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5 am Freitag – Henrik von Scheel – Trends in Social Commerce, Social Media Intelligence und Mobile

Henrik von Scheel

Henrik von Scheel

Heute beantwortet Henrik von Scheel unsere 5 am Freitag. Henrik ist Mitglied des Board of Directors bei ethority. Darüber hinaus ist er im Advisory Board bei EMEA von Google und Managing Partner und Senior Vice President von Venture Capital der 3i Capital Group. Davor war er Board Member bei IBM Venture Capital Group und verantwortlich für die Entwicklung strategischer Partnerschaften und potentieller Märkte. Des weiteren war Henrik von Scheel Gast-Dozent an der Copenhagen Business School und Co-Autor von „Applying Real-World BPM in an SAP Environment“.

Mit über 15 Jahren Erfahrung hat Henrik von Scheel die Re-Organisation von Strategien, Prozessen und Technologien von verschiedenen Fortune 500 Unternehmen geführt. Henrik ist beachtet für seine professionelle Führung im E-Commerce und Social Commerce, als Trend Spotter, Autor, Redner und Investor.

1. Welche aktuellen 5 Zahlen über Social Media beeindruckten dich am meisten?

#1. Die erhöhte Bedeutung, Social Media Data zu verstehen, da „Big Data“ bis 2017 mit $50 Mrd. ein riesen Geschäft ist.
# 2. 63%: Prozentsatz von CMO’s, die ROI als Standard für Leistung bis 2015 sehen, derzeit messen weniger als 50% aller Unternehmen ROI
# 3. +27 Übernahmen von Social Media Monitoring Tools in 2011.Was passiert in 2012?
# 4. Ein 2012 Social Media Monitoring Benchmark führt ethority an #1 von 26 führenden globalen Anbiertern auf.
#5. 10 Mio – Pinterest ist die schnellste eigenständige Social Media Platform, die 10 Mio. monatliche Besucher erreicht hat.

2. Social Media Trends – was ist dein „next big thing“?

Meiner Meinung nach gibt es zwei Key Trends in Social Media Intelligence. Erstens die Fähigkeit Social Media Data mit Online Sales zu verknüpfen um den ROI zu messen, dessen Leistung zu verbessern und die Verkaufszahlen mit Predictive Analytics vorherzusagen. Zweitens die vier neuen Kräfte in dem neuen Kunden zentrierten Business Model, das die Balance zwischen dem neuen Marketing Trichter und Kundenbemächtigung wiederherstellt.

3. Social Commerce auf Facebook – dafür oder dagegen?

Ich erinnere mich daran, als E-Commerce und Social Media Monitoring totgesagt wurde bevor es richtig abging. Jetzt ist es das Gleiche mit Social Commerce, es gibt nur ein dafür. Über eine Milliarde Menschen oder 70% der Internet-User auf Facebook –  eine Kunden-Platform die nicht ignoriert werden sollte. Es ist einfach, also nehme Teil und ernte die Früchte des Pionier-Vorteils oder warte ein paar Jahre und stoße hinzu wenn es etabliert ist.

4. Die neue Timeline auf Facebook – besser oder schlechter als davor?

Kurz und einfach – I love it!

5. Wird die Nutzung von Smartphones Social Media verändern?

Das hat es bereits. 38% der Internet-Nutzer haben ein Smartphone. Sie nutzen soziale Netzwerke stärker als die ohne Smartphone. Durchschnittlich installieren die Nutzer 25 Apps auf ihren Smartphones, nutzen aber nur 12. Die meist gebrauchten Apps sind für soziale Netzwerke.

Fünf am Freitag – mit Sebastian Krüger

Am heutigen Freitag ist Sebastian Krüger von ProSiebenSat.1 Digital bei uns zu Gast.

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Zur Peson: Der studierte Germanist ist seit 2011 Social Media Manager bei ProSiebenSat.1 Digital. ProSiebenSat.1 Digital verantwortet die interaktiven Produkte rund um die Sendermarken – von Online über Teletext bis zu mobilen Applikationen, ausserdem liegt das Games-Geschäft im Verantwortungsbereich von ProSiebenSat.1 Digital.

1.    Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

Social Media Monitoring ist für jedes Unternehmen 2012 ein wichtiges Thema. Wichtig ist hier jedoch zu schauen, mit welchen Erwartungshaltung und welchen echten Ergebnissen ein solches Monitoring betrieben werden kann. Die ProSiebenSat.1 Media AG verfügt über diverse Tools um den Markt, unseren Zuschauer und die Bedürfnisse unserer Werbekunden zu erfassen. Social Media Monitoring ist hier ein weitere sinnvoller Baustein, der jedoch angepasst auf die Social Media Strategie der Gruppe genauestens abgestimmt werden muss, um in seiner Wertigkeit auch eine Aussagerelevanz für unser weiteres Vorgehen zu erzielen.

2.    Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Wir setzten stark auf Videoadvertising im Social Web und schauen natürlich nach weiteren Wegen, wie wir fernab vom klassischen Social Media Traffic, kommerzielle Erfolge aus unserer Social Media Performance ziehen können. Hierbei haben wir mit unserem exklusivem Zugang zu Stars und Formathighlights eine gute Ausgangslage die wir 2012 nutzen werden.

3.    Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Ich sitze schon seit langem auf diversen Konferenzen und habe mich immer gewundert, warum manche Unternehmungen im Social Web betrieben wurden – da die Frage nach dem ROI so gut wie nie gestellt wurde. Für uns war von Anfang an klar, das Social Media ein Business werden muss. Aus diesem Grund haben wir ein KPI-System entwickelt, welches aufzeigt ob unsere Aktivitäten erfolgreich sind. Wir haben den ROI im Blick und erwirtschaften mit Social Media selbstverständlich auch Gewinne. Warum andere diese Frage jetzt erst stellen, ist mir persönlich nicht klar.

4.    Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Die Schnelligkeit und die Dynamik im Geschäft – ich lerne jeden Tag neue Ideen kennen, sehe Redakteure mit leuchtenden Augen von ihren aktuellen Kampagnen erzählen und bekomme direktes Feedback vom Kunden. Ein schlicht faszinierendes Medium.

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5.    Ihr Favorit: Facebook oder Google+? Welchen Wert hat Twitter für Sie?

Mein persönlicher Favorit? FB plus G+ plus Twitter 😉 Ich nutze alle Dienste, je nach Aufgabenlage und Interessensansatz…. Twitter ist für uns 2012 ein wichtiger Partner, wie wir gerade bei „The Voice of Germany“ zeigen.

6.   Social Media Manager bei ProSiebenSat.1 Digital GmbH – wie können wir uns das vorstellen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Typisch gibt es nicht. Generell bin ich für die komplette strategische Steuerung der Social Media Aktivitäten unserer Gruppe zuständig. Es ist also kein 9 to 5 Job. Ich stehe am Morgen auf und checke kurz über die üblichen Kanäle ob in der Nacht ein Shitstorm über uns gerollt ist :) Ist das nicht der Fall fahre ich in aller Ruhe gegen halb neun ins Büro, hab 1,5 Stunden am Rechner und arbeite mich durch meine Mails. Zwischen 10 und 18 Uhr setzt i.d.R. der übliche Meetingmarathon ein und im Anschluss wird an Präsentationen, Angeboten, Kampagnen oder technischen Projekten gearbeitet…

Fünf am Freitag – mit Mirko Lange

Kurz vorm Wochenende stellen wir euch den PR-Berater Mirko Lange vor, der uns heute zu 5 Fragen über Social Media Rede und Antwort gestanden hat.

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Zur Person: Mirko Lange ist Chef der Münchner Kommunikations-Agentur talkabout communications. Er begreift sich als ein neuer Typ von PR-Beratern, die als Öffentlichkeits-ARBEITER den direkten Dialog mit den Stakeholdern suchen, auch und vor allem durch die neuen Möglichkeiten des Internets. Zudem berät er Unternehmen bei der strategischen Integration von Social Media. Zu den Kunden von talkabout gehören neben einer Reihe von Start-Ups und IT-Unternehmen  u.a. auch die Deutsche Bahn und die Commerzbank.

1. Wie definieren Sie Social Media Intelligence?

Ganz allgemein als Gegenteil von „Social Media Stupidity“. Dass man also darüber nachdenkt, was man tut. Ansonsten könnte man das sicherlich wie folgt definieren: „Verfahren und Prozesse zur systematischen Analyse (Sammlung, Auswertung und Darstellung) von Daten in elektronischer Form mit dem Ziel, Erkenntnisse zu gewinnen, die in Hinsicht auf die Ziele von Social Media bessere operative oder strategische Entscheidungen ermöglichen“… also analog zu „Business Intelligence“. Ich glaube allerdings nicht, dass „Social Media Intelligence“ aktuell irgendeine Rolle spielt – jedenfalls nicht so lange, bis sich Unternehmen überhaupt mal zu „Social Media“ strategisch verhalten – ja überhaupt erst einmal vernünftige Ziele definieren. Da fehlt es nämlich an allen Ecken und Enden. Aktuell halte ich das Thema eher für schädlich, weil es leicht dazu führt, dass man wieder alles auf irgendwelche operativen Kennzahlen ausrichtet, die überhaupt nichts aussagen.

2. Inwieweit haben Sie (Social) SEO im Unternehmen verankert?

Wir wissen, dass Inhalte, die wir ins Internet stellen – egal ob „in Social Media“ oder woanders – von Suchmaschinen indiziert werden und wir kennen die Mechanismen, nach denen sie das tun.

3. Social TV, Location Based Services, Social Gaming etc. – nur ein Hype oder ein ernst zu nehmendes Thema in 2012?

Ich sehe weder einen „Hype“ noch würde ich sagen, dass diese Themen per se „ernst zu nehmen“ sein. Aber es sind definitiv Themen. Allerdings nicht für jeden. Man muss sie sich also ganz entspannt anschauen, und dann entscheiden, ob man diese Möglichkeiten nutzt. Aber auch hier gilt: Wer sein Spiel nicht kennt, dem ist kein Wind günstig.

4. Fans zu Kunden machen oder: Was nützen 200.000 Fans, wenn keiner kauft? Wie denken Sie darüber?

Ich denke (und das meine ich wirklich ernst!), dass es in keiner Weise intelligent ist (s.o.) „Fans zu Kunden“ machen zu wollen. Im Gegenteil. Zuerst sollte man Kunden zu Fans machen. Das ist vielleicht auch meine allergrößte Kritik und auch das, was ich oben mit „vernünftige Ziele“ meinte. Zunächst: Man gewinnt im Social Web keine „Fans“. Die gewinnt man nur im echten Leben. Und dann: Wer er es nicht einmal schafft, seine Kunden zu Fans zu machen, wird es mit Nicht-Kunden noch viel weniger schaffen. Zudem erreicht man seine bestehenden Kunden ja auch leichter. Daraus folgt zwingend, dass man mit seinen bestehenden Kunden anfängt. Und wenn man das schafft, dann wird man ohnehin keine Probleme mehr haben, neue Kunden zu gewinnen. Denn dann ist man gut, und man hat viele Unterstützer.

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5. Unternehmensblog: Überflüssig seit dem Boom von Facebook und Google+ Unternehmensseiten oder immer noch ein Must-Have?

Ein Unternehmensblog war noch nie ein generelles „Must-Have“. Und natürlich gibt es immer noch sehr gute Gründe, ein Unternehmensblog zu betreiben.

Fünf am Freitag – mit Carsten Ludowig

Liebe Leser, herzlich willkommen zu der ersten Ausgabe unserer Freitagsrubrik in 2012. Carsten Ludowig von der XING AG ist der heutige Gast der Social Media Runde:

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Zur Person: Carsten Ludowig (39), Director Advertising & Partnerships bei der XING AG, ist für die Vermarktung der Plattform sowie für den Ausbau und die Leitung der Business Unit Advertising & Partnerships verantwortlich. Carsten Ludowig hat über 14 Jahre Erfahrung in der der Produktentwicklung, dem Produktmanagement und der Vermarktung digitaler Medien. Vor seinem Wechsel zur XING AG war Ludowig bei G+J Electronic Media Sales tätig. Zuvor bekleidete Ludowig sieben Jahre lang verschiedene leitende Positionen bei der T-Online Tochter Interactive Media.

1. Wie definieren Sie Social Media Intelligence?

Social Media Intelligence bedeutet für mich zuerst einmal systematisches Monitoring der verschiedenen Social Media-Kanäle. Ich muss wissen, wo und in welcher Form ein Unternehmen, mein Produkt und meine Marke gerade ein Thema sind, diese  Aktivitäten systematisch erfassen und die Informationen dann auch richtig deuten. Auch seine Zielgruppe genau zu kennen ist Social Media Intelligence. Auf XING z.B. können Unternehmen, die ein Unternehmensprofil betreiben, anhand der beruflichen Profile Ihrer Abonnenten sehen, wer diese sind und daraus ableiten, wie diese optimal angesprochen werden können.

2. Inwieweit haben Sie (Social) SEO im Unternehmen verankert?

SEO ist für uns natürlich ein wichtiges Thema und wird schon bei der Produktentwicklung mitgedacht. Zudem werden wir von einer Agentur bei der Onsite-Optimierung fachlich unterstützt.

3. Social TV, Location Based Services, Social Gaming etc. – nur ein Hype oder ein ernst zu nehmendes Thema in 2012?

Soziale Medien oder Techniken, mit denen man diese bespielen kann, sind entweder längst fest etabliert oder auf dem Wege dahin. Dies geht quer durch alle Generationen und gilt sowohl im privaten Umfeld sowie im Business-Kontext. Nehmen wir Location Based Services: Bei XING setzen wir z.B. mit dem „Mobile Handshake“ auf LBS, eine mobile Funktion, mit dem sich zwei Nutzer, die sich z.B. auf einer Konferenz begegnen, per Smartphone verbinden können. Auch auf die Werbung hat der Social Trend natürlich großen Einfluss: Social Advertising wird in diesem Jahr auch auf unserer Plattform an Bedeutung gewinnen.

4. Fans zu Kunden machen oder: Was nützen 200.000 Fans, wenn keiner kauft? Wie denken Sie darüber?

Ich denke, dass man das Investment in Social Media-Aktivitäten nicht anhand von kurzfristig gedachten KPIs, sondern anhand des langfristig generierten Wertes für die Marke bewerten sollte. Allein die Tatsache, dass ein Unternehmen sich in sozialen Medien engagiert, zahlt aber schon auf die Marke ein, zeigt das Unternehmen doch damit, dass es eine zeitgemäße Form nutzt, um mit potentiellen Bewerbern, Kunden und Interessenten zu kommunizieren.

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5. Unternehmensblog: Überflüssig seit dem Boom von Facebook und Google+ Unternehmensseiten oder immer noch ein Must-Have?

Unternehmensblog und Unternehmensseiten, das ist für mich kein Entweder-Oder, sondern ein Und. Der Unternehmensblog kann als eine Art Home Base fungieren, ein zentraler Platz, auf dem Themen ausführlich behandelt werden können. Unternehmensseiten und andere soziale Kanäle sind wichtig, um diese zu verbreiten und Besucher zu triggern.

Fünf am Freitag – mit Sebastian Keil

Heute dürfen wir bei uns Sebastian Keil, Etat-Direktor und Leiter Beratung bei Scholz & Friends Digital in Hamburg, begrüßen.

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Zur Person: Keil (37) studierte Amerikanistik an der Universität in Hamburg. Nach seinem Magisterabschluss begann er seine Karriere bei WBN: Büro für Kommunikation als PR-Berater, wo er später die Leitung der Unit WBN:DIGITAL übernahm und für die Projektleitung, das Business Development und die Neukundenakquise zuständig war. Seit 2011 ist er als Leiter Beratung bei Scholz & Friends Digital und betreut Kunden wie Opel, Vodafone, BIG Direkt und Robinson. Sebastian Keil erhielt 2006 eine Auszeichnung beim PR Report Award. Er führt seit fünf Jahren einen Videopodcast und bloggt.

1. Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

In welcher Form auch immer, das Zuhören gehört auf jeden Fall zu einer Aktion oder Kampagne dazu. Wie ausgeprägt man das gewichtet ist natürlich von Strategie und Kreation abhängig, aber man sollte schon geordnet im Auge behalten, was drumherum passiert.

2. Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Im deutschsprachigen Raum werden wir Gehversuche im Facebook-Commerce sehen, und ich hoffe auf weniger konstruierte Cases insgesamt. Ich glaube das vor allem zu niedrige Budgets und zu unerfahrene Dienstleister dafür verantwortlich waren, dass es in der Vergangenheit nur wenig „Verkauf“ im Social Web gab, der echt Spaß gemacht hat. Und wenn es Spaß macht und der Preis ok war, dann erzähl ich davon auch meinen Freunden…

3. Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Aktuelle Debatte? Die Frage gibt es seit knapp 5 Jahren und jedes Jahr wieder. Wir sprechen hier über Unternehmensziele, die man mit Hilfe von Social Media erfüllen möchte. Und dann gibt es Kampagnenziele, die erreicht werden wollen. Das kann man nur unterstützen, denn nur so kann man eine Aktion fundieren und ausrichten – mit genauen Zielvorgaben. Hinterher muss man sich dann einen Review gefallen lassen. Auch das kann ich nur unterstützen, denn nur so können Unternehmen und Agentur lernen. Bedeutet das, dass hinter jeder Aktion eine Eurosumme steht? In keinem Fall, ROI steht für mich nicht automatisch für Quantitatives

4. Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Der Facettenreichtum, das Angebot, das Persönliche.

5. Ihr Favorit: Facebook oder Google+? Welchen Wert hat Twitter für Sie?

Facebook sehr privat und Twitter immer und überall. Google+ habe ich nicht so integriert, auch weil sich mit dem neuen Job mein Tagesablauf etwas verändert hat. Aber das kann noch kommen.

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6. Etat-Direktor Digital bei Scholz & Friends – wie können wir uns das vorstellen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Das tolle an der Arbeit in einer Werbeagentur ist ja, dass es selten zwei Tage gibt, die gleich aussehen. In der letzten Woche war ich sehr viel in Abstimmungsmeetings mit Kreativen und Kunden, bin zu Kunden gereist, um mit Kollegen neue Ideen vorzustellen und habe viel telefoniert. Wenn möglich habe ich aber morgens eine Sondierungsphase in der ich aktuelle News und Blogposts lese, und gezielt den Tag priorisiere. In der Regel gelingt es mir, das Büro relativ pünktlich zu verlassen, um dann abends nachdem die Kinder im Bett sind noch ein bisschen zu arbeiten.

Fünf am Freitag – mit Mirko Kaminski

Der heutige Gast unserer digitalen Fragerunde ist Mirko Kaminski (40), Inhaber und CEO der Kommunikationsagentur achtung!, Hamburg und München.

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Zur Person: Während seines Studiums der Politik arbeitete Mirko Kaminski bei Radio Schleswig-Holstein als Redakteur sowie zuletzt als Produzent der Morningshow. Nach Abschluss des Studiums wechselte der gebürtige Fehmaraneri zu Burson-Marsteller nach Frankfurt und beriet dort in erster Linie Finanzdienstleister. Bei der Citibank war er anschließend als Pressesprecher tätig. 2001 gründete Kaminski die achtung! kommunikation GmbH – heute kurz achtung! Die Agentur beschäftigt 100 Mitarbeiter und ist unter anderem für eBay, Deutsche Bahn, Duden, Vapiano, Jaguar, Lego und Zewa tätig.

1.    Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

Sie würden wahrscheinlich gern – weil gut fürs Geschäft – „zwingend erforderlich“ hören. Aber meine – vielleicht unbefriedigende – Antwort ist: Kommt drauf an!

2.    Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Da müsste ich erstmal Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, unseren Top-Digital-Strategen, und sein Team fragen. Generell aber ist selbst mir klar, dass mehr und mehr CRM- und Social-Media-Daten zusammengeführt werden dürften, um zu noch deutlicheren Personenprofilen und somit passgenauen Angeboten zu kommen.

3.    Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Ach, wenn doch nur all die Energie, die in den vergangenen Jahren – und zwar nicht nur bezüglich Social Media – in ROI-Debatten draufgegangen ist, in starke Kommunikationsstrategien und -ideen geflossen wäre! Klar, Kommunikation muss Ziel haben und Ergebnisse zeigen. Aber Ziel und Ergebnis lassen sich bei weitem nicht immer in Euro angeben.

4.    Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Die Unmittelbarkeit und die unverzügliche Resonanz. Ich nutze diese Möglichkeiten zuweilen, um im Kleinen unauffällig und risikoarm Ideen zu testen, die womöglich später zu Konzepten werden.

5.    Ihr Favorit: Facebook oder Google+? Welchen Wert hat Twitter für Sie?

Sie alle haben ihren Wert, ständiger Favorit aber ist keiner für mich. Das wechselt abhängig davon, was ich gerade mitteilen, beobachten oder aber anstoßen möchte. Da ist mal der eine, mal der andere weiter vorne.

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6.   CEO und Social Media – wie passt das zusammen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Ich werde manchmal von anderen Agenturgeschäftsführern gefragt, woher ich überhaupt die Zeit nehmen würde, „so viel“ im Social Web zu machen. Meine Gegenfrage ist dann immer: „Wie habt Ihr denn nur Euren Laden organisiert, dass Ihr dafür keine Zeit habt?“

Fünf am Freitag – mit Alexander Hauser

Heute begrüßen wir zur unseren Runde Alexander Hauser, Geschäftsbereichsleiter Online-Marketing bei Sparkassen-Finanzportal GmbH.

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Zur Person: Alexander Hauser leitet den Geschäftsbereich Online-Marketing beim Sparkassen-Finanzportal. Auf Agenturseite betreute Herr Hauser namhafte Markenetats wie Mercedes-Benz, Panasonic, Ramazzotti oder Levi’s, bevor er in die Finanzwirtschaft wechselte. Seit 2004 ist er im Social Web aktiv und berät in seiner jetzigen Funktion Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe im Aufbau Ihrer Social Media-Aktivitäten.

1. Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

Social Media Monitoring ist in der Sparkassen-Finanzgruppe ein essentielles Basiswerkzeug in der Kommunikation. Zum einen als Grundlage unseres eigenen Reputationsmanagements, zum anderen aber auch als Marktforschungstool und zur Resonanzmessung unserer Social Media-basierten Kampagnen wie die diesjährige „Giro sucht Hero“-Kampagne.

2. Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Ich sehe nicht unbedingt den Trend, Produktabschlüsse direkt über Social Media-Plattformen zu tätigen, vor allem nicht im Finanzdienstleistungsbereich. Aber die Meinungsbildung und Informationsaggregation zu Produkten und Dienstleistungen wird massgeblich auch über Social Media bestimmt. Daher ist es für uns wichtig, in Social Media-Umfeldern Informationen und Angebote bereit zu halten, die es unseren Kunden und Zielgruppen möglichst einfach machen, mit uns zu interagieren und die auch einen Mehrwert darstellen.

3. Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Die Social Media-Aktivitäten einer Marke oder eines Unternehmens können nicht im luftleeren Raum stattfinden, daher ist die Diskussion um messbare Ergebnisse wichtig und richtig, um auch die damit verbundenen Aufwände zu rechtfertigen. Der ROI kann aber nicht oder nicht nur anhand von Umsatz- und Ertragsgrößen definiert werden, Social Media ist komplexer als das. Den Ansatz der Social Media Balanced Scorecard zeigt hier vielfältige Aspekte jenseits von rein finanziellen Größen, die den ROI definieren können.

4. Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Als gelernter „klassischer Werber“ hat es mich früher immer gestört, daß man zuerst eine groß angelegte Kampagne umsetzt und danach wiederum viel Geld in Marktforschung anlegen musste, um nachzuweisen, wie sich die Imagewerte meiner Zielgruppe in Bezug auf mein Produkt oder meine Dienstleistung verändert haben. Onlinekommunikation und im speziellen Social Media-Kommunikation gibt mir unmittelbares Feedback, wo ich mit meiner Marke und meinem Produkt stehe. Viele Unternehmen scheuen noch den Social Media Dialog aus Angst vor Kritik und negativen Äusserungen. Das Gegenteil sollte der Fall sein: begrüßen Sie Kritik, begegnen Sie ihr auf Augenhöhe und sehen Sie darin immer eine Chance zur Verbesserung ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung. Die Sparkassen haben in Deutschland 50 Millionen Kunden und die sagen uns schon sehr genau, wo der Schuh drückt. Unsere Pflicht ist es, dem Kunden zuzuhören und ihn Ernst zu nehmen, gerade in Zeiten einer Finanzmarktkrise.

5. Bevorzugen Sie Facebook oder Google+ ? „Liken Sie noch, oder Plussen Sie schon?“

Wir „liken“, beobachten die Entwicklungen rund um Google+ aber weniger aus dem Social Media-Blickwinkel sondern mehr aus dem SEM / SEO-Blickwinkel. Für Social Media-Dialog hat Google+ derzeit noch einige Defizite (Reichweite, fehlende Interaktionsmöglichkeiten auf Unternehmensseiten, kryptische URL’s, Adminstrukturen von Unternehmensseiten), die aus unserer Sicht erstmal gelöst werden müssen, bevor wir aktive Präsenzen dort in Betracht ziehen würden.

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6. Geschäftsbereichsleiter Online-Marketing bei Sparkassen-Finanzportal GmbH – wie können wir uns das vorstellen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Als zentraler Internetdienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe beraten und unterstützen wir die 428 Sparkassen in Deutschland in allen Belangen des Online-Marketings und -Vertriebs. Durch die dezentrale Struktur der Sparkassen ist das viel mit Reisetätigkeit verbunden, die einen auch in die ländlicheren Gebiete Deutschlands führt. Social Media ist momentan auch das bestimmende Thema unserer Gespräche mit den Sparkassen, da wir uns früh dem Thema gewidmet haben können wir unseren Sparkassen schon sehr ausführliche Informationen und Services rund ums Thema anbieten. Social Media Monitoring zum Beispiel ist hier für die meisten Sparkassen ein unverzichtbares Tool geworden, um eben auch die Diskussion im Social Web zum eigenen Institut besser erfassen und bewerten zu können um letztendlich auch in einen aktiven Dialog mit den Kunden zu treten.

Fünf am Freitag – mit Roland Hachmann

Am heutigen Freitag steht uns Roland Hachmann, Head of Social Media Marketing bei DDB Tribal Hamburg GmbH, Rede und Antwort.

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Zur Person: Roland Hachmann leitet bei DDB Tribal die Social Media Taskforce bestehend aus Social Media Strategen und Community Managern. Seit 1998 berät Roland Hachmann Kunden in vielen verschiedenen Facetten des Online Marketing, von Online Advertising über Website Projekte, Social Media Marketing bis hin zu E-Mail Marketing. Zusätzlich hält Roland Hachmann Vorträge auf Veranstaltungen und schreibt unregelmäßig Fachartikel für Publikationen. Bisherige Stationen von Roland Hachmann waren Ogilvy Frankfurt, sowie Ogilvy Paris.

1. Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

Social Media Monitoring ist ein zwingend erforderliches Tool in einer Strategie. Wie häufig und wie detailliert ein Unternehmen Social Media Monitoring betreibt hängt von der jeweiligen Marke und Social Media Strategie ab. Das Zuhören, Auswerten und Ableiten von Handlungen ist jedoch für jedes Unternehmen heutzutage ein Muss.

Für uns als Kreativagentur leistet Social Media Monitoring an zwei Stellen im Prozess einen Wertbeitrag: Anfangs hilft es uns, wertvolle Consumer Insights für das Kreativbriefing zu gewinnen. Zum Abschluss einer Kampagne, Social Media Aktion oder einfach nur zum Ende eines bestimmten Zeitabschnitts, können wir anhand des Monitorings den Erfolg und die Wirkung unserer Tätigkeiten hinsichtlich der Gespräche und Meinungen zur Marke im Web messen.

2. Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Aus Markensicht wird es weiterhin wichtig sein, möglichst nahe an oder sogar mitten in den Netzwerken der Zielgruppe zu sein. Daher werden wir noch sehr viel mehr Commerce auf Facebook sehen. Die Möglichkeiten hinsichtlich Sharing sowie Newsfeed-Meldungen können zu schwarmhaften Einkaufsverhalten führen, was interessante Möglichkeiten für Marken eröffnet. Ob Social Commerce Features von den Nutzern angenommen werden wird, muss sich natürlich zeigen.

Aus Sicht der Zielgruppe sind Informationen aus dem eigenen Social- oder Interestgraph während des Kaufprozesses im Prinzip durchaus interessant. Wer von meinen Freunden oder meinen Kontakten mit ähnlichen thematischen Interessen hat das gleiche gekauft, was haben sie damit kombiniert? Ein extrem interessanter Mehrwert für die Zielgruppe.

3. Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Die Frage muss dringend gelöst werden. Social Media hat in vielen Unternehmen einen festen Platz im Marketing Mix bekommen, dennoch sind viele Marketingverantwortliche weiterhin unsicher was den Wertbeitrag von Social Media betrifft.

Es gibt viele Messgrößen, die als KPI herangezogen werden, in Ermangelung von Erfahrungswerten können diese jedoch nicht klar beurteilt, geschweige denn mit anderen KPI im Bereich der Marketing Kommunikation verglichen werden.

Viel zu oft wird nach dem direkten Abverkaufs- oder Vertriebsanbahnungsbeitrag gefragt. Dieser lässt sich aber nur selten konkret ermitteln. Stattdessen tragen viele Social Media Marketing Aktionen zum Image der Marke und zur Kunden- oder Prospectbindung bei. Aber auch hier gibt es noch keine allgemein etablierten und anerkannten KPI. Was ist ein Fan wert, was ein „Like“ oder ein Kommentar?

In anderen Bereichen (z.B. Klassische Werbung) wird für viele KPI Marktforschung betrieben. Im Social Media Bereich ist das selten der Fall. Ich vermute das liegt u.a. daran, dass die vielen im Online Bereich messbaren KPI wie z.B. Klicks oder Visits eine Statistik-Nebelwolke produzieren, sodass andere sehr wichtige Faktoren (Awareness, Image, Einstellung zur Marke, etc.) gar nicht erst in Betracht gezogen werden. Auch Gesprächs- und Stimmungs-KPI wie sie in einem Social Media Monitoring ermittelt werden, haben noch keinen adäquaten Stellenwert in der Erfolgmessung erreicht.

Das ist schade, denn ich glaube mit den richtigen branchenweit oder zumindest unternehmensweit anerkannten Methodiken könnte Social Media sehr viel besser seinen Wertbeitrag im Marketing Mix beweisen.

4. Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Das könnte eine längere Antwort werden… Mich begeistern die Möglichkeiten, die User heutzutage haben, selbstbestimmte Mediennutzung zu genießen. Die Möglichkeit zu vernetztem Dialog, Interaktion mit Marken und Unternehmen. Die Möglichkeiten der Selbstdarstellung durch einfachste Publikationsmöglichkeiten in großen oder kleinen Netzwerken. Jeder kann heutzutage in jeglicher Nische Gleichgesinnte finden und sich mit ihnen austauschen.

Beruflich ist es für mich eine konsequente Evolution dessen, was ich seit 1998 mache: Online Marketing, Interactive und Direkt Marketing und jetzt eben Social Media Marketing. Marketing Kommunikation auf Beziehungsebene.

5. Bevorzugen Sie Facebook oder Google+ ? „Liken Sie noch, oder Plussen Sie schon?“

Für private Zwecke bevorzuge ich weiterhin Facebook, da sich mein privates soziales Netzwerk fast ausschließlich dort aufhält und postet. Google+ wird beruflich immer wichtiger, allerdings eher in ähnlicher Art und Weise, wie Twitter: dort verfolge ich vorrangig Links + News aus der Branche. Bisher hat sich G+ aber noch nicht als gleichwertig gezeigt.

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6. Head of SoMe Marketing bei DDB Tribal Hamburg GmbH – wie können wir uns das vorstellen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Neben E-Mails checke ich morgen als erste meine Feeds und Twitter Timeline. Um 9:45h hat unsere Social Media Taskforce ein 15 minütiges „Trendscouting“ Meeting – jeder aus dem Team ist aufgefordert, ein interessantes Social Media Netzfundstück der letzten 24h zu zeigen. Der Rest des Tages ist angefüllt mit Projektmeetings in der Taskforce oder mit anderen Teams der Agentur (Beratung, Kreation, Konzeption, etc.) mit denen unsere Taskforce Social Media Projekte zusammen umsetzt. Oder eben mit dem Schreiben von Präsentationen, E-Mails abarbeiten, etc. Abends schreibe ich hin und wieder Blogposts für meine Blogs Netzfischer (www.netzfischer.de) und Web Jungle (www.web-jungle.com). Die Frequenz schwankt allerdings stark je nach Workload im Job. In letzter Zeit war nicht viel Zeit dafür…

Fünf am Freitag – mit Harald Fortmann

Unser Gesprächspartner heute ist Harald Fortmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Yellow Tomato GmbH.

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Zur Person: Harald R. Fortmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Yellow Tomato GmbH, ist seit 1996 in der Digitalen Wirtschaft aktiv. Neben den geschäftlichen Aktivitäten ist er seit 2005 Vizepräsident des BVDW e.V. sowie Studienleiter (Standort Hamburg), Dozent und Mitglied des Prüfungsausschusses der DDA für den von ihm mitinitierten Lehrgang zum Fachwirt Online Marketing BVDW. Seit 2010 ist Harald R. Fortmann einer der wenigen Google Certified Trainer. Er  ist zudem in diversen Fachbeiräten zu Veranstaltungen und Publikationen rund um den Bereich des Online Marketings aktiv.

1.    Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

Weder noch. Es kommt auf die Ziele und den Status Quo des Kunden an. Social Media ist für Unternehmen zweifelsohne immer wichtiger, stellt aber noch die Kür dar. Wenn die Pflichtaufgaben noch nicht erfüllt sind, macht es auch keinen Sinn Ressourcen in diesem Bereich zu investieren. Für Unternehmen die bereits im Digitalen Marketing und der Digitalen Kommunikation tätig sind ist es zweifelsohne erforderlich. Vor einer jeder Strategie im Bereich Social Media gilt für mich das chinesische Sprichwort „Der Mensch hat 2 Augen und 2 Ohren – aber nur 1 Mund.“. Erst mal zuhören, dann verstehen und darauf eine Strategie aufbauen.

2.    Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Im Bereich der Empfehlung durch Gleichgesinnte. Trendsetter werden so noch mehr an Bedeutung für Unternehmen gewinnen, da sie viral die Qualitäten eines Produktes verbreiten.

3.    Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Typisch Deutsch. Anders als in den USA steht hier die Frage nach dem „Was kommt denn dabei raus?“ immer am Anfang einer Entscheidung. Die Kunden sollten lernend erfolgreich sein, dann stimmt auch der ROI.

4.    Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Die Möglichkeit der schnellen globalen Kommunikation und die Recherche nach Themen. Irgendein Follower hat meistens einen Tipp zu einer Frage; ab und zu schlägt Follower-Power selbst Google.

5.    Bevorzugen Sie Facebook oder Google+ ? „Liken Sie noch, oder Plussen Sie schon?“

Weder noch. Ich habe Facebook vor ca. 1,5 Jahren verlassen, da das Thema Datenschutz hier mit Füssen getreten wird. Es sind deutliche Verbesserungen zu sehen, aber ich bin noch nicht überzeugt worden, zurück zu kehren.

Google+ nutze ich passiv – ich bin gespannt, wo hier die Reise hingeht.

Mein Herz schlägt für Twitter. Kurz, knapp, relevant. Mehr brauche ich nicht.

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6.    Geschäftsführender Gesellschafter bei Yellow Tomato – wie können wir uns das vorstellen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Nach meiner langen Zeit in US Konzernen war die Gründung der Yellow Tomato innerhalb der Pixelpark Gruppe ein neuer Weg für mich. Schwerpunkt Deutschland, deutsches Bord, Springer&Jacoby Werte. Nach 2,5 Jahren kann ich sagen es war der richtige Weg. Das Führungsteam ist eines der besten in deutschen Agenturen, Werte und Menschen stehen hier im Vordergrund und bilden die Basis für erfolgreiches Unternehmertum. Ich bin den USA noch sehr verbunden und oft da um mir Visionen zu holen, das brauche ich dann ab und zu um aus dem „deutschen“ zu entfliehen.

Wir sind klasse gewachsen aber immer noch ein Start-Up und ich freue mich, anders als in meiner AOL Geschäftsführungsposition, jeden Tag sehr nah am Kunden zu sein. Ich setze immer wieder auch persönlich Display oder Search Kampagnen auf – nur so kann man einen Kunden auch ernsthaft beraten.

Dazu mein Don Quichote Kampf für den BVDW in Sachen Bildung und Personalentwicklung. Eine Passion und mittlerweile haben wir auch die ein oder andere Windmühle bezwungen! Aber schaut einfach mal rein: www.hrfortmann.de und www.yellow-tomato.de

Fünf am Freitag – mit Markus Teschner

Heute dürfen wir Markus Teschner, Produktmanager im Bereich Internet bei der Immowelt AG, bei uns begrüßen.

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Zur Person: Markus Teschner ist Produktmanager im Bereich Internetentwicklung bei der Immowelt AG. Social Media ist für ihn nicht nur ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit, sondern auch seine private Passion. Neben dem Job bei der Immowelt AG organisiert er zahlreiche Events mit: zum Beispiel das Barcamp Nürnberg, das Startup Weekend Nürnberg und den Webmontag Franken.

1. Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

Social Media Monitoring ist auf jeden Fall zwingend erforderlich und wird bei uns auch schon seit etwa zwei Jahren betrieben. Wir behalten dadurch ganz gezielt im Blick, wie unser Unternehmen im Netz gesehen wird – egal, ob von Immobiliensuchenden, Kunden oder unseren Geschäftspartnern. Treten Fragen oder Probleme auf, können wir schnell reagieren. Natürlich beobachten wir auch den Markt, um Trends frühzeitig zu erkennen und in unsere Produktentwicklung miteinfließen zu lassen.

2. Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Für Unternehmen, die vom Abverkauf von Produkten leben, sind die Spielarten des Social Commerce, wie Facebook-Commerce oder Mobile-Commerce, sicher interessant. Für unser vor allem dienstleitungsorientiertes Produktportfolio spielt Social Commerce momentan jedoch keine Rolle.

3. Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?
Einerseits betrachten wir unsere Social Media Aktivitäten als Werbe- bzw. Kommunikationsmaßnahme: Wir erhöhen damit unsere Bekanntheit, erschließen neue Zielgruppen und können in direkten Kontakt mit Immobiliensuchenden und Kunden treten. So betrachtet ist Social Media für uns sehr wertvoll – ein ROI ist aber nicht direkt messbar. Andererseits ist Facebook inzwischen eine Plattform, über die Immobilien gesucht und auch gefunden werden, sodass wir mit unserer Präsenz dort auch messbar unsere Reichweite erhöhen.

4. Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Social Media ermöglicht eine unmittelbare, direkte Kommunikation mit sehr niedrigen Hemmschwellen, sodass Fragen schnell beantwortet und Probleme schnell gelöst werden können. Außerdem ist es ein Leichtes, viele Zielgruppen anzusprechen, mit ihnen in Kontakt zu treten und im Gespräch zu bleiben.

5. Bevorzugen Sie Facebook oder Google+ ? “Liken Sie noch, oder Plussen Sie schon?”
Wir versuchen immer dort zu sein, wo unsere Nutzer sich aufhalten. Momentan liegt unser Hauptaugenmerk auf Facebook, weil die Reichweite dort verglichen mit anderen Social Networks am höchsten ist. Laut einer aktuellen GfK-Studie vom August 2011, in der die Unique User-Zahlen ausgewählter sozialer Netzwerke verglichen wurden, geht Facebook mit einer Reichweite von über 52 Prozent deutlich in Führung. Natürlich beobachten wir Google+ und werden aktiv werden, sobald sich dessen Reichweite erhöht.

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6. Produktmanagement und Social Media – wie sieht Ihr Tagesablauf aus? Wie eng ist es mit Ihrem Tagesgeschäft verknüpft?
Als Produktmanager behalte ich über Social Media die neusten Trends und Technologien im Blick, die für neue Produktentwicklungen interessant sein könnten. Oft erreicht mich auch das Feedback unserer Kunden über diesen Weg, sodass ihre Anregungen oder Probleme direkt in meine Arbeit einfließen können. Außerdem arbeite ich eng mit unserer Unternehmenskommunikation zusammen, zu deren Aufgaben das Social Media-Tagesgeschäft der Immowelt AG gehört. Sie kommunizieren mit den Fans, beantworten Fragen und entwickeln immer neue Aktionen für Facebook und Twitter.

Wir bedanken uns beim Herrn  Teschner und freuen uns bereits auf unseren nächsten Gesprächspartner.