigerung der Unternehmens-Wahrnehmung, als die meisten teuer produzierten Werbespots.

Update:
In einer älteren Version des Postings war von Kosten von 20 Millionen Euro die Rede. Laut n-tv-Übertragung von Sonntag lagen die Kosten bei rund 50 Millionen Euro.

Facebook-Marketing-Innovation: die Like-Wall

Dieses Beispiel könnte sehr schnell Schule machen. Focus.de testet zur Zeit eine besondere Abwandlung der Pay-Wall: die Like-Wall. Nutzer, die eine Story lesen wollen, werden nach dem Teaser gefragt, ob sie nicht die Facebook-Seite von Focus.de liken wollen. Das Dialogfenster erinnert stark an die Abfragen, die sich ansonsten auf Nachrichtenseiten finden, um die Kunden zur Kasse zu bitten.

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Allerdings sind bei der Focus-Lösung die Nutzer nicht gezwungen, das Nachrichtenportal zu liken. Die Abfrage lässt nämlich auch die Option zu, dass man kein Facebook-Fan von Focus.de werden will.

Auf Anfrage des Medienportals MEEDIA.de gaben die Münchner allerdings an, dass es sich um einen Test handeln würde, bei dem noch völlig unklar sei, ob und wie er fortgeführt wird.

Bereits nach einer kurzen Testphase, die zur Zeit wieder beendet zu sein scheint, lässt sich festhalten: Die Idee ist großartig und wird bestimmt viele Nachahmer finden. Ob sich der Einsatz allerdings bei Nachrichtenportalen durchsetzen wird, sei einmal dahingestellt. Der Einsatz ist jedoch ideal für den Einsatz auf Unternehmensseiten, Corporate-Blogs oder Info-Seiten.

Einzige Bedingung: Der Content, den die jeweiligen Unternehmen anbieten, muss interessant sein. Denn sobald ein Nutzer tatsächlich Interesse an den Inhalten einer Company hat, ist er auch bereit, ein Like-Wall-Pop-up-Fenster zu akzeptieren.

BITKOM Innovation IKT

Social Media in der Unternehmenskommunikation – Employer Branding steht hinten

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V (aka BITKOM) hat in einer repräsentativen Studie den Einsatz von Social Media in der Unternehmenskommunikation beleuchtet. Demnach wollen 82% der Befragten vor allem die Bekanntheit steigern, gefolgt von Neukundengewinnung (72%), Bestandskundenpflege (68%) und Image-Verbesserung (nur noch 42%). Insgesamt wurden 723 Unternehmen aller Branchen befragt.

BITKOM Innovation IKT

Überraschend wenig Stimmen bekam das Employer Branding. Mit nur 23% der Stimmen wurde angegeben, neue Mitarbeiter über Social Media finden zu wollen.

Ich persönlich sehe das anders. Durch die vielen Gespräche mit unseren Kunden (B2B wie auch B2C) und auch Pitches bekomme ich mit, dass das Thema Employer Branding oftmals vor allem in Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern ein sehr interessantes Thema ist, welches in 2012 geplant / vorbereitet werden soll, um in 2013 perfektioniert und ideal genutzt zu werden.

Global RepTrak™ Pulse 2012

Social Media-Strategie: Der Wert von Reputation und Glaubwürdigkeit

Es gibt einen Umstand, den viele Social Media-Experten und Strategie-Berater immer wieder vergessen, aber für die meisten Corporate Communications Manager ein ganz wichtiger Faktor ist. Noch wichtiger wie die Fan- und Followerzahlen, die eine Marke oder ein Unternehmen bei Facebook, Twitter & Co. haben, sind ihre Reputations- und Image-Werte. Denn das ist im Wirtschaftsleben noch immer eine der wichtigsten Währungen. Dies belegen zwei Studien gerade mal wieder eindrucksvoll.

Erste Studie: Reputation von CEOs
Zum einen hat das Deutsche Institut für Kommunikations- und MedienTraining (DIKT) gerade die Schwerpunkte ergründet, die Unternehmen bei Auftritten ihrer Führungskräfte in Medien besonders hoch bewerten. Das Ergebnis laut Pressemitteilung: “91 Prozent der befragten Unternehmen sind der Meinung, dass ihre Manager vor allem ‚Glaubwürdigkeit‘ vermitteln sollen. Gleichauf, da Mehrfachnennungen von Kriterien möglich waren, liegt ‘Kompetenz’. Weniger Wert wird dagegen auf einen ‘sympathischen’ Eindruck (31 Prozent) sowie auf die ‘Verkörperung des Unternehmens im Sinne der Corporate Identity’ (17 Prozent) gelegt.”

Befragt wurden die Kommunikationsverantwortlichen von Unternehmen aus DAX, M-DAX, Tec-DAX und S-DAX, sowie weitere ausgewählte Großunternehmen. Ein weiteres spannendes Ergebnis förderte die Frage zu Tage, wie die Manager in Interviews durch die Journalisten wahrgenommen werden sollten. Nur neun Prozent antworteten mit „auskunftsfreudig“. Hundertprozent sagten „kompetent“, 74 Prozent  „offen“ und 52 Prozent „detailstark“.

Zweite Studie: Global RepTrak Pulse 2012
Die zweite spannende Studie beschäftigt sich mit der Reputation einzelner Unternehmen. Diese hat das Reputation Institute in seiner jährlichen Global RepTrak™ 100-Studie untersucht.

Global RepTrak™ Pulse 2012

Global RepTrak™ Pulse 2012

“Demnach ist BMW das Unternehmen mit der weltweit besten Reputation. Sony und die Walt Disney Company liegen auf den Plätzen zwei und drei”, fasst Karsten Füllhaas die Ergebnisse auf seinem Blog zusammen. “Google – in den beiden vergangenen Jahren noch auf Platz eins – ist auf den sechsten Rang abgerutscht. Auch Apple muss eine schlechtere Platzierung in Kauf nehmen und findet sich dieses Jahr auf dem fünften Platz, nach Platz zwei in 2011.”

Für die Social Media-Strategie eines Großunternehmens bedeutet dies, dass Reputationsthemen wie z.B. Nachhaltigkeit (CSR) oder Innovation stärkere Berücksichtigung finden sollten. Die Stakeholder erwarten von modernen Top-Managern auch die Kommunikation über eigene Social Media-Profile. In meiner Tätigkeit als Berater sehe ich natürlich auch die damit verbundenen Herausforderungen und höre viele Argumente gegen das persönliche Engagement von CEOs. Vor allem die Angst vor dem Shitstorm, fehlende Strukturen und der Mangel an Zeit werden häufig als Gründe gegen ein Engagement genannt.

Siehe dazu auch: Social Media Impact – Warum CEOs und Top-Executives selber twittern sollten.

Case Social Media Fundraising – hansgrohe Charity App for Namibia

Was bedeutet Wasser für dich? Mit dieser Frage und der damit verbundenen Spendenaktion auf Facebook will Hansgrohe mit der Unterstützung von ethority auf die Kostbarkeit der Ressource Wasser in Namibia aufmerksam machen. Bereits der Jahreskalender 2012 und die zugehörige Facebook App „Tracing Water in Namibia“ haben sich mit dieser Thematik auseinandergesetzt, denn Namibia zählt zu den trockensten Ländern der Erde. Es gibt nur wenige Flüsse, die das ganze Jahr über Wasser führen, und über 80 % des Regenwassers verdunstet. Ein nachhaltiger Umgang mit den lokalen Wasserressourcen ist daher lebenswichtig.

Charity for Namibia: Seit der vergangenen Woche ruft Hansgrohe über die gleichnamige Facebook-App seine Facebook Fans zu einer Spendenaktion auf und unterstützt damit ein nachhaltiges Wasserressourcen-Projekt im Norden Namibias. Die Teilnahme ist denkbar einfach: Die Fans vervollständigen im Aktionsreiter den Satz „Wasser ist…“ und für jedes abgegebene Statement werden dem Spendentopf automatisch 5 Namibia Dollar hinzugefügt. Share-Buttons ermöglichen die sofortige Verbreitung der guten Tat in die Netzwerke der Fans. Die Aktion läuft bis zum 11. Mai 2012 oder bis die Maximalsumme von 50.000 Namibia Dollar (ca. 5.000 €) erreicht ist. Mit der Spendensumme wird das Projekt „Integriertes Wasserressourcen-Management im Cuvelai-Etosha Becken“ im Norden Namibias unterstützt. Dieses Projekt zielt darauf ab, dass vor Ort Wasserressourcen entwickelt werden und das nachhaltige Wirtschaften mit den vorhandenen Ressourcen ermöglicht wird. Mehr Hintergrundinformationen zum Projekt gibt es auch auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.

„Konkret fließt die Spendensumme auch in einen „Awareness Raising Day“, der an verschiedenen Schulen in der Projektregion durchgeführt wird. Die Schülerinnen und Schüler erlernen in  Vorträgen, Präsentationen und interaktiven Rollenspielen  den nachhaltigen Umgang mit den vorhandenen Wasserressourcen und tragen dieses Wissen in ihre Familien weiter“, erklärt Tanja Krauth, Social Media Projektleiterin des Schwarzwälder Armaturen- und Brausenspezialisten. Der einfache Weg zur Unterstützung dieser Charity-Aktion unter dem Zeichen der Nachhaltigkeit bedeutet für uns: Jedes Statement zählt! Hier findet ihr sie.

CharityApp

CharityApp

Social Media Marketing – Ja bitte! (9/10)

„Es geht ums Geschäft” ist eine Aussage, wenn man entweder mit Unbeteiligten nicht genau über etwas sprechen möchte oder Emotionen außen vor bleiben sollen. Aber haben Emotionen wirklich nichts mit geschäftlichem zu tun? Heute gehen wir dieser Fehlannahme von Managern nach, die nicht auf Social Media Marketing setzen:

9. Love Brand? Emotionen haben in meinem Business nichts zu suchen. Bei mir zählen Fakten.

Ashkan Karbasfrooshan zitiert aus dem Film „Der Pate“: „It’s not personal, it’s business“. Aus seiner Erfahrung erzählt er, dass entgegen dieser Annahme alles persönlich sei. Auch wenn es bei ihm mehr darum geht, wie man sich für seine Firma einsetzt oder für seinen Job, Erfolg gründet auf Emotionen und Hingabe.

Eric Tsytsylin von Millward Brown betrachtet es dagegen von der neuro-biologischen Seite. Ganze Hirn-Regionen sind dem Ausdruck, der Erfahrung und der Verarbeitung von Emotionen gewidmet, sodass es einleuchtet, dass Emotionen vielen Entscheidungen und Verhaltensweisen zu Grunde liegen. Er kommt allerdings zu dem Schluss, dass Emotionen nicht durch Marketing, sondern durch die Produkte selbst den Kunden und die Marke verbinden sollten.

Surajit Sen Sharma verneint dies nicht, für ihn sind Emotionen dennoch ein wesentlicher Bestandteil jeden Marketing-Mixes, um die Kundenloyalität zu erhöhen. Diese Emotionen sollten ebenso wie rationale Gründe den Kunden zum Kauf eines Produktes überzeugen. Diejenige Marke, die nun den Kunden auch emotional überzeugt, hat hier den Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten.

So betrachtet ist es also in einem umkämpften Produktsegment unerlässlich für jede Firma, ihre Kunden emotional anzusprechen, ihre Marke zu einer Love Brand zu machen. Dies geht über Social Media Marketing einfacher als über Zeitungsannoncen oder Werbe-Spots, da hier der Kunde von sich aus einen Dialog eingeht. Hier wird er persönlich angesprochen, er wird wahrgenommen, und so entstehen Emotionen, die stabiler sind als Preis- oder Leistungsschwankungen. Und noch dazu kann das Unternehmen ihre Kunden so besser kennenlernen und daraus ihre Produkte besser auf ihre Zielgruppe abstimmen. Social Media Marketing ist eine große Bereicherung für jeden wirtschaftlich aktiven Akteur, egal ob B2B oder B2C, ob multi-nationaler Konzern oder mittelständischer Betrieb.

ethority Top 10 | Virale Videos • Heute: Airlines

Richtig gute Videos, die witzig, innovativ und einzigartig sind, schaffen es, unsere Aufmerksamkeit zu bekommen. Ihre Produktion kann als Marketing-Coup für Unternehmen in die Geschichte eingehen. Heute betrachten wir hier Videos von Airlines, die als solches gelten können. Viel Spaß dabei!

Germanwings – Guerilla

Argentinian Airlines – Plane in the Box

Frontier Airlines – Hase

Virgin Atlantic – Verheiratet

Southern Airlines – 2. Klasse

Continental Airlines – Take-Away

1Time Airline – Kopf-Freiheit

KLM – Rennen nach Hause

Turkish Airline – ManU

Virgin Atlantic – Fliegen

Social Media Marketing – Ja bitte! (7/10)

Heute wollen wir uns der nächsten Fehlannahme widmen, weshalb Unternehmen Social Media NICHT nutzen sollen:

7. Wettbewerber? Ich habe keine Wettbewerber. Meine Produkte sind unschlagbar, das weiß jedes kleine Kind und sogar Google.

Wer in wirtschaftlichen Krisen als Unternehmen überleben will, muss sein Produkt auf dem Markt platzieren. In jeder Branche gibt es verschiedene Kräfte, die den Erfolg von Unternehmen bedingen. Als eine Gefahr für den Erfolg identifizierte Prof. Micheal Porter neue Wettbewerber. Kein Unternehmen kann es sich leisten, nur auf den Kunden zu warten. Der Kunde wartet vielmehr darauf, dass sie auf ihn zukommen, Sie müssen ihn nur finden. Dieser Wandel in der CRM ist hier ausführlich besprochen. Auch wenn ein Produkt die höchste Qualität hat heißt das noch lange nicht, dass sich deshalb der Kunde dafür entscheidet. Gemäß Jerome McCarthy hat schon 1960 neben dem Produkt der Preis, die Distribution und die Werbung ausgemacht, wie gut es sich verkauft. Auch wenn es sozusagen außer Konkurrenz ist, kommt es darauf an, ob es sich der Kunde leisten kann, wo es verkauft wird und wie und wo der Kunde darauf aufmerksam gemacht wird. Es ist „last, but not least“ die Werbung, welche die Kaufentscheidung bestimmt.
Brian Solis, einer der führenden Social Media-Propheten weltweit, sagt in seinem Buch „Engage!“, dass in den sozialen Medien ein Darwinismus herrscht, der alle Formen von Marketing und Service betrifft. Man müsse sich engagieren oder man unterliegt. Das bedeutet, wenn Sie nicht in den sozialen Netzwerken aktiv sind, wird Ihre Kundschaft Sie verlassen. Auch wenn Ihr Produkt besser ist, über sein Produkt wird in den sozialen Netzwerken geredet, Freunde empfehlen es. Über die sozialen Netzwerke bietet sich eine optimale Gelegenheit, mit dem Kunden in Dialog zu treten. Nirgends kommen Sie näher an ihn heran, und diese Nähe ermöglicht es, beständige Beziehungen zum Kunden aufzubauen. Tun Sie es nicht, tut es Ihr Konkurrent. Also entscheiden Sie sich, und nutzen Sie die sozialen Netzwerke, um Ihre herausragende Position zu verfestigen! Holen Sie sich positives Feedback von Ihren Kunden, lassen Sie ihre Kunden weitere Kunden generieren!

Daimler: Social Media Monitoring Strategie, Tools und Regeln

Sten Franke, CEO & Founder @ethorityFür die Reaktionen, Kommentare und RTs auf den Blogartikel „Daimler und Facebook: Negativbeispiel für fehlendes Monitoring“ (Hintergrundbericht auch auf spiegel.de) bedanken wir uns bei allen.

Wie ich finde, wird hiermit schön aufgezeigt, dass das Thema „Social Media Monitoring“ in seiner Komplexität und natürlich vor dem Hintergrund der Implementierung in  Unternehmen höchste Relevanz besitzt und oftmals hinsichtlich der Notwendigkeit, Machbarkeit sowie der juristischen Restriktionen und technischen Möglichkeiten noch unterschätzt wird.

Am Beispiel der schnellen Reaktion (!!!) von Uwe Knaus (Social Media Realist @Daimler & Manager Daimler Blog) auf unseren Blogartikel  (von @uknaus an @sten_ethority Daimler monitort keine Privataccounts. These geht somit ins Leere. http://goo.gl/3YXvV) wird deutlich gemacht, dass Daimler keine persönlichen Nutzerdaten erhebt oder Mitarbeiter und Bewerber gezielt beobachtet. Daimler handelt somit konform der bestehenden Datenschutzbestimmungen. An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass wir uns davon distanzieren, Daimler als Negativbeispiel darstellen zu wollen, sondern unser Autor Alexander Becker lediglich die provokante These aufstellt – Zitat: „Mit einem funktionierenden Monitoring-System und einer gut abstimmten Social Media-Intelligence wäre es nicht so weit gekommen.“ Alexander Becker und ethority laden damit zum konstruktiven Dialog ein, sich den folgenden spannenden Fragen zu widmen:

  1. Wo liegen Möglichkeiten und Grenzen des Social Media Monitorings?
  2. Was darf oder sollte gemonitort werden. Was wiederum nicht?
  3. Sollte das Thema Monitoring auch in den Social Media Guidelines verankert werden?
  4. Welche Ressourcen und Tools stehen zur Verfügung, um eine geeignete Monitoring-Strategie zu verfolgen?
  5. Bis zu welchem Grad  kann ich ein Monitoring selbst realisieren und ab wann sollte ich einen professionellen Dienstleister einschalten?
  6. Reicht ein API-basiertes Dashboard-Tool (Clipping) oder nutze ich einen erfahrenen Monitoring-Dienstleister, der neben einem leistungsfähigem Tool auch erprobte Setup-Methoden, Auswertungs-KnowHow und Beratungskompetenz mitbringt und idealer Weise auch Handlungsempfehlungen gibt?

So könnte man die Liste weiter fortführen oder tief gehender beleuchten. Momentan würde das den Rahmen des Beitrages sprengen. In Kürze werden wir das Thema „Social Media Monitoring: Strategien, Anwendungen, Tools, Regeln und Standards“ hier auf dem Blog erneut aufgreifen.

Fest steht, dass alle öffentlich zugänglichen Inhalte im Netz mittels geeigneter Methoden beobachtet und untersucht werden können. Welche Monitoring-Strategie oder welches Konzept hier auch vor dem Hintergrund der Rechtssicherheit greift, hängt zum einen von dem Monitoringansatz (Social Media Dialog & Kommunikation, Kampagnenerfolg, CRM, Marktforschung, Issues Tracking, Trend-Monitoring, etc.) und zum anderen natürlich ganz wichtig, auch von den Nutzungsbestimmungen der Social Media Plattformen ab.

Ein Monitoring kann je nach Perspektive des Betrachters als „Überwachungsinstrument“ im negativen Kontext angesehen oder aber im positiven Sinne (IMHO) als unterstützendes Hilfsmittel genutzt werden, um zeitnah auf Entwicklungen im Markt zu reagieren. Auf dieser Basis kann mit Kunden und verschiedenen Stakeholdern rechtzeitig ein Dialog auf Augenhöhe geführt und somit einlenkend auf Gesprächsverläufe eingegangen werden. In diesem Sinne: Keep on listening!

Offene Kommunikation im Fall des SchülerVZ-Datendiebstahls

Es ist nicht so einfach mit der modernen Unternehmens-Kommunikation. Fast könnte man meinen: Wie man es macht, macht man es falsch. Ein gutes Beispiel dafür ist der Datendiebstahl bei SchülerVZ.

VZ

Aber der Reihe nach:
– Am Freitag veröffentlichte Netzpolitik.org, eine Meldung, dass man im Besitz von über einer Million Daten aus SchülerVZ-Profilen sei. Schnell stieg Zeit Online in die Story ein und beschwerte sich gleich, dass es keine Stellungnahme der VZ-Netzwerke gebe.

– Nicht jedes Unternehmen kann an einem Freitagnachmittag eine Stellungnahme zu einem vermeintlichen Datendiebstahl liefern. In diesem Fall sind die Berliner entschuldigt.
Gegen 18.30 brach man dann auch das Schweigen und postete eine erste Erklärung: „Wir haben am heutigen Nachmittag Kenntnis über folgenden Vorgang erhalten: Ein SchülerVZ-Nutzer hat eine Vielzahl von Profilen aufgerufen und Kopien einzelner der für alle SchülerVZ-Nutzer sichtbaren Daten angelegt: Name, Schule, Geschlecht, Alter, Profilfoto.“ Das Unternehmen zeigt sich ehrlich und gab den vermeintlichen Diebstahl gleich zu.

– Nur Stunden später folgt die nächste Erklärung. Im Unternehmens-Blog werden die vier wichtigsten Fragen zum illegalen Datenkopierer beantwortet. Ich finde, dass ist ein vorbildliche Kommunikation.

– Stunden später scheint der Fall erledigt. „Die Daten, die ein SchülerVZ-Nutzer illegal und entgegen der VZ-AGB kopiert hat, sind wieder in Sicherheit: Dank der schnellen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Blog Netzpolitik.org und dessen Gründer Markus Beckedahl, wurde die Liste der kopierten Informationen nicht in Umlauf gebracht und inzwischen gelöscht“. Dieses Posting ging Freitagnacht beziehungsweise Samstagmorgen online.

– Samstagmittag gab es wieder einen neuen Stand: „Unsere weiteren Ermittlungen haben ergeben, dass es sich bei der Quelle von Netzpolitik.org nicht um den tatsächlichen Verursacher sondern um einen „Trittbrettfahrer“ handelt, der Zugang zu den Daten des eigentlichen Täters hatte.“
Jetzt sucht man in Berlin weitere User, die im Besitz von Dateien mit unzähligen Datensätzen sind.

Stand Sonntagabend ist nun, dass mittlerweile zu befürchten ist, dass mehrere Datensätze im Umlauf sind, und es ist völlig unklar, in wessen Besitz sie sich befinden. Wie geht die VZ-Gruppe in der Kommunikation mit dieser neuen Situation um?

Bis Samstag wurde über jeden Schritt im Firmen-Blog berichtet. Seit dem kam nur noch ein Update dazu. Das Problem an den Wasserstandsmeldungen des Freitags ist nämlich, dass – trotz vorbildlicher Kommunikation – der Eindruck entstehen kann: Hier ist ein Unternehmen, das ziemlich planlos in der aktuellen Krisensituation agiert. Dieser Eindruck wäre falsch! StudiVZ wies uns richtigerweise daraufhin, dass der Fall in den Händen der zuständigen Ermittlungsbehörden liegt und somit bis auf Weiteres nicht mehr darüber gesprochen werden darf.  Diese Reaktion beweist, dass die VZ-Gruppe diesen Fall durchaus beobachtet und einer Krisensituation mehr als gewachsen ist.

Dazu kommt, dass  die Verunsicherung bei den Nutzern noch größer geworden wäre, wenn die VZ-Netzwerke nicht jeden einzelnen Schritt dokumentiert hätten.

In dem Datenklau liegt sogar eine Chance für die VZ-Netzwerke. Haben die Nutzer jetzt das Gefühl, dass die Company jederzeit offen und ehrlich mit ihnen zusammenarbeitet, kann das ungemein die Loyalität der Community steigern. In Zeiten, in denen der Rivale Facebook immer mehr Nutzer gewinnt, ist kein schlechter Nebeneffekt.