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5 am Freitag – Sten Franke – Trends im Social Media Monitoring und Commerce

Sten Franke

Sten Franke

Sten gründete 2006 die ethority-Unternehmensgruppe (40+ Mitarbeiter) und entwickelt Social Media Intelligence Technologien (gridmaster Social Media Monitoring & Commerce Technologie), Marketing-Tools, -Strategien, Kommunikationskonzepte und Forschungsprojekte für Social Media. Die in Hamburg ansässige ethority betreut in diesem Bereich mehr als 50 Bluechips und Brands weltweit.

1. Social Media Monitoring im Jahr 2012: Aus Deiner Sicht ein „must-have“ oder nur ergänzend zu einer bestehenden Strategie?

Social Media Monitoring gehört längst in einigen Unternehmen und Organisationen zu den Standard-Tools zum Zuhören bzw. oder neudeutsch „Social Media Listening“. Viele Firmen beginnen nach den ersten Erfahrungen im Zuhören jetzt auf höherwertige Lösungen beim Social Media Monitoring zu setzen, um einen „Status Quo“ zu evaluieren und danach mittels eines Prototypen ein Data-Set zu entwickeln, welches strategischen Input liefert – Social Media Intelligence.

Für die aktive Einbindung von Social Media Maßnahmen in Marketing, Kommunikation, CRM, dem sogenannten „Act & Engage“, ist es wichtig zu untersuchen, was diese Maßnahmen bringen. Vor allem vor dem Hintergrund des ROI (Return on Investment) und der Frage, welche Werte und Indikatoren (KPIs) man tatsächlich tracken sollte. Deshalb haben wir im Sommer 2011 mit unserer gridmaster Social Media Monitoring Technologie das KPI- und ROI-Tracking, als einer der ersten Social Media Intelligence Provider in Europa, eingeführt.

2. Welche Trends im Social Commerce siehst du als am vielversprechendsten?

Der Trend über den momentan viel gesprochen ist das Thema Data. Die Koppelung von Social Media Data, Scorings & Predictions (gridmaster) mit der E-Commerce Plattform, dem CRM-System, aber auch mit dem Shop selbst. Der Social-Shopper bekommt sicherlich zukünftig je nach Grad seiner sozialen Vernetzung auf Plattformen besondere Rabatte bei Shops (oder Finanz-Credits) plus einen Gutschein, wenn er seinen Kauf bzw. dessen Bewertung mit seiner Community teilt. Die Bedeutung von Social Commerce Scoring Tools nimmt sicherlich zu. Klout ist hier Vorreiter. Customer Ratings & Reviews in Onlineshops etablieren sich als nachhaltiger Faktor für die Steigerung der Sales um bis zu 67% (Link Bazaarvoice.de) – Kundenrezensionen zu Produkten in den Shops (z.B. bei Otto.de) und auf Social Commerce Shopping Seiten (www.shopsquad.com).
Video Reviews (Hauling) zu Produkten werden Einzug halten und durch ihre Authentizität und Glaubwürdigkeit das Vertrauen in Produkte und Kaufentscheidungen extrem steigern. Augmented Reality Apps mit Commerce-Anbindung für virtuelle Anproben und Demos sind auf dem Vormarsch. Alle diese Elemente sind natürlich über Sharingmechanismen mit Social Media verbunden.

3. ROI in Social Media – ein kontrovers diskutiertes Thema. Wie schätzt du die aktuelle Debatte ein?

Die Schlüsselfrage – Wer bezahlt die Rechnung? Natürlich, wir wollen alle wissen was uns Social Media bringt. Daher ist das ROI-Thema zurecht ein Vieldiskutiertes. Unser ROI-Calculator ist ein guter Ansatz, die geleistete Arbeit messbar zu machen. Die monetären Auswirkungen auf Customer Support, Produktentwicklung, Innovation Research, Brand-Awareness, Employer-Branding etc. lassen sich natürlich auch bestimmen.

4. Was begeistert dich täglich an Social Media?

Social Media hat die Welt wie wir sie sehen und erleben absolut bereichert. Neue Freunde oder Gleichgesinnte zu finden, globale Kontakte zu pflegen, Karrierechancen zu maximieren oder einfach nur die Freude über ein gewonnenes Fußballspiel der Lieblingsmannschaft mit anderen zu teilen, nie war das einfacher. Unsere Art zu kommunizieren und zu interagieren ist von einer besonderen Nähe und Transparenz gekennzeichnet. Und das Schöne daran, jeder kann mitmachen! 😉

5. Facebook oder Google+? Wie wertvoll ist Twitter ?

Jede Plattform hat ihre Vorteile: Facebook nutze ich mehr privat, Google+ und Twitter nutze ich vorrangig für den Job.

Zum Schluß noch in Hinweis eigener Sache: Make your influence count – TODAY. I have been nominated as candidate to the „next top 100 European personalities influence“ the digital industry over the next 12 month. You have until the 21 February to vote on my candidacy. Make a difference and click on the link and select vote. http://nextberlin.eu/person/sten-franke/ Thank you, much appreciated!

ethority Weblog im neuen Design!

Das Blog von ethority erscheint von nun an in einem neuen Look! Als Vorgeschmack auf den Relaunch unseres gesamten Unternehmensauftrittes erscheint das Blog von ethority im brandneuen Design: Im puristischen Weiß und Grau gehalten, bieten übersichtliche sechs neue Kategorien einen Einblick in und um die Welt von Social Media:

Brands & Markets: Hier dreht sich alles um die Frage: Wie bewegen sich Unternehmen und Brands in der neuen digitalen Welt? In „Brands & Markets“ findet man Artikel, die die Veränderung der Märkte durch den Kommunikationswandel der Gesellschaft dokumentieren. Es ist die Rubrik, in der die Best und Worse Practices der einzelnen Branchen und Märkte gezeigt und bewertet werden.

The Lab: Hier plaudert ethority aus dem Nähkästchen und berichtet von innovativen Online-Forschungsmethoden wie z.B. Netnography, semantische Textanalyse oder Trendmonitoring, die bei ethority zum Tragen kommen. Gastbeiträge aus dem Research- und Strategie-Bereich finden hier ihren Platz.

How to: In den Artikeln dieser Kategorie werden Tipps & Tricks verraten, wie sich professionelle Kommunikatoren und Marketer in Social Media optimal bewegen und was beachtet werden muss, um aus dem eigenen Social Media Engagement eines Unternehmens eine Erfolgsgeschichte entstehen zu lassen.

Online Trends: Hier geht es um alles, was neu und innovativ ist und sich schon heute als Trend abzeichnet und um die Frage, wie lsich die neuen Trends in Marketing und PR von Unternehmen einbinden lassen?

The Big Picture: In dieser Kategorie werden die Entwicklungen in Social Media in Weitwinkelperspektive betrachtet: Was verändert sich im Laufe des Wandels von der Gutenbergära zur digitalen Netzwerkgesellschaft? Wie verändern sich Kommunikation, Politik und Mediennutzung? Befinden wir uns inmitten einer medialen Revolution?

Weekender: Der Weekender ist eine Zusammenfassung der vergangenen Woche. Im Laufe jeder Woche wird über unseren ethority Twitter-Stream bereits auf interessante Fundstücke aus dem Netz hingewiesen. Die vier Linktipps, die am häufigsten geklickt wurden und sich somit als „Trending Topics“ erwiesen haben, finden sich auch im Weekender wieder. Außerdem werden wir jeden Freitag noch einmal auf den beliebtesten ethority Blog Artikel der vergangenen Woche hinweisen. Zusätzlich küren wir das Social Media Fundstück sowie das Zitat der Woche.

Events: Unter „Events“ finden sich Beiträge zu wichtigen und interessanten Events aus dem Social-Media-Bereich.

P.S.: Auch unser Twitter-Stream kleidet sich neu!

Social Media Fitness

Foto von Naama (Creative Commons)

Foto von Naama (Creative Commons-Lizenz)

Als ich am Mittwoch von meinem Vortrag zum Thema „Katholisch 3.0“ (Programm) in Berlin nach Hause geflogen bin, habe ich die Wartezeit mal wieder damit überbrückt, in einer der Zeitschriften zu blättern, die am Flughafen Tegel ausgelegt sind. Eines der Features handelte vom Radfahren als Fitnessübung. Und darin fand ich einen Kurzdialog zwischen einem Fitnesstrainer und einem Radfahr-Novize. Der Fitnesstrainer empfahl (das ist alles sinngemäß aus der Erinnerung wiedergegeben), mehrmals in der Woche in die Pedalen zu treten, um ein gutes Fitness-Niveau zu erreichen. Darauf fragte der Radfahrer, wie lange er dieses Training durchhalten muss. Und der Trainer antwortete: das ganze Leben lang.

Genau dasselbe gilt auch für Social-Media-Aktivitäten. Immer wieder kommt die Frage, wie lange eine Social-Media-Kampagne denn laufen muss, um die Reputation oder das Markenimage zu verbessern und einen Ruf als dialogfähiges Unternehmen zu gewinnen. Die Antwort lautet auch hier: das ganze Leben lang.

Social-Media-Kanäle wie Blogs, Microblogs, Foren oder Social Networks zeigen ihre wahre Stärke nicht schon nach wenigen Tagen Kampagnenlaufzeit, sondern entwickeln ihre Dynamik erst mit der Zeit. Dann aber können immer wieder exponentielle Wachstumsabschnitte auftreten, nämlich wenn die Freundesfreunde aktiv werden.

Aber auch aus einer anderen Perspektive ist ein nachhaltiges Vorgehen bei Social Media sinnvoll: Man hat es hier mit „Freunden“ und Gemeinschaften zu tun. Gewachsene soziale Strukturen, die man nicht einfach nach dem Ende einer Werbekampagne wegwerfen darf. Lieber sollte man sich Gedanken darüber machen, welchen Mehrwert man diesen Gemeinschaften auch nach dem Ende einer Kampagne bieten könnte – und damit meine ich keine einfallslosen Newsletter!

Wer jetzt enttäuscht ist, weil er sich unter dem Titel Social Media Fitness etwas anderes vorgestellt hat, findet vielleicht auf diesen Seiten einige spannende Anregungen. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Corporate Weblog – Mit dem Kunden auf Augenhöhe

Viel wurde schon geschrieben über DOs und DON‘Ts beim Corporate Blogging. Jeremiah Owyang stellt in seinem aktuellen Post einen sehr sinnvollen Regelkatalog für Unternehmen auf, die den Schritt hin zum direkten Kundendialog wagen.  Grundsätzlich werden dabei acht Punkte angeführt, die in diesem Zusammenhang von den Kommunikationsverantwortlichen unbedingt beachten werden sollten.

1. Writing style:
How you write indicates how real you can truly be
Great: Blog is written in a human voice
Bad: Content looks vetted by corp comm
Horrible: Rehashed press release

Der Stil in dem der Blog verfasst ist muss sich von der angestammten Kommuniaktionsweise von Unternehmen unterscheiden. In einem Blog geht es zum größten Teil um persönliche Statements und Einschätzungen. Daher sollte ein Blog nicht geschrieben werden wie eine Pressemitteilung, sondern er soll im Großen und Ganzen die persönlichen Einschätzungen des Autors wiedergeben. Es geht in einem Corporate Blog, soweit es möglich ist, darum, die persönliche Note des Autors zu erfassen.

2.Topics:
What does the blog talk about? does it matter to marketing –or customers?
Great: Discusses the lifestyle (or workstyle) of actual customers.
Good: Discusses the wider industry topics
Horrible: The corporate blog exclusively talks about the company

Ich denke, dass man ein Corporate Blog als ein Medium betrachten sollte, welches den Kunden einen Mehrwert bieten muss. Vor diesem Hintergrund ist guter Content, ein Content der sich mit dem alltäglichen Arbeitsumfeld oder Lebensumfeld der Kunden bzw. Zielgruppe auseinandersetzt. So sollte beispielsweise ein Hersteller von Mobiltelefonen über Trend und neue Angebote bei der Nutzung von Mobiltelefonen sprechen, oder ein Reiseanbieter Weblog sollte seine Leser z.B. über Impfungen und Reisetrends informieren.

3. Humility:
Perhaps one of the most important attributes, how human and real is this blog, or is it giving lip service?
Great: Admits when wrong and dissusses in open the short comings of the company and product and demonstrates in public how it will be improved
Good: Admits shortcomings but combats and defends the criticism, also known as spin
Bad: Only discusses the company in the best possible light, and may link, but not take on critics
Horrible: Never discuss the short comings of the company on the blog

Ein Corporte Weblog ist ein Ort des echten und ehrlichen Dialogs. Um wirkliche Gespräche mit den Lesern zu führen, sollte man als Kommunikationsverantwortlicher auch mit Kritik umgehen können. Sicherlich ist es nicht einfach als Kommunikationsverantwortlicher Fehler an ihren Produkten bzw. Dienstleistungen öffentlich einzuräumen. Doch für eine Kommunikation in diesem Bereich gehört die Fähigkeit Fehler offen zu kommunizieren mit dazu. Daher führt nur ein authentischer Dialog mit den Kunden, auch über die eigenen Versäumnisse, zu einer nachhaltigen Kundenbindung. Reagiert man nicht auf Kritik, dann vergrößert sich die Gefahr eines Kontrollverlusts in dem Bereich der Markenkommunikation immens.

4. Linking Behavior:
Links are the currency of the blogosphere, it indicates you respect someone else’s opinion so much that you’re willing to send them away from you.
Great: Links out to other sources, even competitors or critics as well as the next listed
Good: Links out to other sources, where other discussions are occurring
Bad: Primarily links to corporate created content 25% of the time
Horrible: Primarily links to corporate created content over 50% of the time

Dieser Punkt ist besonders wichtig. Ein Grundsatz in Social Media ist es, Inhalt zu teilen. Eine gute Verlinkung zu anderen Weblogs ermöglicht es dem User sich eine Meinung oder Wissen auf sehr schnelle und effiziente Weise anzueignen. Das ständige inzestuöse Verlinken der eigenen Artikeln bringt dem Leser und Kunden keinen echten Mehrwert. Aus ökonomischer Sicht würde man ein solches Verlinkungsverhalten vielleicht als Nullsummenspiel bezeichnen. Damit es aber zu einer Win Win Situation für Corporate Blog und Leser kommen sollte, ist die Verlinkung zu anderen Informationsquellen unumgänglich.

5. Customer Inclusion:
Do corporate blogs allow their customers to partake? or are they only second class citizens
Good: Allows for customers to guest blog, or includes snippets of their experiences
Bad: Content is only published by employees

Den Kunden in die redaktionelle Gestaltung des Blogs einzubeziehen ist sicherlich ein sehr spannender Ansatz, aber Marketern sicherlich schwer zu vermitteln. Das soll aber nicht heißen, dass man so etwas nicht einmal ausprobieren sollte. Mir ist eine solche Vorgehensweise noch nicht bekannt. Aus meiner Erfahrung heraus ist es für deutsche Unternehmen schon schwierig genug Unternehmensanghörige für den Blog zu rekrutieren. Daher denke ich, dass es noch schwieriger sein wird, Kunden davon zu begeistern auf einem Corporate Blog zu schreiben. Doch es gibt sicherlich nichts authentischeres, wie ein ehrliches Kunden–Testemonial auf dem Corporate Weblog.

6. Dialog:
Allowing for feedback can instill more trust
Great: Comments enabled and published instantly
Good: Comments enabled but reviewed causing time delay
Bad: Trackbacks only
Horrible: No comments allowed

Keine Frage, im besten Fall muss die Kommentarfunktion ohne irgendeine Einschränkung durch die Leser zu nutzen sein. Dieses Verhalten ist unbedingt von Nöten, wenn man in einen echten Kundendialog treten möchte. Die Verfahrensweise der Freischaltung der Kommentare ist für den Blogbeteiber sicherlich aus vielen Gründen die sichere Methode. Doch hemmt diese den Kommentarfluss. Die wohl schlechteste Methode, da gebe ich Jeremiah vollkommen Recht, ist die No Comments Policy. Ein Weblog ist ein Kommunikationsmittel mit Rückkanal. Wer einen solchen Rückkanal nicht zulassen möchte sollte von Weblog die Finger lassen.

7. Comment Moderation:
Blogs that allow for disagreeing comments are more real –and interesting.
Great: Comments (other than spam or off topic) are allowed, including direct disagreements
Bad: Negative comments are censored or altered
Horrible: No negative comments allowed

Wenn Kommunikation, dann auch richtig. Die Löschung von kritischen Äußerungen zum Unternehmen oder zum Produkt ist eine der schlechtesten Strategien in einem Corporate Blog. Schließlich löscht man als Verantwortlicher die Kritik nicht, sondern lenkt sie nur auf andere Kanäle weiter, die vielleicht nicht so einfach zu kontrollieren sind. Man muss in diesem Medium mit Kritik umgehen und es als Chance sehen. Es bietet die einmalige Möglichkeit Kritiker durch einen offenen Dialog wieder milde zu stimmen und ihn als zufriedenen Kunden zurückzugewinnen. Mit einer Zensur würde man nur das Gegenteil erreichen: nachhaltig unzufriedene Kunden

8. Frequency:
While more isn’t always better, having a steady rhythm of content is important
Good: A steady publication rate of posts appropriate to the speed of that market
Bad: Posts appear at a random rate, often starting off with apologies for not posting
Horrible: Posts appear to either promote the company during an announcement –or to combat a competitor

Neben dem authentischen Dialog ist die regelmäßige Versorgung des Weblogs mit Content ein Schlüssel zum Erfolg. Dieser Punkt wird von Unternehmen oft unterschätzt. Die Erstellung und bloße physische Präsenz eines Weblogs ist bei Weitem nicht Alles und wird potentiellen Lesern sicherlich nicht binden. Der Erfolg liegt in einer regelmäßigen Frequenz der Contentproduktion. Dabei geht es sicherlich nicht darum, jeden Tag Content zu schaffen, aber sicherlich in überschaubaren Zeitabständen den Weblog mit Themen zu füllen.

Das Corporate Weblog kann ein wichtiges Element in der Kommunikationsarbeit werden. Das gilt sowohl für das Marketing als auch für die interne und externe Unternehmenskommunikation. Doch müssen Unternehmen, die den Schritt wagen, sich auch aller Konsequenzen bewusst sein. Die Regeln der Markenkommunikation haben sich durch Social Media geändert. Wer sich als Unternehmen mit einem Corporate Weblog an der Kommunikation in den nutzergenerierten Kanälen  beteiligt, muss die grundlegendste Regel in diesem Bereich beherzigen: den Dialog mit dem Kunden auf Augenhöhe – authentisch, kritikfähig und direkt.

Corporate Weblog: Star-Blogger wird Sun-Chef

Jonathan Schwartz
Machtwechsel bei Sun. Internet und Innovations-Legende Scott McNealy räumt nach über 20 Jahren seinen Chefsessel. Nachfolger wird Jonathan Schwartz. Das besondere an der Personalie ist die Tatsache, dass Schwartz zu den ersten und bekanntesten Corporate Bloggern im Web gehört. In einem älteren Ethority-Beitrag sagte der Darmstädter Professor Dr. Thomas Pleil: „Er avancierte in kurzer Zeit zu einer Ikone des Corporate Blog. Ohne den PR-Etat zu beanspruchen bindet er tausende Leser. (…) Schon jetzt wird diskutiert, ob das Blog des COO den Aktienkurs von Sun gelegentlich beeinflusst, und ein häufiger genannter Wettbewerber reagierte äußerst verschnupft auf Erwähnungen im populären Sun-Blog.“ Mit diesem Machtwechsel wird Sun wohl noch stärker auf sein Betriebssystem „Solaris 10“ und Web 2.0 setzen.

Ergebnisse der Corporate Weblog Umfrage

Blogdiplomat Patrick Breitenbach beschäftigt sich in seinem Blog ausgiebig mit dem Thema und antwortete dazu noch auf die Ethority-Umfrage:
1. Wie haben sich die Corporate Weblogs im vergangenen Jahr verändert? So langsam wächst das Verständnis für Weblogs bei Unternehmen. Daher gab es auch einige gelungene Umsetzungen von Corporate Weblogs im letzten Jahr. Allerdings begreift ein großer Anteil der Unternehmen Weblogs immer noch nicht als potenzielles Dialoginstrument . Sie sehen nur: „Weblogs bringen gute Googleplatzierungen, sie sind billig, also machen wir das auch.“ Am Liebsten würden Unternehmen ihre bisherigen Werbemittel einfach in das Blog stellen und warten, dass sich das jemand
freiwillig anguckt und dann sagt: „Boah, das sind aber tolle Sachen. Die kauf ich mir gleich.“ Doch so werden Corporate Weblogs nicht funktionieren.
2. Wie werden die Corporate Weblogs in einem Jahr aussehen? Hoffentlich viel mutiger und damit auch „blogiger“. Nun ist die Zeit langsam vorbei, in der man durch die bloße Ankündigung „Wir haben ab sofort ein Corporate Blog“ Aufmerksamkeit erzielen kann. Jetzt sind interessante und durchdachte Konzepte gefragt, um Corporate Weblogs erfolgreich umzusetzen. Dabei zählt übrigens nicht die reine Klickrate, sondern die Tiefe
des daraus entstehenden Dialoges mit den Menschen. Wenn es ein Corporate Weblog schafft in der Blogosphäre nicht gleich als Fremdkörper ausgeschieden zu werden, dann wird es auch langfristig erfolgreich mit allen Menschen kommunizieren können. Langfristigkeit ist übrigens ein Mantra, dass sich viele Unternehmen verinnerlichen sollten, bevor sie ein Weblog starten.
3. Glauben Sie, daß sich Podcasts oder gar Vodcast als ernstzunehmendes Marketinginstrument durchsetzen werden? Was sind denn Pod- oder Vodcast im Grunde genommen? Eigentlich doch nur eine technische Möglichkeit, mit der man kostengünstig Audio- und Videodateien unter das Volk streuen kann. Jeder kann jetzt also Radio und TV spielen. Das ist im Grunde genommen ja nichts neues. Die Dialogmöglichkeiten sehe ich übrigens bei dieser Form nicht so reichhaltig wie bei geschriebenen Blogs. Es kommt also immer darauf an, ob ein Unternehmen ausschließlich über sich selbst sprechen, Menschen unterhalten oder mit ihnen kommunizieren möchte. Um also auf die Frage zurückzukommen: Pod-/Vodcasts sind bereits ein ernstzunehmendes Marketinginstrument, die jedoch, genau wie andere Blogs, zunächst richtig konzipiert werden müssen.

Desweiteren erreicht uns noch die nächste Umfrageantwort vom Excitingcommerce-Blogger Jochen Krisch. Seine Antworten:
1. Wie haben sich die Corporate Weblogs im vergangenen Jahr verändert? Zunächst einmal sind es erheblich mehr geworden. Vor allem kleine und
regionale Unternehmen erkennen zunehmend ihre Chance, mit einem Unternehmensblog überregional auf sich aufmerksam zu machen. Im Handelsbereich haben wir inzwischen mehrere Dutzend zum Teil hervorragender Händlerblogs. Viele sind im vergangenen Jahr entstanden.
2. Wie werden die Corporate Weblogs in einem Jahr aussehen? Hoffentlich viel vernetzter, viel dynamischer, viel abwechslungsreicher. Das Internet wird zum Live-Medium. Wir erwarten mehr Aktions- und Infotainment-Elemente. Auch Corporate Weblogs sollten sich dauerhaft
spannend lesen lassen.
3. Glauben Sie, daß sich Podcasts oder gar Vodcast als ernstzunehmendes Marketinginstrument durchsetzen werden? Nein, wenn sie vom Unternehmen kommen. Ja, wenn sie von den eigenen Kunden bzw. Fans kommen.

Machen auch Sie bei der Umfrage mit. Unter allen Teilnehmern Eintrittskarten zur 2. Ethoriy Konferenz – Reputation Management & Word of Mouth.

Die bisherigen Antworten auf den Ethority-Fragebogen gibt es hier und hier.

Corporate Weblog ein echter Cashbringer für Unternehmen

Conoscopr erbringt in seinem Corporate Weblog den Beweis, dass die Firmenjournale für einen überzeugenden Return on Investment sorgen können. So berechnet Debbi Weil in ihrem Buch „The Corporate Blogging Book“ und Blog, dass die Forrester-Analystin Charlene Li über ihr Weblog Aufträge von über einer Million Dollar für das Beratungsunternehmen reinholte. Demgegenüber stehen Ausgaben für das Bloghosting von 180 Dollar gegenüber. Macht also einen Return on Investment von über 5000 Prozent.

Corporate Weblogs & Reputation: Podcast-Interview mit Dr. Tim Fischer

Dr. Tim Fischer Beim fünften Ethority Podcast stand Dr. Tim Fischer, Vice President Global Marketing bei der Süd-Chemie AG und Buchautor, Rede und Antwort. Die zentralen Fragen: 1. Braucht heute jedes Unternehmen ein Corporate Weblog?
2. Wie lassen sich Weblogs in das Reputation Management einbinden? 3.
Welche Risiken verbergen sich hinter Weblogs und für das Reputation Management eines Unternehmens?

Erste Ergebnisse der Corporate Weblog-Umfrage

Eine der ersten Antworten zur Corporate Weblog-Umfrage kam von Dieter Rappold, Geschäftsführer der knallgrau new media solutions GmbH aus Wien. Die Antworten:

1. Wie haben sich die Corporate Weblogs im vergangenen Jahr verändert?
Corporate Weblogs wurden auch im europäischen Raum erwachsen. Auch große und überregional/international/global agierende Unternehmen anerkennen Weblogs als leistungsfähiges Instrument und als Bestandteil eines innovativen Kommunikationsmix.
2. Wie werden die Corporate Weblogs in einem Jahr aussehen?
Corporate Weblogs werden verstärkt und in der Breite zum Einsatz kommen. Wir rechnen mit Weblog Aktivitäten bei rd. 25% aller DAX30 Unternehmen bis Ende 2006. Der Einsatz dieser Tools wird weiter professionalisiert und integriert, sowie bei Kommunikationskampagnen konzertiert zum Einsatz kommen.
3. Glauben Sie, daß sich Podcasts oder gar Vodcast als ernstzunehmendes Marketinginstrument durchsetzen werden?
Der Einsatz bei bekannten, innovativen und führenden Unternehmen wie z. B. BMW mit podcast.bmw.com oder vodcast.bmw.com zeigt, dass dies längst der Fall ist. Die Frage ist eher, wann konservativere Unternehmen ihre Ängste überwinden und nachziehen.

Die grosse Ethority Corporate Weblog-Umfrage

Das Ethority-Blog feiert seinen einjährigen Geburtstag. Der richtige Zeitpunkt um das vergangene Jahr im Bereich der Corporate Weblogs Revue passieren zu lassen und einen kleine Ausblick auf die Zukunft zu
wagen. Deshalb startet Ethority eine Umfrage unter allen Lesern unseres Corporate Weblogs. Tragen Sie ihre Antworten einfach als Kommentar ein oder schicken Sie diese an alexander.becker@ethority.de.
Die drei Fragen lauten:

1. Wie haben sich die Corporate Weblogs im vergangenen Jahr verändert?

2. Wie werden die Corporate Weblogs in einem Jahr aussehen?

3. Glauben Sie, daß sich Podcasts oder gar Vodcast als ernstzunehmendes Marketinginstrument durchsetzen?

Damit sich das Mitmachen auch lohnt, verlosen wir unter allen Teilnehmern Eintrittskarten zur 2. Ethortiy Konferenz – Reputation Management & Word of Mouth.