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Starbucks Emoji Keyboard App

Starbucks, Pepsi, IKEA & Co. – Brands kommunizieren mit Emojis, aber verstehen die Millennials das überhaupt?

Schon heute lässt sich absehen: Emojis gehören zu den größten digitalen Marketing-Trends des Jahres. Vor allem in den USA sprechen immer mehr Marken mit ihren Kunden mit Hilfe der manchmal süßen, manchmal lustigen und manchmal völlig unverständlichen Symbol-Pics.

Der Grundgedanke dahinter ist klar: Die Unternehmen wollen sich so vor allem modern und digital-empathisch für die wichtige Zielgruppe der Millennials zeigen.

Wie stark dieser Trend längst fortgeschritten ist, zeigen diese Daten von Socialbakers: Im Jahr 2014 verwendeten über ein Viertel (28 Prozent) der Top-Brands in ihrer Facebook-Postings Emojis.

Emojis Facebook Statistik

Ein Jahr später, also im Jahr 2015, hatte sich dieser Wert bereits auf 40 Prozent erhöht. Tendenz steigend. Auf Twitter sehen die Daten ähnlich aus.

Twitter Emojis Statistik

Den ersten Unternehmen reicht es allerdings schon nicht mehr, einfach nur auf die Symbole in ihre Postings zu setzen und so den Ton der jungen Kunden zu treffen: Sie wollen ihre eigene Sprache und basteln deshalb eigene Keyboards für die Smartphones ihrer Nutzer.

Für viel Aufsehen sorgte gerade exakt dieses Projekt von Starbucks:

Kaffeekette Starbucks macht’s wie Kim Kardashian und bringt eine eigene Tastatur-App.

Da kann man dann beim Schlürfen des laktosefreien Honey Blossom Macchiato medium to go Bildchen von anstoßenden Pappbechern, mit Strohhalm trinkende lila Einhörner oder einen stark schwitzenden Stern (oder so was …) an Freunde und Feinde senden“, erklärt Werben & Verkaufen das Konzept der neuen App.

Die Kaffeekocher sind damit in bester Gesellschaft. In seiner neuen EM-Kampagne präsentiert Pepsi eigens kreierte Pepsimojis.

Auch Ikea setzt bereits auf eigene Emoticons.

Tatsächlich ist der Sinn und Unsinn solcher Marketing-Projekte nicht ganz unumstritten. So ergab eine Studie der Universität von Minnesota, dass die kleinen Symbole oftmals miss- oder erst gar nicht verstanden werden. Chip.de schreibt dazu:

„Bei der Studie kristallisierten sich vor allem zwei Gründe dafür heraus, warum es durch Emoijs zu großen Missverständnissen kommen kann.

Der eine Grund ist keine besondere Überraschung: Menschen sehen in Bildern nicht immer das Gleiche und manche Symbole sind zudem mehrdeutig.

Der zweite Grund für die Fehlkommunikation ist schon überraschender: Je nachdem welche Geräte Sender und Empfänger verwenden, werden einige Emoijs vollkommen anders dargestellt.

Damit ändert sich die Emotion, die durch die Symbole transportiert werden soll, teilweise ganz erheblich.“

Noch lässt sich also nicht abschließend beurteilen, ob Emojis für Marken wirklich immer den gewünschten Positiv-Effekt haben. Die Chancen, gerade in der Ansprache an Millennials dürften weit größer sein, als die potentiellen Risiken.

Kommunikationschefs fürchten bei ihrer Arbeit vor allem inhaltliche Fehler

Von wegen Shitstorm! Versagen in der Krisenkommunikation ist die größte Angst von Kommunikationsprofis

Diese Untersuchung ist höchst aufschlussreich. Die dpa-Tochter News aktuell fragte 530 PR-Schaffende nach den größten Ängsten von Kommunikationschefs. Das Ergebnis überraschte insofern, dass Shitstorms mit nur 24 Prozent auf Position vier landeten. Die beiden größten Horror-Szenarien für Öffentlichkeitsarbeiter sind demnach „inhaltliche Fehler“ (41 Prozent) und ein „versagen in der Krisenkommunikation“ (38 Prozent).

Hier sind alle Ergebnisse im Überblick:
1. Inhaltliche Fehler (41 Prozent)
2. In Krisenkommunikation versagen (38 Prozent)
3. Von Vorstand/Geschäftsführung übergangen zu werden (28 Prozent)
4. Shitstorms (24 Prozent)
5. Zu wenig Wissen (22 Prozent)
6. Vorstand/Geschäftsführung blamieren (22 Prozent)
7. Mangelnde Eloquenz (7 Prozent)
8. Bohrende Journalisten (6 Prozent)
9. Sichtbares Lampenfieber (5 Prozent)

Besonders große Sorgen sollten sich übrigens Journalisten machen. Vor ihren bohrenden Fragen haben nur noch sechs Prozent aller Kommunikationschefs angst. Das spricht nicht gerade für die Bissigkeit der Reporter und Redakteure.

Kommunikationschefs fürchten bei ihrer Arbeit vor allem inhaltliche Fehler

Hier gehts zur Pressemeldung.

Headlines Infographic

Social Media Kommunikation: 3 Tipps für virale Headlines

Jeder Marketer und Web-Worker weiß: Social Media ist nicht nur Spaß, sondern vor allem harte Arbeit. Denn, wer wirklich gelesen werden will, muss in seine Postings und Blog-Texte einiges an Schweiß stecken.

Leider sind die besten Texte noch kein Garant auf viele Leser. Mehr als hilfreich ist es, die eigenen Postings mit knackigen Headlines zu versehen. Denn im Idealfall überzeugt eine gute Zeile auch viele Nutzer zum Lesen eines Textes, die ansonsten einfach weitergeklickt hätten. Diese drei Tricks helfen bei einer erfolgreichen.

1. Die Headline sollte dem Shine-Prinzip folgen

Mit wissenschaftlicher Konsequenz gingen die Web-Analysten von Kissmetrics schon einmal der Frage der perfekten viralen Überschrift nach. Ihre Lösung laute Shine (https://blog.kissmetrics.com/how-to-write-headlines/). Eine gute Healine sollte Specific, Helpful, Immediacy, Newsworthy und Entertaining sein.

2. Die richtige Formel ist entscheidend

In einem interessanten Posting zu diesem Thema weist Curtis Harrison (http://real.social/3-properties-of-viral-headlines/) auf die Viral-Formel von Lenka Istvanova hin. Sie besagt, dass die perfekte Zeile muss dieser Reihenfolge folgen muss:  Number + Adjective + Keyword + Rationale + Promise. Beispiel: „7 Things That Will Improve Your Life Today“.

3. Nie mehr als sechs Wörter

Die oben genannten Kissmetrics-Analyse kommt zudem zu dem Schluss, dass eine gute Headline nie mehr als sechs Wörter umfassen soll. Ist die Zeile länger, neigen die Leser dazu weitere Wörter nicht mehr wahrzunehmen. Bei sechs Wörtern bleiben jedoch selbst die Faulsten bei der Stange und lassen sich von der Überschrift überzeugen.

Allerdings: Die beste Headline bringt nichts, wenn der Text langweilig ist. Vor allem die nächste Hürde gilt es dann mit Mut und Geschick zu nehmen: den ersten Satz. Denn wenn dieser nicht sitzt, sind viele Leser schon gleich wieder weg.

 

Ergänzende Infografik zum Thema von quicksprout.com

Headlines Infographic

Facebook, Twitter & Co.: So versteht Sie Ihre Zielgruppe wirklich

Diese Studie belegt, was wir eigentlich schon alle längst gewusst haben. Wenn Sie ein Posting bei Facebook oder Twitter absetzen, ist es wichtig, dass Sie sich authentisch und natürlich ausdrücken. Mit gedrechseltem Marketing-Deutsch oder hohlen PR-Phrasen kommen Sie nicht sehr weit. Aber auch nicht mit Gedichten oder Botschaften in Versform.

Eine Untersuchung der Universität San Diego fand heraus, dass man sich grundsätzlich an den Inhalt von Facebook-Updates und auch Twitter-Posting eineinhalb Mal besser erinnert, als an jede andere Form der geschriebenen Sprache.

Zudem kam die Studie „Major Memory in Microblogs” zu dem Resultat, dass am besten Texte behalten werden, die einfach und spontan von Bekannten geschrieben wurden. Für Unternehmen bedeutet das: Werden Sie zu Freunden Ihrer Kunden und kommunizieren Sie auf Augenhöhe. Heißt: Sprechen Sie so, dass Ihre Kunden sie wirklich verstehen und nicht so, wie Sie gerne hätten, dass eine erträumte oder erdachte Zielgruppe Sie wahrnehmen sollte.

Für den Erfolg kurzer Statements in den sozialen Netzwerken macht die Hauptautorin der Studie zwei Faktoren verantwortlich. Zum einen das Interesse der Leser gegenüber dem Themenbereich, da sie dem jeweiligen Absender ja freiwillig folgen. Zum anderen die Sprache einfacher und authentischer Meldungen, die sich deshalb besser einpräge. „Sie [die Facebook-Postings] sprechen die grundlegenden Sprachfähigkeiten unseres Gehirns wahrscheinlich eher an als professionell formulierte Sätze“, schreibt Mickes im Fachmagazin Memory & Cognition. „Vielleicht sind es gerade diese spontanen und ohne viel Nachdenken formulierten Äußerungen, die darum so gut im Gedächtnis bleiben.“

Mentionmapp: Twitter-Monitoring & Mapping für Einsteiger und Profis

Im wahrsten Sinne des Wortes ein schönes Mapping- und Monitoring-Tool für Twitter. Profis werden die Mentionmapp kaum ernst nehmen. Dafür sieht das Tool aber verdammt gut aus und bringt trotzdem auch Web- und Marketing-Experten noch einigen Fun – zumindest für einige Zeit.

Mentionmapp aus dem kanadischen Vancouver macht lediglich eine Sache: ein Twitter-Profil in seinen Verästelungen aus Tweets, Replys und Reetweets grafisch darstellen. So entsteht eine bildliche Übersicht der eigenen Microblogging-Kommunikation. Toll gelöst: Beim Klick auf einen anderen Twitter-Nutzer in der eigenen Karte, wird sofort dessen 140-Zeichen-Kommunikation dargestellt.

Mentionmapp

In Gegensatz zu vielen ähnlichen Angeboten, die eigene Twitter-Aktivitäten, wie auch immer, darstellen und analysieren, funktioniert die Mentionmapp nicht nur für den eigenen Twitter-Account. In ein kleines Suchfeld (oben links) lässt sich jeder beliebige Nutzername eintragen. Dann berechnet das Tool dessen Zwitscher-Karten. Eine gar nicht so unpraktische Funktion für Monitoring-Profis, die nur mal kurz einen Blick auf die Konkurrenz werfen wollen.

Noch ist Mentionmapp im Betastatus, aber schon längst eine begehrte Firma. Denn sie wurde bereits von OverInteractive Media Inc. übernommen. Die Vision der Kanadier: „Take information beyond columns and rows, graphs and charts and create engaging interactive data stories.“

Wenn das gelingt, können wir uns noch auf viele weitere Tools freuen.

Social Media Marketing – Ja bitte! (9/10)

„Es geht ums Geschäft” ist eine Aussage, wenn man entweder mit Unbeteiligten nicht genau über etwas sprechen möchte oder Emotionen außen vor bleiben sollen. Aber haben Emotionen wirklich nichts mit geschäftlichem zu tun? Heute gehen wir dieser Fehlannahme von Managern nach, die nicht auf Social Media Marketing setzen:

9. Love Brand? Emotionen haben in meinem Business nichts zu suchen. Bei mir zählen Fakten.

Ashkan Karbasfrooshan zitiert aus dem Film „Der Pate“: „It’s not personal, it’s business“. Aus seiner Erfahrung erzählt er, dass entgegen dieser Annahme alles persönlich sei. Auch wenn es bei ihm mehr darum geht, wie man sich für seine Firma einsetzt oder für seinen Job, Erfolg gründet auf Emotionen und Hingabe.

Eric Tsytsylin von Millward Brown betrachtet es dagegen von der neuro-biologischen Seite. Ganze Hirn-Regionen sind dem Ausdruck, der Erfahrung und der Verarbeitung von Emotionen gewidmet, sodass es einleuchtet, dass Emotionen vielen Entscheidungen und Verhaltensweisen zu Grunde liegen. Er kommt allerdings zu dem Schluss, dass Emotionen nicht durch Marketing, sondern durch die Produkte selbst den Kunden und die Marke verbinden sollten.

Surajit Sen Sharma verneint dies nicht, für ihn sind Emotionen dennoch ein wesentlicher Bestandteil jeden Marketing-Mixes, um die Kundenloyalität zu erhöhen. Diese Emotionen sollten ebenso wie rationale Gründe den Kunden zum Kauf eines Produktes überzeugen. Diejenige Marke, die nun den Kunden auch emotional überzeugt, hat hier den Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten.

So betrachtet ist es also in einem umkämpften Produktsegment unerlässlich für jede Firma, ihre Kunden emotional anzusprechen, ihre Marke zu einer Love Brand zu machen. Dies geht über Social Media Marketing einfacher als über Zeitungsannoncen oder Werbe-Spots, da hier der Kunde von sich aus einen Dialog eingeht. Hier wird er persönlich angesprochen, er wird wahrgenommen, und so entstehen Emotionen, die stabiler sind als Preis- oder Leistungsschwankungen. Und noch dazu kann das Unternehmen ihre Kunden so besser kennenlernen und daraus ihre Produkte besser auf ihre Zielgruppe abstimmen. Social Media Marketing ist eine große Bereicherung für jeden wirtschaftlich aktiven Akteur, egal ob B2B oder B2C, ob multi-nationaler Konzern oder mittelständischer Betrieb.

Facebook etabliert sich mit Messages zum all-in-one Dienst

Seit Wochen wurde über einen neuen Facebook-Dienst spekuliert. Jetzt wurde das Geheimnis in San Francisco gelüftet. Facebook hat seine neue Kommunikationsplattform, die sowohl E-Mail, SMS- und Chat-Nachrichten in einem Dienst, der „Social Inbox“ zusammenführt, präsentiert. Die Bedenken, dass es ein ernstzunehmender Konkurrent zu herkömmlichen E-Mail Diensten, wie Yahoo, Hotmail oder Google-Mail wird, sind groß. Jedoch wurde dies von Konzernchef Mark Zuckerberg abgeschmettert, er verneinte dies und kündigte den Dienst vielmehr als „modernes Nachrichtensystem“ an.

Vorteile von Facebook Messages:

  • Vereinfachung der Kommunikation: Nutzer, die ohnehin permanent bei Facebook angemeldet sind, können künftig Nachrichten an Kontakte schicken, ohne sich dabei um den Übertragungsweg zu kümmern. Der Vorteil besteht darin, dass Facebook die Nachricht als SMS, Chatnachricht oder E-Mail verschickt, je nachdem wie die Erreichbarkeit des Empfängers angelegt ist.
  • Außerdem können Nachrichten nach Prioritäten sortiert werden. Botschaften von Freunden und Bekannten erhalten eine hohe Priorität, hingegen die von Unbekannten eine niedrige, die vorerst im Ordner „Others“ abgelegt werden. Spamnachrichten sollen keine Chance erhalten, sie sollen automatisch gefiltert werden und gar nicht erst auftauchen.

Nachteile von Facebook Messages:

  • Bedenken zur Privatsphäre: Die E-Mail Adressen der Nutzer werden gespeichert, dass räumte Mark Zuckerberg selbst ein, da das System sonst nicht funktionieren kann. Damit sind die Bedenken nicht von der Hand zu weisen. Es bleiben einige Fragen offen und es fehlt an gewissen Stellen an Transparenz. Zum Beispiel ist bei der Mobile Nutzung fraglich, ob die Mobilnummern auch gespeichert werden, wenn auf den Dienst per Smartphone zugegriffen wird. Inwieweit das Nutzern gefallen wird, bleibt abzuwarten. Allgemein werden erst die nächsten Monate zeigen, wie der Dienst von Nutzern angenommen wird.

Wann ist der Dienst verfügbar oder wo kann ich mich anmelden?

Interessierte müssen sich noch etwas gedulden, da der Dienst erst Schritt für Schritt zugänglich gemacht wird. Jedoch können Nutzer sich bereits eine E-Mail Adresse beantragen, mit der sie auch mit Personen ohne Facebook-Account kommunizieren können. Die Mailadressen werden nach folgendem Schema automatisch generiert: profil.name@facebook.com. Nutzer mit Zugang zum neuen System, können dann Freunde für den Dienst einladen. Einige Fragen zu dem Nachrichtensystem werden hier bereits beantwortet. Die Nutzung der Facebook E-Mail Adresse funktioniert gleichermaßen wie bekannte Mail-Systeme, es können über die Adresse Nachrichten versendet und empfangen werden. Allerdings beinhalten die Nachrichten keine Betreffzeile, so dass bei Nachrichteneingängen der Betreff am Beginn der Nachricht in Fettbuchstaben dargestellt wird. Wie gehabt, kann über die Privatsphäre-Einstellungen der Dienst deaktiviert werden.

Um Facebook SMS nutzen zu können, muss zu Beginn das Handy für Facebook aktiviert werden. Danach kann über die Benachrichtigungseinstellungen festgelegt werden, welche Nachrichten per SMS verschickt werden. Die Funktionalität kann in Deutschland und Österreich, jedoch nicht in der Schweiz genutzt werden.

Facebook-Manager Joel Seligstein ist überzeugt von der Idee und sagt: „Wir werden bald alle damit aufhören, altertümliche zehnstellige Zahlencodes und bizarre Buchstabensequenzen zu verwenden, um miteinander zu kommunizieren. Wir werden einfach Freunde namentlich auswählen und in der Lage sein, uns sofort mit ihnen auszutauschen“.

Gefunden bei Facebookmarketing.de und Mashable .

Weitere Infos hier:
Facebookmarketing oder bei
Thomas Hutter

Der Bäcker backt, der Maler malt – aber wer „macht“ Social Media?

Der Bäcker backt, der Maler malt, der Schneider schneidert und der Schreiner schreinert.

Damals waren die unterschiedlichen Zuständigkeitsbereiche ziemlich eindeutig und klar  voneinander zu trennen. Jeder hatte seine Aufgaben und wusste, was zu tun war.

Auch in Unternehmen waren verschiedene Aufgaben in verschiedene Abteilungen eingeteilt: Der Geschäftsführer führte, die Unternehmenskommunikation kommunizierte, der Vertrieb sorgte für Absatz während der Praktikant Kaffee kochte.

Nun begab es sich, dass die Social Media Einzug in die Unternehmen hielten und manch eine Hierarchie und Abteilung kräftig durcheinander wirbelte.

Ein Beispiel: Einsatz von Social Media im HR-Bereich ist Unternehmen wie z.B. OTTO und Bayer AG längst nicht mehr fremd. Wer ist nun verantwortlich für den Unternehmensauftritt, der das Unternehmen für zukünftige Arbeitnehmer attraktiver macht, aber auch Anlaufspunkt für Fragen rund um das Bewerbungsverfahren und Recruitainment ist? Die Profis der Personalabteilung oder die Profis aus der Kommunikation? Mitunter entsteht aus dieser Frage ein Kompetenzgerangel, was zum einen generell nicht hilfreich ist, zum anderen die Kommunikation in Social Media oft lähmt.

Social Media sind vielseitig einsetzbar – so vielseitig, dass immer noch viel diskutiert wird, wer für die Betreuung einzelner Präsenzen zuständig ist. Soviel sei gesagt: Es gibt ein Für und Wider für alle Möglichkeiten.

Eine Studie von November 2009 zeigt die verschiedenen Zuständigkeiten, die in einem Unternehmen für Social Media verantwortlich sein könnten:

Social_Media_Zuständigkeit

gesehen bei mashable.com.

Das Ergebnis soll an dieser Stelle unkommentiert stehen bleiben.

Denn der wichtigste Schritt, der der Bestimmung für Verantwortlichkeit voraus geht, ist die Zielsetzung sowie die Strategie, die durch/mit/in Social Media verfolgt wird. Dazu müssen zu allererst folgende Kernfragen beantwortet werden:

In welchen Bereichen macht es überhaupt Sinn, Social Media einzusetzen?

Welche Ziele möchten wir mit unserem Einsatz in Social Media erreichen?

Mit welchen Präsenzen erreichen wir unsere Zielgruppe?

Wie und mit was bespielen wir die Präsenzen überhaupt, damit sie für die Zielgruppe interessant sind?

Erst, wenn man sich bewusst ist, was und wie etwas erreicht wird, kann entschieden werden, welche Person(en) das Unternehmen in Social Media repräsentiert. So findet sich die Zuständigkeit für Social Media vielleicht nicht von alleine, aber es hilft bei einer Entscheidung.

Kompetenzgerangel ist sicherlich nicht das einzige, was schief geht, wenn man sich seiner Ziele nicht bewusst ist. Es trägt aber dazu bei, dass ein nicht durchdachter Social- Media-Auftritt Zeit und Geld kostet.

Und Alle so: Was steckt dahinter?

Mittlerweile dürfte es jeder, der an irgendeinem Punkt ab und zu Berührung mit Social Media hat, gesehen haben – den folgenden viralen Nachsatz zu einer Wahlkampfankündigung:
Und Alle so "Yeaahh"
Auf den ersten Blick sieht man wieder einmal, wie schnell sich in Social Media Inhalte verbreiten können, die sich von dem üblichen Bilder- und Themenrauschen herausheben und dem Betrachter etwas unerwartetes bringen. Ruckzuck wird dieses Bild auf Twitter verlinkt und schafft es in Blogs wie Spreeblick, Nerdcore oder Pop64 (und natürlich auch auf das ethority-Blog). Von diesen Blogs aus wird das Bild dann noch weiter verlinkt und so entsteht eine erweiterte Reichweite, die die Zahl der ursprünglichen Abrufe des Bildes auf Flickr (bislang 15.255) weit übertreffen. Auch Spiegel Online erwähnt diesen Internet-Mem schon.

Aber die Kreativität der Crowd geht noch weiter. Es entsteht die Idee, bei der angekündigten Wahlkampfveranstaltung einen Flash-Mob zu veranstalten, der jede Aussage mit „Yeaahh!“ kommentiert, in den Kommentaren wird darüber gestritten, ob man das „Yeaahh!“ auch mit nur einem „a“ schreiben darf oder ob das dann nicht mehr das echte „Yeaahh!“ wäre. Ach ja: Und-Alle-so-T-Shirts sowie einen Und-alle-so-Yeaahh-Song gibt es auch schon.

Natürlich zeigt dieser Mem einmal mehr, wie gut sich das Internet für die schnelle Verbreitung (Viralität) von Botschaften eignet. Aber ich finde eigentlich einen anderen Punkt daran sehr viel spannender:

Im Grunde wird hier eine Offline-Kampagne (= Der Nutzerkommentar auf dem Plakat) in ein Online-Medium hinein „verlängert“, wie das Marketingverantwortliche ausdrücken würden. Dabei leuchtet sofort ein, dass der Spruch seine Verbreitung ganz wesentlich dem schnellen Onlinemedium verdankt. Das Plakat ist räumlich gebunden und wird nur von denjenigen Leuten wahrgenommen, die tatsächlich an diesem Ort vorbeikommen. Es ist also stationär und kann nur schwer auf Wanderschaft gehen, allenfalls in der mündlichen Überlieferung: „Ich habe dort ein Plakat gesehen, und da stand …“

Online geht das alles sehr viel schneller und in Gestalt einer digitalen Fotographie dreht sich dieses Bild so schnell durch Deutschland, dass Vilém Flusser dabei schwindlich werden dürfte. Aber es ist eben nicht nur die massenmediale Verbreitung, die zählt. Nein, die Botschaft wird von den Nutzern verändert, sie verwandelt ihre Gestalt, mutiert in immer neue Formen. Der Spruch „und alle so: yeaahh“ wird auf alle möglichen Themen bezogen und nicht nur auf den ursprünglichen Event. So heißt zum Beispiel die hyper-zeitgemäße Gratulation: „…und alle so: Happy Birthday“.

Was an Social Media so faszinierend ist, sind also zwei Dinge, das eine ist die hohe Geschwindigkeit. Ganz gewöhnliche Leute tragen zu einer Verbreitungsgeschwindigkeit bei, die jeden Nachrichtendienst abhängen. Twitter hat mittlerweile Radio, TV und klassische Onlinepublikationen als schnellstes Medium hinter sich gelassen (mit RSSCloud und pubsubhubbub könnten Blogs allerdings noch einmal einen Gang zulegen und zu einem echten Push-Medium werden). Das andere ist aber die hohe Mutationsrate, mit der eine ursprüngliche Botschaft sich immer wieder verändert.