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Digitaler Darwinismus – Social Media und die Neuordnung der Märkte

Dieses Schlagwort hat mal wieder das Zeug, zu einem neuen All-Time-Klassiker auf allen Konferenzen von Hamburg bis San Francisco zu werden: Digital Darwinism. Erfinder des Begriffes ist Brian Solis, einer der interessantesten Denker der digitalen Ära, Principal Analyst der Altimeter Group, Buchautor und Keynote Speaker.

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Unter dem Schlagwort versteht er den Verdrängungswettkampf, dem Marken im Social Web ausgesetzt sind. Denn jetzt konkurrieren auf einmal hungrige und extrem Kunden-fokussierte Newcomer mit alteingesessenen Brands, die lange von ihrer Tradition, ihrem Bekanntheitsgrad und ihren eher behäbigen Produktzyklen lebten. Nun stellen diese Firmen fest, dass die Newcomer überproportional wachsen und Dank ganzheitlicher Implementierung von Social Media nur noch einen Klick weit davon entfernt sind, ihren Untergang einzuläuten.

Ein wichtiger Faktor dabei ist die neue Macht der Konsumenten – also das Mitsprache- und Kommunikations-Recht, das längst auf allen Social-Media-Plattformen aktiv gelebt wird.

Für Solis tobt bei Facebook & Co. ein Verdrängungswettkampf, den nur jene Companies überleben werden, die bereit sind, diesen Wandel zu akzeptieren und umzudenken. Um in diesem Verdrängungswettkampf zu bestehen, sollte man sich an zehn Grundsätze halten. Dazu gehören u.a. Strategy, Culture, People oder Vision. Unter dem letzten Punkt fragt Brian zurecht, wann man das letzte Mal das Mission Statement seiner Company gelesen hat? Ob man dazu steht und ob es zeitgemäß ist. Im Grunde geht es für ihn darum, dass es einer Firma gelingen muss, eine Kultur und eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, die es jedem Mitarbeiter erlaubt, seine volle Kreativität und Innovationskraft einzubringen.

Ein Unternehmen, das im Digitalen Darwinismus bestehen will, muss sich immerzu hinterfragen und jederzeit bereit sein, seine Ziele und Strategien anzupassen. Weitere Schlagwörter, die für Solis unverzichtbar sind: Localization, Philanthropic Capitalism und Intelligence. Dazu heißt es wörtlich:

„One of the biggest trends in 2011 was the development of social media command centers. At the heart of these sophisticated data gathering silos were conversations and tools that allowed community managers to listen, respond, and promote engagement within the company. While social media is introducing the art & science of monitoring to marketing and service teams it is the organizations that invest in technology, teams and processes that will translate activity into actionable insights.“

Die allerdings wohl spannendste Überlegung von Brian Solis ist, dass er vom Top-Management mehr Führungsqualitäten einfordert. Sie müssen die Strategie vorgeben und vorleben. Sie müssen für die nötige Firmenkultur sorgen und sollen auch die Ersten sein, die den Nutzern und Konsumenten in den sozialen Netzwerken zuhören.

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Quelle: Emarketer.com

Damit bestätigt der US-Amerikaner einen Trend, mit dem wir uns gerade erst beschäftigt haben. Denn nach einer Studie von Brandfog wird die Social Media-Wahrnehmung einer Marke positiv von dem Umstand beeinflusst, ob der CEO der Company selbst bei Twitter, Facebook & Co. aktiv ist. So sind 78 Prozent der befragten Personen der Meinung, dass es positive Folgen für die Kommunikation eines Unternehmens hat, wenn der Boss selbst in die Rechner- bzw. Smartphone-Tasten haut. 71 Prozent glauben, dass dadurch das Marken-Image gesteigert wird und 64 Prozent sind davon überzeugt, dass eine Firma mit zwitscherndem oder facebookendem Management als transparenter empfunden wird.

Persönlich finde ich Brian’s Ansätze extrem spannend, so dass ich darauf in den nächsten Blog-Artikeln noch tiefer eingehen möchte. Relativierend bleibt natürlich zu sagen, dass diese Grundsätze zunächst vor allem für Consumer-zentrierte Business-Modelle Gültigkeit besitzen.

Corporate Social Media, Coca-Cola und was Frauen wollen: Weekender KW 02

TOP 4 TWITTERLINKS

1. Internet-Weltrangliste: Google baut Vorsprung aus, Facebook rückt auf Platz 4 vor

www.faz-community.faz.net

Retweetet von Autor Holger Schmidt, der in seinem Artikel ausführlich die Internet-Weltrangliste bespricht

2. Mit diesen Social Media Marketing Maßnahmen ködert man Frauen

www.mashable.com

10 Dinge, die man zu beachten hat, wenn man Frauen als Zielgruppe hat. Liest sich zuweilen wie ein Beziehungsratgeber ;-)

3. Coke & Unilever shifting digital focus away from traditional campaign sites towards community platforms like YouTube

www.nma.co.uk

So wie Pepsi es letzte Woche vorgemacht hat, ziehen die Großkonzerne Coca-Cola und Unilever nach und schichten ihr Budget um, in dem sie vermehrt in Social Media investieren

4. 10 Stages of Social Media Business Integration

www.mashable.de

Brain Solis beschreibt anschaulich die zehn Stadien, die Unternehmen bei der Social Media Integration durchläuft.

Der Blogartikel der Woche

Corporate Social Media: Social Media im Unternehmen

Der erste Teil einer Reihe von Artikeln, die sich mit den Einsatzmöglichkeiten von Social Media im Unternehmen beschäftigen. Hier dreht sich alles um die drei Kriterien, die erfüllt sein müssen, um sich in SM zu engagieren.

Corporate Social Media

www.ethority.de

Social-Media-Fundstück der Woche

Ein unterhaltsames Video von Coca-Cola, die Studenten auf dem Campus eine kleine Freude (und ihr Produkt) bringen wollten. Enjoy:

Coca-Cola „Happiness Machine“

Zitat der Woche:

The thing about social media is that it’s always new, and as such, these stages represent a moment in time. They will continue to evolve and expand with new technologies and experiences.

Brian Solis in sinem Artikel “The 10 Stages of Social Media Business Integration” für mashable

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ethority präsentiert: Das erste Social Media Prisma für den deutschen Markt

DIE NEUE VERSION (APRIL 2010)  DES SOCIAL MEDIA PRISMAS (VERSION 2.0) FINDEN SIE HIER:

http://www.ethority.de/weblog/social-media-prisma/

Das Social Media Prisma Version 2.0

Social Media wird hierzulande häufig als US-Phänomen verstanden. Von Obama über Zappos bis Ashton Kutcher – die großen Geschichten stammen immer wieder aus den USA. Und auch Darstellungen wie das vielzitierte Social-Media-Prisma von Brian Solis konzentrieren sich auf die Softwarelandschaft der USA: So fehlen zum Beispiel in der Kategorie Social Networks Xing, VZ-Netzwerke, die Lokalisten oder Wer-kennt-wen, da diese in den USA weitgehend unbekannt sind. Diese Unterschiede hatten wir bereits in unserer Internationalen Social-Network-Studie festgestellt.

Deshalb hat das Team von ethority in Anlehnung an Brian Solis und JESS3´s Conversation Prism: The Art of Listening, Learning and Sharing eine Version speziell für den deutschen Markt entwickelt. Das Prisma zeigt die Landschaft der Social Media in Deutschland mit allen relevanten Konversationskanälen.

Darauf basierend sind die einflussreichsten deutschen und internationalen Anbieter in den einzelnen Kategorien mit ihrem Logo vertreten. Hinsichtlich der Kategorisierung von Solis und JESS3 sind kleine subjektive Anpassungen an den deutschen Markt vorgenommen worden: Die Kategorie „Costumer Service Networks“ aus dem Original wurde z.B. ersetzt durch die Kategorie „Social Shopping/Social Commerce“, die eine immer größere Rolle im Bereich Social Media spielen. Hinzugekommen ist auch die Kategorie „Questions & Answer Sites“, welche trotz Knowledgepools, wie beispielsweise Wikipedia, im Social Web nach wie vor eine bedeutende Position einnimmt.

Das Social Media Prisma wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlich und steht damit zur Verwendung eines jeden Interessierten für Präsentationen und Visualisierungen zur Verfügung. Dabei ist lediglich zu beachten, dass die Quellennennung erfolgt und eine Veränderung untersagt ist.

An dieser Stelle möchte ethority die einzelnen Konversationskanäle zur Diskussion stellen und dazu auffordern, aktiv an der Reifung des Prismas zu einer umfassenden Darstellung der Social-Media-Landschaft in Deutschland beizutragen. Anmerkungen und Vorschläge bitte an prisma@ethority.de oder natürlich als Kommentar auf das Blog.

Das Prisma gibt es hier zum Download oder kostenlos als Miniposter an unserem Stand auf der dmexco (Stand A030). Dort besteht auch die Möglichkeit ein kurzes Statement in einem Vodcast abzugeben.

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