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5 am Freitag – Lon Safko über Social Media Zahlen und Trends

Lon Safko

Lon Safko

In unseren heutigen „5 am Freitag“ haben wir die Ehre, Lon Safko (@lonsafko) zu interviewen. Er ist Erfinder vom „Ersten Computer der ein menschliches Leben rettet“ (Steve Jobs) und von unzähligen Hardware- und Software-Lösungen für körperlich Behinderte. 18 seiner Erfindungen und über 30.000 Artikel von ihm befinden sich beim Smithsonian Institute in Washington. Ebenso ist er Autor von Werken wie „The Social Media Bible“, das sowohl im Bereich Marketing als auch Business auf Platz #1 bei Amazon lag und in vier Sprachen erhältlich ist. Lon Safko gründete darüber hinaus 14 erfolgreiche Firmen und ist als Speaker auf Events zu sehen.

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1. Welche 5 Zahlen beeindruckten dich kürzlich am meisten?

i. Natürlich beeindruckt mich die Zahl der Facebook-User immer, insbesondere jetzt. wo sie auf die 1 Mrd. zugeht.
ii. Myspace ist immer noch da und wächst mit über 200 Mio. Mitgliedern
iii. Twitter wächst noch enorm mit ihren 106 Mio. Nutzern die es aktiv benutzen.
iv. China überrascht mich. Ihr QZone hat 190 Mio. Mitglieder und RenRen 170 Mio. Das überrascht mich weil Facebook dort immer noch blockiert ist und sie 1,3 Mrd. Einwohner haben! Ich dachte die beiden größten Netzwerke hätten größere Mitgliederzahlen.
v. Die Anzahl an Leuten, die sich selbst „Social Media Guru“ nennen.

2. Social Media Trends – was ist deiner Meinung nach das “Next Big Thing”?

Es ist was mein nächstes Buch behandeln wird: “The Fusion Media Bible“. Wenn du dich selbst einen „Social Media Expert“ nennst, dann verkündest du der Welt, dass du  zurückgelassen wurdest. Fusion Marketing ist der nächste Schritt der unsere 6.000 Jahre traditionelles Marketing, die aufregenden digitalen Marketing Tools des Internets und Social Media in ein einziges nahtloses Set von Tools integriert, das jedes Ziel, dass du dir steckst bewältigen wird. Fusion Marketing bedeutet, alle deine Kampagnen, Strategien zur Umsetzung, Tools und Taktiken als eine integrierte Marketing Strategie zu betrachten. Hast du einen V.P. für Social Media, warum hast du dann keinen V.P. für Billboards?
Traditionelle, Digitale und Social Media sind alles nur Medien; Technologie, die es uns erlaubt miteinander zu kommunizieren.

3. Wird die Nutzung von Smartphones Social Media verändern?

Das hat es bereits. Nielsen gab 2011 bekannt, dass in den USA zum ersten Mal die Zahl von Fernsehen von 98% auf 96% fiel. Wir bewegen uns rasant auf Mobile zu was unsere Nachrichten, Fernsehsendungen, Filme und soziale Verbindungen betrifft. Der Rest der Welt beschleunigt dieses Phänomen, da sich der Großteil der Weltbevölkerung keinen Desktop, Laptop oder Tablet PC und Breitband-Internet leisten kann, aber ein Smartphone. Smartphone Marketing wächst exponentiell und schlaue Marketing-Leute müssen heute Mobile einbeziehen.

4. Wird Google+ Facebook ernsthaft Konkurrenz machen?

Ich denke schon. Es erinnert an die Schlacht zwischen Apple und Windows in den 80ern und 90ern. Wenn du an 24$ Mrd. kontextueller Werbung einen Anteil hast, wird es Krieg geben. Sowohl Google als auch Facebook haben Features und Leistungen in den vergangenen drei Jahren voneinander geklaut. Das ist auch Teil eines Trends, in dem Technologien integriert werden, wie Google‘s Hangouts z.B. Skype Video Chats und Twitter Chats ähnelt. Wenn du ein Budget hast, wie Google und Facebook es haben, dann kannst du es dir leisten, die besten Features voneinander abzukupfern. Und das ist nur der Anfang der Schlacht.

5. Social Commerce – was erwartest du in der Zukunft?

Absolut! Wir haben die Kraft von “Bewertungen ” und „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch…“, was technisch nicht Social Commerce ist, aber sein Anfang und es beeinflusst Einkäufe sehr stark. Wir werden mehr der NFC (Near Filed Communication oder „Tap-&-Go“ Bezahl-Systeme) sehen. Europa ist den USA wieder weit voraus, die NFC einzuführen. Das Smartphone wird eines Tages die Kreditkarte ebenso ersetzen wie die Kreditkarte die persönlichen Schecks ersetzte.

5 am Freitag – Henrik von Scheel – Trends in Social Commerce, Social Media Intelligence und Mobile

Henrik von Scheel

Henrik von Scheel

Heute beantwortet Henrik von Scheel unsere 5 am Freitag. Henrik ist Mitglied des Board of Directors bei ethority. Darüber hinaus ist er im Advisory Board bei EMEA von Google und Managing Partner und Senior Vice President von Venture Capital der 3i Capital Group. Davor war er Board Member bei IBM Venture Capital Group und verantwortlich für die Entwicklung strategischer Partnerschaften und potentieller Märkte. Des weiteren war Henrik von Scheel Gast-Dozent an der Copenhagen Business School und Co-Autor von „Applying Real-World BPM in an SAP Environment“.

Mit über 15 Jahren Erfahrung hat Henrik von Scheel die Re-Organisation von Strategien, Prozessen und Technologien von verschiedenen Fortune 500 Unternehmen geführt. Henrik ist beachtet für seine professionelle Führung im E-Commerce und Social Commerce, als Trend Spotter, Autor, Redner und Investor.

1. Welche aktuellen 5 Zahlen über Social Media beeindruckten dich am meisten?

#1. Die erhöhte Bedeutung, Social Media Data zu verstehen, da „Big Data“ bis 2017 mit $50 Mrd. ein riesen Geschäft ist.
# 2. 63%: Prozentsatz von CMO’s, die ROI als Standard für Leistung bis 2015 sehen, derzeit messen weniger als 50% aller Unternehmen ROI
# 3. +27 Übernahmen von Social Media Monitoring Tools in 2011.Was passiert in 2012?
# 4. Ein 2012 Social Media Monitoring Benchmark führt ethority an #1 von 26 führenden globalen Anbiertern auf.
#5. 10 Mio – Pinterest ist die schnellste eigenständige Social Media Platform, die 10 Mio. monatliche Besucher erreicht hat.

2. Social Media Trends – was ist dein „next big thing“?

Meiner Meinung nach gibt es zwei Key Trends in Social Media Intelligence. Erstens die Fähigkeit Social Media Data mit Online Sales zu verknüpfen um den ROI zu messen, dessen Leistung zu verbessern und die Verkaufszahlen mit Predictive Analytics vorherzusagen. Zweitens die vier neuen Kräfte in dem neuen Kunden zentrierten Business Model, das die Balance zwischen dem neuen Marketing Trichter und Kundenbemächtigung wiederherstellt.

3. Social Commerce auf Facebook – dafür oder dagegen?

Ich erinnere mich daran, als E-Commerce und Social Media Monitoring totgesagt wurde bevor es richtig abging. Jetzt ist es das Gleiche mit Social Commerce, es gibt nur ein dafür. Über eine Milliarde Menschen oder 70% der Internet-User auf Facebook –  eine Kunden-Platform die nicht ignoriert werden sollte. Es ist einfach, also nehme Teil und ernte die Früchte des Pionier-Vorteils oder warte ein paar Jahre und stoße hinzu wenn es etabliert ist.

4. Die neue Timeline auf Facebook – besser oder schlechter als davor?

Kurz und einfach – I love it!

5. Wird die Nutzung von Smartphones Social Media verändern?

Das hat es bereits. 38% der Internet-Nutzer haben ein Smartphone. Sie nutzen soziale Netzwerke stärker als die ohne Smartphone. Durchschnittlich installieren die Nutzer 25 Apps auf ihren Smartphones, nutzen aber nur 12. Die meist gebrauchten Apps sind für soziale Netzwerke.

5 am Freitag – Sten Franke – Trends im Social Media Monitoring und Commerce

Sten Franke

Sten Franke

Sten gründete 2006 die ethority-Unternehmensgruppe (40+ Mitarbeiter) und entwickelt Social Media Intelligence Technologien (gridmaster Social Media Monitoring & Commerce Technologie), Marketing-Tools, -Strategien, Kommunikationskonzepte und Forschungsprojekte für Social Media. Die in Hamburg ansässige ethority betreut in diesem Bereich mehr als 50 Bluechips und Brands weltweit.

1. Social Media Monitoring im Jahr 2012: Aus Deiner Sicht ein „must-have“ oder nur ergänzend zu einer bestehenden Strategie?

Social Media Monitoring gehört längst in einigen Unternehmen und Organisationen zu den Standard-Tools zum Zuhören bzw. oder neudeutsch „Social Media Listening“. Viele Firmen beginnen nach den ersten Erfahrungen im Zuhören jetzt auf höherwertige Lösungen beim Social Media Monitoring zu setzen, um einen „Status Quo“ zu evaluieren und danach mittels eines Prototypen ein Data-Set zu entwickeln, welches strategischen Input liefert – Social Media Intelligence.

Für die aktive Einbindung von Social Media Maßnahmen in Marketing, Kommunikation, CRM, dem sogenannten „Act & Engage“, ist es wichtig zu untersuchen, was diese Maßnahmen bringen. Vor allem vor dem Hintergrund des ROI (Return on Investment) und der Frage, welche Werte und Indikatoren (KPIs) man tatsächlich tracken sollte. Deshalb haben wir im Sommer 2011 mit unserer gridmaster Social Media Monitoring Technologie das KPI- und ROI-Tracking, als einer der ersten Social Media Intelligence Provider in Europa, eingeführt.

2. Welche Trends im Social Commerce siehst du als am vielversprechendsten?

Der Trend über den momentan viel gesprochen ist das Thema Data. Die Koppelung von Social Media Data, Scorings & Predictions (gridmaster) mit der E-Commerce Plattform, dem CRM-System, aber auch mit dem Shop selbst. Der Social-Shopper bekommt sicherlich zukünftig je nach Grad seiner sozialen Vernetzung auf Plattformen besondere Rabatte bei Shops (oder Finanz-Credits) plus einen Gutschein, wenn er seinen Kauf bzw. dessen Bewertung mit seiner Community teilt. Die Bedeutung von Social Commerce Scoring Tools nimmt sicherlich zu. Klout ist hier Vorreiter. Customer Ratings & Reviews in Onlineshops etablieren sich als nachhaltiger Faktor für die Steigerung der Sales um bis zu 67% (Link Bazaarvoice.de) – Kundenrezensionen zu Produkten in den Shops (z.B. bei Otto.de) und auf Social Commerce Shopping Seiten (www.shopsquad.com).
Video Reviews (Hauling) zu Produkten werden Einzug halten und durch ihre Authentizität und Glaubwürdigkeit das Vertrauen in Produkte und Kaufentscheidungen extrem steigern. Augmented Reality Apps mit Commerce-Anbindung für virtuelle Anproben und Demos sind auf dem Vormarsch. Alle diese Elemente sind natürlich über Sharingmechanismen mit Social Media verbunden.

3. ROI in Social Media – ein kontrovers diskutiertes Thema. Wie schätzt du die aktuelle Debatte ein?

Die Schlüsselfrage – Wer bezahlt die Rechnung? Natürlich, wir wollen alle wissen was uns Social Media bringt. Daher ist das ROI-Thema zurecht ein Vieldiskutiertes. Unser ROI-Calculator ist ein guter Ansatz, die geleistete Arbeit messbar zu machen. Die monetären Auswirkungen auf Customer Support, Produktentwicklung, Innovation Research, Brand-Awareness, Employer-Branding etc. lassen sich natürlich auch bestimmen.

4. Was begeistert dich täglich an Social Media?

Social Media hat die Welt wie wir sie sehen und erleben absolut bereichert. Neue Freunde oder Gleichgesinnte zu finden, globale Kontakte zu pflegen, Karrierechancen zu maximieren oder einfach nur die Freude über ein gewonnenes Fußballspiel der Lieblingsmannschaft mit anderen zu teilen, nie war das einfacher. Unsere Art zu kommunizieren und zu interagieren ist von einer besonderen Nähe und Transparenz gekennzeichnet. Und das Schöne daran, jeder kann mitmachen! 😉

5. Facebook oder Google+? Wie wertvoll ist Twitter ?

Jede Plattform hat ihre Vorteile: Facebook nutze ich mehr privat, Google+ und Twitter nutze ich vorrangig für den Job.

Zum Schluß noch in Hinweis eigener Sache: Make your influence count – TODAY. I have been nominated as candidate to the „next top 100 European personalities influence“ the digital industry over the next 12 month. You have until the 21 February to vote on my candidacy. Make a difference and click on the link and select vote. http://nextberlin.eu/person/sten-franke/ Thank you, much appreciated!

Fünf am Freitag – mit Sebastian Krüger

Am heutigen Freitag ist Sebastian Krüger von ProSiebenSat.1 Digital bei uns zu Gast.

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Zur Peson: Der studierte Germanist ist seit 2011 Social Media Manager bei ProSiebenSat.1 Digital. ProSiebenSat.1 Digital verantwortet die interaktiven Produkte rund um die Sendermarken – von Online über Teletext bis zu mobilen Applikationen, ausserdem liegt das Games-Geschäft im Verantwortungsbereich von ProSiebenSat.1 Digital.

1.    Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

Social Media Monitoring ist für jedes Unternehmen 2012 ein wichtiges Thema. Wichtig ist hier jedoch zu schauen, mit welchen Erwartungshaltung und welchen echten Ergebnissen ein solches Monitoring betrieben werden kann. Die ProSiebenSat.1 Media AG verfügt über diverse Tools um den Markt, unseren Zuschauer und die Bedürfnisse unserer Werbekunden zu erfassen. Social Media Monitoring ist hier ein weitere sinnvoller Baustein, der jedoch angepasst auf die Social Media Strategie der Gruppe genauestens abgestimmt werden muss, um in seiner Wertigkeit auch eine Aussagerelevanz für unser weiteres Vorgehen zu erzielen.

2.    Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Wir setzten stark auf Videoadvertising im Social Web und schauen natürlich nach weiteren Wegen, wie wir fernab vom klassischen Social Media Traffic, kommerzielle Erfolge aus unserer Social Media Performance ziehen können. Hierbei haben wir mit unserem exklusivem Zugang zu Stars und Formathighlights eine gute Ausgangslage die wir 2012 nutzen werden.

3.    Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Ich sitze schon seit langem auf diversen Konferenzen und habe mich immer gewundert, warum manche Unternehmungen im Social Web betrieben wurden – da die Frage nach dem ROI so gut wie nie gestellt wurde. Für uns war von Anfang an klar, das Social Media ein Business werden muss. Aus diesem Grund haben wir ein KPI-System entwickelt, welches aufzeigt ob unsere Aktivitäten erfolgreich sind. Wir haben den ROI im Blick und erwirtschaften mit Social Media selbstverständlich auch Gewinne. Warum andere diese Frage jetzt erst stellen, ist mir persönlich nicht klar.

4.    Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Die Schnelligkeit und die Dynamik im Geschäft – ich lerne jeden Tag neue Ideen kennen, sehe Redakteure mit leuchtenden Augen von ihren aktuellen Kampagnen erzählen und bekomme direktes Feedback vom Kunden. Ein schlicht faszinierendes Medium.

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5.    Ihr Favorit: Facebook oder Google+? Welchen Wert hat Twitter für Sie?

Mein persönlicher Favorit? FB plus G+ plus Twitter 😉 Ich nutze alle Dienste, je nach Aufgabenlage und Interessensansatz…. Twitter ist für uns 2012 ein wichtiger Partner, wie wir gerade bei „The Voice of Germany“ zeigen.

6.   Social Media Manager bei ProSiebenSat.1 Digital GmbH – wie können wir uns das vorstellen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Typisch gibt es nicht. Generell bin ich für die komplette strategische Steuerung der Social Media Aktivitäten unserer Gruppe zuständig. Es ist also kein 9 to 5 Job. Ich stehe am Morgen auf und checke kurz über die üblichen Kanäle ob in der Nacht ein Shitstorm über uns gerollt ist :) Ist das nicht der Fall fahre ich in aller Ruhe gegen halb neun ins Büro, hab 1,5 Stunden am Rechner und arbeite mich durch meine Mails. Zwischen 10 und 18 Uhr setzt i.d.R. der übliche Meetingmarathon ein und im Anschluss wird an Präsentationen, Angeboten, Kampagnen oder technischen Projekten gearbeitet…

Fünf am Freitag – mit Mirko Lange

Kurz vorm Wochenende stellen wir euch den PR-Berater Mirko Lange vor, der uns heute zu 5 Fragen über Social Media Rede und Antwort gestanden hat.

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Zur Person: Mirko Lange ist Chef der Münchner Kommunikations-Agentur talkabout communications. Er begreift sich als ein neuer Typ von PR-Beratern, die als Öffentlichkeits-ARBEITER den direkten Dialog mit den Stakeholdern suchen, auch und vor allem durch die neuen Möglichkeiten des Internets. Zudem berät er Unternehmen bei der strategischen Integration von Social Media. Zu den Kunden von talkabout gehören neben einer Reihe von Start-Ups und IT-Unternehmen  u.a. auch die Deutsche Bahn und die Commerzbank.

1. Wie definieren Sie Social Media Intelligence?

Ganz allgemein als Gegenteil von „Social Media Stupidity“. Dass man also darüber nachdenkt, was man tut. Ansonsten könnte man das sicherlich wie folgt definieren: „Verfahren und Prozesse zur systematischen Analyse (Sammlung, Auswertung und Darstellung) von Daten in elektronischer Form mit dem Ziel, Erkenntnisse zu gewinnen, die in Hinsicht auf die Ziele von Social Media bessere operative oder strategische Entscheidungen ermöglichen“… also analog zu „Business Intelligence“. Ich glaube allerdings nicht, dass „Social Media Intelligence“ aktuell irgendeine Rolle spielt – jedenfalls nicht so lange, bis sich Unternehmen überhaupt mal zu „Social Media“ strategisch verhalten – ja überhaupt erst einmal vernünftige Ziele definieren. Da fehlt es nämlich an allen Ecken und Enden. Aktuell halte ich das Thema eher für schädlich, weil es leicht dazu führt, dass man wieder alles auf irgendwelche operativen Kennzahlen ausrichtet, die überhaupt nichts aussagen.

2. Inwieweit haben Sie (Social) SEO im Unternehmen verankert?

Wir wissen, dass Inhalte, die wir ins Internet stellen – egal ob „in Social Media“ oder woanders – von Suchmaschinen indiziert werden und wir kennen die Mechanismen, nach denen sie das tun.

3. Social TV, Location Based Services, Social Gaming etc. – nur ein Hype oder ein ernst zu nehmendes Thema in 2012?

Ich sehe weder einen „Hype“ noch würde ich sagen, dass diese Themen per se „ernst zu nehmen“ sein. Aber es sind definitiv Themen. Allerdings nicht für jeden. Man muss sie sich also ganz entspannt anschauen, und dann entscheiden, ob man diese Möglichkeiten nutzt. Aber auch hier gilt: Wer sein Spiel nicht kennt, dem ist kein Wind günstig.

4. Fans zu Kunden machen oder: Was nützen 200.000 Fans, wenn keiner kauft? Wie denken Sie darüber?

Ich denke (und das meine ich wirklich ernst!), dass es in keiner Weise intelligent ist (s.o.) „Fans zu Kunden“ machen zu wollen. Im Gegenteil. Zuerst sollte man Kunden zu Fans machen. Das ist vielleicht auch meine allergrößte Kritik und auch das, was ich oben mit „vernünftige Ziele“ meinte. Zunächst: Man gewinnt im Social Web keine „Fans“. Die gewinnt man nur im echten Leben. Und dann: Wer er es nicht einmal schafft, seine Kunden zu Fans zu machen, wird es mit Nicht-Kunden noch viel weniger schaffen. Zudem erreicht man seine bestehenden Kunden ja auch leichter. Daraus folgt zwingend, dass man mit seinen bestehenden Kunden anfängt. Und wenn man das schafft, dann wird man ohnehin keine Probleme mehr haben, neue Kunden zu gewinnen. Denn dann ist man gut, und man hat viele Unterstützer.

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5. Unternehmensblog: Überflüssig seit dem Boom von Facebook und Google+ Unternehmensseiten oder immer noch ein Must-Have?

Ein Unternehmensblog war noch nie ein generelles „Must-Have“. Und natürlich gibt es immer noch sehr gute Gründe, ein Unternehmensblog zu betreiben.

Fünf am Freitag – mit Carsten Ludowig

Liebe Leser, herzlich willkommen zu der ersten Ausgabe unserer Freitagsrubrik in 2012. Carsten Ludowig von der XING AG ist der heutige Gast der Social Media Runde:

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Zur Person: Carsten Ludowig (39), Director Advertising & Partnerships bei der XING AG, ist für die Vermarktung der Plattform sowie für den Ausbau und die Leitung der Business Unit Advertising & Partnerships verantwortlich. Carsten Ludowig hat über 14 Jahre Erfahrung in der der Produktentwicklung, dem Produktmanagement und der Vermarktung digitaler Medien. Vor seinem Wechsel zur XING AG war Ludowig bei G+J Electronic Media Sales tätig. Zuvor bekleidete Ludowig sieben Jahre lang verschiedene leitende Positionen bei der T-Online Tochter Interactive Media.

1. Wie definieren Sie Social Media Intelligence?

Social Media Intelligence bedeutet für mich zuerst einmal systematisches Monitoring der verschiedenen Social Media-Kanäle. Ich muss wissen, wo und in welcher Form ein Unternehmen, mein Produkt und meine Marke gerade ein Thema sind, diese  Aktivitäten systematisch erfassen und die Informationen dann auch richtig deuten. Auch seine Zielgruppe genau zu kennen ist Social Media Intelligence. Auf XING z.B. können Unternehmen, die ein Unternehmensprofil betreiben, anhand der beruflichen Profile Ihrer Abonnenten sehen, wer diese sind und daraus ableiten, wie diese optimal angesprochen werden können.

2. Inwieweit haben Sie (Social) SEO im Unternehmen verankert?

SEO ist für uns natürlich ein wichtiges Thema und wird schon bei der Produktentwicklung mitgedacht. Zudem werden wir von einer Agentur bei der Onsite-Optimierung fachlich unterstützt.

3. Social TV, Location Based Services, Social Gaming etc. – nur ein Hype oder ein ernst zu nehmendes Thema in 2012?

Soziale Medien oder Techniken, mit denen man diese bespielen kann, sind entweder längst fest etabliert oder auf dem Wege dahin. Dies geht quer durch alle Generationen und gilt sowohl im privaten Umfeld sowie im Business-Kontext. Nehmen wir Location Based Services: Bei XING setzen wir z.B. mit dem „Mobile Handshake“ auf LBS, eine mobile Funktion, mit dem sich zwei Nutzer, die sich z.B. auf einer Konferenz begegnen, per Smartphone verbinden können. Auch auf die Werbung hat der Social Trend natürlich großen Einfluss: Social Advertising wird in diesem Jahr auch auf unserer Plattform an Bedeutung gewinnen.

4. Fans zu Kunden machen oder: Was nützen 200.000 Fans, wenn keiner kauft? Wie denken Sie darüber?

Ich denke, dass man das Investment in Social Media-Aktivitäten nicht anhand von kurzfristig gedachten KPIs, sondern anhand des langfristig generierten Wertes für die Marke bewerten sollte. Allein die Tatsache, dass ein Unternehmen sich in sozialen Medien engagiert, zahlt aber schon auf die Marke ein, zeigt das Unternehmen doch damit, dass es eine zeitgemäße Form nutzt, um mit potentiellen Bewerbern, Kunden und Interessenten zu kommunizieren.

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5. Unternehmensblog: Überflüssig seit dem Boom von Facebook und Google+ Unternehmensseiten oder immer noch ein Must-Have?

Unternehmensblog und Unternehmensseiten, das ist für mich kein Entweder-Oder, sondern ein Und. Der Unternehmensblog kann als eine Art Home Base fungieren, ein zentraler Platz, auf dem Themen ausführlich behandelt werden können. Unternehmensseiten und andere soziale Kanäle sind wichtig, um diese zu verbreiten und Besucher zu triggern.

Fünf am Freitag – mit Stefanie Kleebauer

Heute bei uns zu Gast: Stefanie Kleebauer, Social Media Managerin bei Danone Deutschland GmbH.

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Zur Person: Stefanie Kleebauer studierte an der Universität Regensburg Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Marketing und Technologie- & Innovationsmanagement. Nach ihrem Studium war sie in verschiedenen Marketing-Abteilungen tätig. Ab 2008 organisierte sie als Projektleiterin bei Kongress Media Konferenzen und Veranstaltungen rund um die Themen Social Media, Community Management sowie PR 2.0 und eignete sich ein umfassendes Wissen in diesen Bereichen an. Im Januar 2011 wechselte sie von der Veranstalterseite hin zur Unternehmensseite und ist seither als Social Media Managerin bei Danone tätig.

1.    Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

Social Media Monitoring ist zweifelsohne die Grundlage, um Social Media für ein Unternehmen betreiben und strategisch einsetzen zu können. Viele Abteilungen können davon profitieren. Art und Umfang sind jedoch von Produkt, Marke oder Unternehmensgröße stark abhängig.

2.    Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?
Die Kunden vertrauen immer mehr der Meinung und Bewertung vieler. Darum werden auch im Social Commerce die sozialen Netzwerke, insbesondere Facebook sowie mobile Applikationen der Händler stärker genutzt werden als bisher.

3.    Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Für den strategischen Einsatz ist die Festlegung von konkreten Zielen unumgänglich. Man muss sich schließlich fragen, was man mit Social Media wirklich erreichen möchte. Eine allgemein gültige Faustformel kann jedoch meines Erachtens nicht definiert werden.

4.    Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Social Media ist immer überraschend. Oft entscheidet eine Portion Glück über Erfolg oder Niederlage. Das macht die Arbeit und das ganze Umfeld spannend und nie wirklich langweilig. Ebenso finde ich viele Persönlichkeiten innerhalb der Social Media Szene faszinierend.

5.    Ihr Favorit: Facebook oder Google+? Welchen Wert hat Twitter für Sie?

Einen Favoriten gibt es für mich derzeit nicht. Beide Plattformen haben ihre eigene Lebensberechtigung, da sie unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Facebook bietet mehr und mehr Small-Talk, Google+ lässt auch fachliche Diskussionen zu. Twitter bleibt der Kanal für mich, wenn ich nur Lust auf Häppchen habe.

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6.    Social Media Managerin bei Danone GmbH  – wie können wir uns das vorstellen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Zum Glück ist mein Tagesablauf nicht immer gleich. Neben stetigem Monitoring, kümmere ich mich um die Marken- sowie Unternehmenskommunikation, pflege unsere Social Media Kanäle und entwickle, mit den Markenteams zusammen, strategische Konzepte. So kann jeden Tag etwas Neues auf einen zukommen, mit dem man nicht unbedingt gerechnet hat.

Fünf am Freitag – mit Sebastian Keil

Heute dürfen wir bei uns Sebastian Keil, Etat-Direktor und Leiter Beratung bei Scholz & Friends Digital in Hamburg, begrüßen.

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Zur Person: Keil (37) studierte Amerikanistik an der Universität in Hamburg. Nach seinem Magisterabschluss begann er seine Karriere bei WBN: Büro für Kommunikation als PR-Berater, wo er später die Leitung der Unit WBN:DIGITAL übernahm und für die Projektleitung, das Business Development und die Neukundenakquise zuständig war. Seit 2011 ist er als Leiter Beratung bei Scholz & Friends Digital und betreut Kunden wie Opel, Vodafone, BIG Direkt und Robinson. Sebastian Keil erhielt 2006 eine Auszeichnung beim PR Report Award. Er führt seit fünf Jahren einen Videopodcast und bloggt.

1. Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

In welcher Form auch immer, das Zuhören gehört auf jeden Fall zu einer Aktion oder Kampagne dazu. Wie ausgeprägt man das gewichtet ist natürlich von Strategie und Kreation abhängig, aber man sollte schon geordnet im Auge behalten, was drumherum passiert.

2. Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Im deutschsprachigen Raum werden wir Gehversuche im Facebook-Commerce sehen, und ich hoffe auf weniger konstruierte Cases insgesamt. Ich glaube das vor allem zu niedrige Budgets und zu unerfahrene Dienstleister dafür verantwortlich waren, dass es in der Vergangenheit nur wenig „Verkauf“ im Social Web gab, der echt Spaß gemacht hat. Und wenn es Spaß macht und der Preis ok war, dann erzähl ich davon auch meinen Freunden…

3. Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Aktuelle Debatte? Die Frage gibt es seit knapp 5 Jahren und jedes Jahr wieder. Wir sprechen hier über Unternehmensziele, die man mit Hilfe von Social Media erfüllen möchte. Und dann gibt es Kampagnenziele, die erreicht werden wollen. Das kann man nur unterstützen, denn nur so kann man eine Aktion fundieren und ausrichten – mit genauen Zielvorgaben. Hinterher muss man sich dann einen Review gefallen lassen. Auch das kann ich nur unterstützen, denn nur so können Unternehmen und Agentur lernen. Bedeutet das, dass hinter jeder Aktion eine Eurosumme steht? In keinem Fall, ROI steht für mich nicht automatisch für Quantitatives

4. Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Der Facettenreichtum, das Angebot, das Persönliche.

5. Ihr Favorit: Facebook oder Google+? Welchen Wert hat Twitter für Sie?

Facebook sehr privat und Twitter immer und überall. Google+ habe ich nicht so integriert, auch weil sich mit dem neuen Job mein Tagesablauf etwas verändert hat. Aber das kann noch kommen.

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6. Etat-Direktor Digital bei Scholz & Friends – wie können wir uns das vorstellen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Das tolle an der Arbeit in einer Werbeagentur ist ja, dass es selten zwei Tage gibt, die gleich aussehen. In der letzten Woche war ich sehr viel in Abstimmungsmeetings mit Kreativen und Kunden, bin zu Kunden gereist, um mit Kollegen neue Ideen vorzustellen und habe viel telefoniert. Wenn möglich habe ich aber morgens eine Sondierungsphase in der ich aktuelle News und Blogposts lese, und gezielt den Tag priorisiere. In der Regel gelingt es mir, das Büro relativ pünktlich zu verlassen, um dann abends nachdem die Kinder im Bett sind noch ein bisschen zu arbeiten.

Fünf am Freitag – mit Mirko Kaminski

Der heutige Gast unserer digitalen Fragerunde ist Mirko Kaminski (40), Inhaber und CEO der Kommunikationsagentur achtung!, Hamburg und München.

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Zur Person: Während seines Studiums der Politik arbeitete Mirko Kaminski bei Radio Schleswig-Holstein als Redakteur sowie zuletzt als Produzent der Morningshow. Nach Abschluss des Studiums wechselte der gebürtige Fehmaraneri zu Burson-Marsteller nach Frankfurt und beriet dort in erster Linie Finanzdienstleister. Bei der Citibank war er anschließend als Pressesprecher tätig. 2001 gründete Kaminski die achtung! kommunikation GmbH – heute kurz achtung! Die Agentur beschäftigt 100 Mitarbeiter und ist unter anderem für eBay, Deutsche Bahn, Duden, Vapiano, Jaguar, Lego und Zewa tätig.

1.    Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

Sie würden wahrscheinlich gern – weil gut fürs Geschäft – „zwingend erforderlich“ hören. Aber meine – vielleicht unbefriedigende – Antwort ist: Kommt drauf an!

2.    Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Da müsste ich erstmal Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, unseren Top-Digital-Strategen, und sein Team fragen. Generell aber ist selbst mir klar, dass mehr und mehr CRM- und Social-Media-Daten zusammengeführt werden dürften, um zu noch deutlicheren Personenprofilen und somit passgenauen Angeboten zu kommen.

3.    Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Ach, wenn doch nur all die Energie, die in den vergangenen Jahren – und zwar nicht nur bezüglich Social Media – in ROI-Debatten draufgegangen ist, in starke Kommunikationsstrategien und -ideen geflossen wäre! Klar, Kommunikation muss Ziel haben und Ergebnisse zeigen. Aber Ziel und Ergebnis lassen sich bei weitem nicht immer in Euro angeben.

4.    Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Die Unmittelbarkeit und die unverzügliche Resonanz. Ich nutze diese Möglichkeiten zuweilen, um im Kleinen unauffällig und risikoarm Ideen zu testen, die womöglich später zu Konzepten werden.

5.    Ihr Favorit: Facebook oder Google+? Welchen Wert hat Twitter für Sie?

Sie alle haben ihren Wert, ständiger Favorit aber ist keiner für mich. Das wechselt abhängig davon, was ich gerade mitteilen, beobachten oder aber anstoßen möchte. Da ist mal der eine, mal der andere weiter vorne.

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6.   CEO und Social Media – wie passt das zusammen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Ich werde manchmal von anderen Agenturgeschäftsführern gefragt, woher ich überhaupt die Zeit nehmen würde, „so viel“ im Social Web zu machen. Meine Gegenfrage ist dann immer: „Wie habt Ihr denn nur Euren Laden organisiert, dass Ihr dafür keine Zeit habt?“

Fünf am Freitag – mit Alexander Hauser

Heute begrüßen wir zur unseren Runde Alexander Hauser, Geschäftsbereichsleiter Online-Marketing bei Sparkassen-Finanzportal GmbH.

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Zur Person: Alexander Hauser leitet den Geschäftsbereich Online-Marketing beim Sparkassen-Finanzportal. Auf Agenturseite betreute Herr Hauser namhafte Markenetats wie Mercedes-Benz, Panasonic, Ramazzotti oder Levi’s, bevor er in die Finanzwirtschaft wechselte. Seit 2004 ist er im Social Web aktiv und berät in seiner jetzigen Funktion Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe im Aufbau Ihrer Social Media-Aktivitäten.

1. Social Media Monitoring in 2012: Aus Ihrer Sicht zwingend erforderlich oder nur zusätzliches Tool in einer Strategie?

Social Media Monitoring ist in der Sparkassen-Finanzgruppe ein essentielles Basiswerkzeug in der Kommunikation. Zum einen als Grundlage unseres eigenen Reputationsmanagements, zum anderen aber auch als Marktforschungstool und zur Resonanzmessung unserer Social Media-basierten Kampagnen wie die diesjährige „Giro sucht Hero“-Kampagne.

2. Wo sehen Sie die wichtigsten Trends im Social Commerce?

Ich sehe nicht unbedingt den Trend, Produktabschlüsse direkt über Social Media-Plattformen zu tätigen, vor allem nicht im Finanzdienstleistungsbereich. Aber die Meinungsbildung und Informationsaggregation zu Produkten und Dienstleistungen wird massgeblich auch über Social Media bestimmt. Daher ist es für uns wichtig, in Social Media-Umfeldern Informationen und Angebote bereit zu halten, die es unseren Kunden und Zielgruppen möglichst einfach machen, mit uns zu interagieren und die auch einen Mehrwert darstellen.

3. Wie bewerten Sie die aktuelle Debatte rund um das Thema ROI im Social Media?

Die Social Media-Aktivitäten einer Marke oder eines Unternehmens können nicht im luftleeren Raum stattfinden, daher ist die Diskussion um messbare Ergebnisse wichtig und richtig, um auch die damit verbundenen Aufwände zu rechtfertigen. Der ROI kann aber nicht oder nicht nur anhand von Umsatz- und Ertragsgrößen definiert werden, Social Media ist komplexer als das. Den Ansatz der Social Media Balanced Scorecard zeigt hier vielfältige Aspekte jenseits von rein finanziellen Größen, die den ROI definieren können.

4. Was fasziniert Sie an Social Media besonders?

Als gelernter „klassischer Werber“ hat es mich früher immer gestört, daß man zuerst eine groß angelegte Kampagne umsetzt und danach wiederum viel Geld in Marktforschung anlegen musste, um nachzuweisen, wie sich die Imagewerte meiner Zielgruppe in Bezug auf mein Produkt oder meine Dienstleistung verändert haben. Onlinekommunikation und im speziellen Social Media-Kommunikation gibt mir unmittelbares Feedback, wo ich mit meiner Marke und meinem Produkt stehe. Viele Unternehmen scheuen noch den Social Media Dialog aus Angst vor Kritik und negativen Äusserungen. Das Gegenteil sollte der Fall sein: begrüßen Sie Kritik, begegnen Sie ihr auf Augenhöhe und sehen Sie darin immer eine Chance zur Verbesserung ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung. Die Sparkassen haben in Deutschland 50 Millionen Kunden und die sagen uns schon sehr genau, wo der Schuh drückt. Unsere Pflicht ist es, dem Kunden zuzuhören und ihn Ernst zu nehmen, gerade in Zeiten einer Finanzmarktkrise.

5. Bevorzugen Sie Facebook oder Google+ ? „Liken Sie noch, oder Plussen Sie schon?“

Wir „liken“, beobachten die Entwicklungen rund um Google+ aber weniger aus dem Social Media-Blickwinkel sondern mehr aus dem SEM / SEO-Blickwinkel. Für Social Media-Dialog hat Google+ derzeit noch einige Defizite (Reichweite, fehlende Interaktionsmöglichkeiten auf Unternehmensseiten, kryptische URL’s, Adminstrukturen von Unternehmensseiten), die aus unserer Sicht erstmal gelöst werden müssen, bevor wir aktive Präsenzen dort in Betracht ziehen würden.

Finanzportal

6. Geschäftsbereichsleiter Online-Marketing bei Sparkassen-Finanzportal GmbH – wie können wir uns das vorstellen? Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Als zentraler Internetdienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe beraten und unterstützen wir die 428 Sparkassen in Deutschland in allen Belangen des Online-Marketings und -Vertriebs. Durch die dezentrale Struktur der Sparkassen ist das viel mit Reisetätigkeit verbunden, die einen auch in die ländlicheren Gebiete Deutschlands führt. Social Media ist momentan auch das bestimmende Thema unserer Gespräche mit den Sparkassen, da wir uns früh dem Thema gewidmet haben können wir unseren Sparkassen schon sehr ausführliche Informationen und Services rund ums Thema anbieten. Social Media Monitoring zum Beispiel ist hier für die meisten Sparkassen ein unverzichtbares Tool geworden, um eben auch die Diskussion im Social Web zum eigenen Institut besser erfassen und bewerten zu können um letztendlich auch in einen aktiven Dialog mit den Kunden zu treten.