Hier plaudert ethority aus dem Nähkästchen und berichtet von innovativen Online-Forschungsmethoden wie z.B. Netnography, semantische Textanalyse oder Trendmonitoring, die bei ethority zum Tragen kommen. Gastbeiträge aus dem Research- und Strategie-Bereich finden hier ihren Platz.

Social Media Erfolgsmessung: 5 Standard-KPIs für Facebook, Twitter & Co.

Wie misst man den Erfolg der eigenen Social Media-Kampagnen wirklich? Noch immer glauben viele Entscheider, die tatsächliche Anzahl der Fans und Follower würde eine ernsthafte Aussage über den Erfolg einer Marke in Social Networks ermöglichen.

Der Return on Investment (ROI) ist in vielen Unternehmen als Standard-KPI gesetzt, jedoch noch nicht bei Social Media Kampagnen und Aktivitäten. So fand King Fish Media heraus, dass bislang nicht einmal die Hälfte der Unternehmen den ROI ihrer jeweiligen Social Media Kampangnen messen.

Dabei gibt es längst Social-Media-Intelligence bzw. Monitoring-Tools wie den gridmaster – mit denen sich der ROI oder die KPIs einfach analysieren lassen. Unabhängig davon kann man den kostenlosen ethority Social Media ROI Calculator nutzen.

gridmaster Social Media Monitoring KPI Dashboard

gridmaster Social Media Monitoring KPI Dashboard

Ein entscheidender Faktor, um den Erfolg der eigenen Socical-Media-Kampagnen zu messen, sind die richtigen Key Performance Indikatoren (KPI). Ein wunderbares Beispiel wie einfach und doch effektiv sich diese für Twitter entwickeln und nutzen lassen, liefert Danny Oosterveer.

Diese 5 Standard-KPIs lassen sich auf die meisten relevanten Social Networks anwenden

1. Interaktionsrate (Conversational exchange) – Anzahl der Replies oder Kommentare
Die Anzahl der Replies auf einen Tweet. Für Oosterveer ist dies die wichtigste Social-Media-Schlüssel-Messgröße. Die Antworten auf einen Tweet einer Marke zeigen, wie viele Menschen bereit sind mit ihr zu reden, sich zu engagieren bzw. überhaupt ein gesteigertes Interesse zu zeigen.

2. Direkte Reichweite (Reach) – Anzahl der Fans / Follower
Auch wenn man Anzahl der eigenen Fans nicht überbewerten soll, wenn sie denn auch via Gewinnspielen und anderen Aktionen teilweise akquiriert wurden, bleibt die Reichweite, also die Anzahl der Menschen, die jeden Tweet bzw. jedes Posting theoretisch lesen, ein wichtiger Messwert.

3. Sharing / Content Vervielfältigung (Content amplification)
Die Anzahl der Shares per Post. Jedes Posting oder Tweet entwickelt ein eigenes kleines Social Network, indem jemand es teilt, retweeted oder ein Google+1 gibt. Denn mit jeder Weiterempfehlung durch einen Fan erreicht man auch dessen gesamten Freundeskreis. Dieser Wert misst, wie oft ein Posting geteilt, gereetweeted oder via Google+ empfohlen wurde. Auf welcher Plattform auch immer Sie das Posting verfassten.

4. Stimmung (Sentiment)
Um die Stimmung bzw. die Tonalität von Postings, Tweets etc. messen zu können, braucht man schon ein hochentwickeltes Analyse-Tool wie den gridmaster. Doch eine anständige Analyse der Tonalität muss längst zum Standard bei einer seriösen Messung von Erfolgsfaktoren bei Social-Media-Kampagnen werden. Denn es sollte jeden brennend interessieren, ob die vielen Gespräche, die über die eigene Marke oder Kampagne geführt werden, tendenziell positiv oder negativ sind.

5. Likes / Content-Bewertung (Content appreciation)
Dies ist vor allem bei Twitter ein Faktor. Wie oft wurde ein Tweet favorisiert. Dieser Wert zeigt, wie nützlich oder unterhaltsam ihre Nachrichten sind. Denn nur wenn Tweets richtig unterhalten oder die Fans mit interessanten Informationen versorgen, sind sie auch bereit diese zu favorisieren.

Meet the Trendsetters – Dave Kerpen von likeable über Social Media und Trends

Dave Kerpen

Dave Kerpen

Heute stellen wir 5 Fragen an Dave Kerpen, Mitbegründer und CEO bei likeable Media, Autor und Speaker auf diversen Events. In seinem Buch “Likeable Social Media: How to Delight Your Customers, Create an Irresistible Brand, and Be Generally Amazing on Facebook (and other social networks)” verrät er die besten Maßnahmen für Word-of-Mouth Marketing im Social Web.

Dave Kerpen’s Homepage
likeable Media

1. Welche 5 Zahlen in den Social Media beeindruckten dich kürzlich am meisten?

  1. 11.7 Millionen – die Anzahl der monatlich aktiven Pinterest User, die Pinterest zu einer rasant wachsenden Plattform macht: so schnell wurde die Grenze der 10 Millionen Nutzer noch nie erreicht.
  2. 75% – der prozentuale Anteil an Facebook Likes, den ihr neues Produkt “Reach Generator” zu erreichen verspricht. Dieses Werbemittel verbucht Gewinne, indem es Marken ermöglicht, ihre Fans direkt im News Feed zu erreichen (wobei die Fangewinnung bei den meisten bereits mithilfe der Facebook Ads stattfindet) und ist in höchstem Maße interessant für die Mehrheit aller Großfirmen.
  3. 50 Millionen – die kürzlich veröffentlichte Anzahl täglich aktiver Twitter User. Twitter ist und bleibt die zweitwichtigste Social Platform für Marken weltweit, außerhalb Chinas.
  4. 250 Millionen – die Anzahl registrierter Weibo Nutzer, ein Chinesisches Social Network im Stile von Twitter, das vom öffentlich gehandelten Unternehmen Sina betrieben wird.
  5. 66% – Das ist der Rabatt, den ich bei der Gilt Groupe bekomme – Dank meines Klout Scores. Eine Promotion bewirkt einen Rabatt entsprechend des persönlichen Klout Scores. Diese Art der Werbung ist nicht nur Justin Biebers Chance auf „Free Swag“, sondern könnte zudem ein Zeichen dessen sein, was uns im Social Commerce noch bevorsteht.

2. Social Media Trends – Was ist deiner Meinung nach das “Next Big Thing”?

    Der nächste Hit werden Plattformen sein, die unsere Interessen widerspiegeln. Der Erfolg von Pinterest zeigt eindrucksvoll, dass sich Nutzer gerne mit Gleichgesinnten austauschen – und zwar in solch einem Ausmaß, dass interessensbasierte Daten möglicherweise praktikablere Indikatoren für Social Commerce sein werden als soziale Empfehlungen. In anderen Worten: würden Sie etwas kaufen, wenn es ihrem Cousin, seines Zeichens Golfanfänger, auf Facebook gefällt? Oder schlagen Sie eher zu, wenn ein regelmäßiger Golfer – wie Sie es auch sind – etwas auf Pinterest pinnt und Sie diesem folgen? Am aussagekräftigsten wird letztendlich wahrscheinlich die Kombination von sozialen und interessensbasierten Beziehungen sein.

3. Wird die Nutzung von Smartphones Social Media verändern?

    Die Veränderung der Social Media durch Mobile Devices ist bereits in vollem Gange. Die Hälfte der knapp 900 Millionen Facebook User nutzen das Soziale Netzwerk auf ihrem Smartphone. Designer und Entwickler müssen dies unbedingt berücksichtigen, wenn sie Produkte auf den Markt bringen. Das beste Produkt ist immer: einfach und mobil bedienbar.

4. Welches ist dein Favorit in Sachen Social Media Tools?

    Mein Favorit ist Buffer. Mit Buffer kann ich bequem meine Tweets, Facebook Posts und LinkedIn Updates vorausplanen und sie mit minimalem Aufwand verbreiten.

5. Wird Facebook’s „like” von G+ auf die Probe gestellt?

    Google Plus und sein +1 werden Facebook und sein „Gefällt mir” aufgrund von Googles Vorreiterstellung in der Websuche herausfordern. Aber letztendlich wird somit ein gesunder Wettbewerb entstehen und beide Plattformen müssen ihre Produkte optimieren – sowohl für die Kunden als auch für die Inserenten. Im Großen und Ganzen wird sich aber Facebook’s „like” – und vielleicht sogar Pinterests “Pin – im Vergleich zum +1 durchsetzen.

Das Chinesische Social Media Prisma: ethority erschließt eine neue Business-Welt

Der Sprung auf den chinesischen Social Media Markt gelingt nicht ohne weiteres. Mit über 500 Millionen Internetnutzern kann man schnell den Überblick über die Entwicklung dieses riesigen Marktplatzes verlieren. Zudem erschweren die hohen Zensurbestimmungen in China den Zugriff auf Google, Facebook, Twitter, Amazon, und vielen weiteren Plattformen. In vielen anderen Ländern sind sie die Marktführer, in China spielen sie allerdings nur eine untergeordnete Rolle, da sie so schwer zugänglich sind. Und nicht zuletzt scheint die Sprachbarriere für viele Europäer und Amerikaner schier unüberwindbar zu sein.

Unsere Global Scalability erleichtert die Überwindung dieser Barrieren. Mithilfe des reichen Spektrums unserer Muttersprachler in über 70 Sprachen kann ethority auch in Chinas Social Web vordringen und die jeweiligen Entwicklungen analysieren.

Im ersten Schritt werfen wir einen Blick auf die in China vorhandenen Social Media Plattformen. Hier bietet das neue ethority Social Media Prisma einen klaren Überblick über 171 Networks, die je nach Kategorie angeordnet sind, und gibt gleichzeitig Aufschlüsse über das Chinesische Social Media Verhalten. Die Anzahl der Plattformen in jeder Kategorie zeigt uns ihre jeweilige Relevanz. Im Vergleich zur deutschen Version erschließt sich hier eine komplett neue Welt.

In China gibt es viele Kopien der uns bekannten Plattformen. Einerseits bewirken die strengen Kontrollen der chinesischen Regierung eine ganz eigene Welt der Social Media. Das große Interesse am Social Web wird aber keineswegs beeinträchtigt. Andererseits entsteht so auch ein ganz neuer Markt. Da die Türen des chinesischen Marktes geschlossen sind bekommen chinesische Plattformen indirekt die Möglichkeiten zu Optimierung, Wachstum und die Chance auf einen großen Anteil des weltweiten Internetmarktes. Daher sind 3 der 10 weltweit wertvollsten Social Media Unternehmen chinesisch.

Da das Social Web weltweit in einem rasanten Tempo wächst und gedeiht, wird sich im Laufe der Zeit natürlich auch das neue Social Media Prisma dementsprechend verändern und anpassen. Wir freuen uns über Ihre Kommentare! Das Prisma finden Sie hier.

Chinesisches Social Media Prisma

Chinesisches Social Media Prisma

Social-Media-Measurement: KPI’s – Erfolgsfaktoren definieren und messen

Es klingt verrückt, ist aber so: Selbst globale Erfolgsunternehmen, die niemals auch nur eine kleinste Entscheidung treffen würden ohne vorher in aufwändige Daten-Analysen und Tools zu investieren um alle Eventualitäten durchzuspielen, haben in den vergangenen Jahren in Social-Media-Kampagnen und –Aktionen investiert – ohne sich spezifische Ziele zu setzen und die dafür benötigten Erfolgsfaktoren zu definieren bzw. dann auch zu tracken/messen!

Dabei muss sich längst jeder verantwortliche Marketing-, PR- oder Social-Media-Manager stets die Frage nach den ROI und den Key Performance Indikatoren (KPI) stellen. Bereits der Return on Investment ist in vielen Unternehmen noch immer ein Begriff mit dem nicht alle Entscheider etwas anfangen können. So fand King Fish Media heraus dass bislang nicht einmal die Hälfte der Unternehmen den ROI ihrer jeweiligen Social Media Kampangnen messen. Dabei gibt es längst Social-Media-Intelligence bzw. Monitoring-Tools – wie den gridmaster – mit denen sich der Return on Investment einfach analysieren lässt. Unabhängig davon kann man den kostenlosen ethority Social Media ROI Calculator nutzen.

ROI

Von den Unternehmen, die den ROI ihrer Kampagnen gemessen haben, sagte ein Drittel, dass die Aktionen so wie geplant bzw. wie erwartet verlaufen sind. Bei 13 Prozent lagen die Ergebnisse sogar über den Erwartungen.

Besonders interessant ist nun die letzte Gruppe, denn ihr gehört die Zukunft. So haben die Analysten von King Fish Media herausgefunden, dass 29 Prozent aller Befragten mittlerweile einen positiven ROI nachweisen müssen, um auch im kommenden Jahr ihr Social Media Budget bewilligt zu bekommen.

Der ROI ist jedoch nur eine Seite der Medaille, die andere sind die Key Performance Indikatoren (KPI). Denn ohne sie ist kaum eine relevante und nachvollziehbare Erfolgsmessung von Social-Media-Kampagnen möglich. Nur so können die Aktionen auch wirklich nachhalting und zielorientiert platziert werden. Global betrachtet geht es immer darum: Brand Awareness, Sales, Profits, Customer Satisfaction and Loyalty zu steigern. Noch immer definieren jedoch viele Unternehmen bei der Erfolgsbewertung von Kampagnen die reine Masse der drei F (Friends, Follower und Fans). Ob bei Facebook oder Twitter – die reine Anzahl der Freunde, Anhänger oder Follower sagt wenig über deren Interaktionsrate aus. Denn oftmals gehört es zum Standard-Marketing mittels Werbung oder Gewinnspielen, die Fan-Zahlen einer Marke zu steigern. Doch die Masse der dadurch generierten Fans sagt noch nichts darüber aus, wie wertvoll und nachhaltig diese Fanbase ist, wenn es um Zielsetzungen wie die Steigerung der Brand Awareness, Sales, Profits, Customer Satisfaction and Loyalty geht. Heißt: Fans, die z. B. über Gewinnspiele etc. gewonnen werden, haben zunächst eher wenig Interesse an der tatsächlichen Brand. Durch dialogisches und authentisches Community-Management können diese jedoch zu einer stärkeren Interaktion bewegt werden: Im besten Falle werden aus Fans sogenannte Superfans, welche durch ihr überdurchschnittliches Engagement zum Aufbau und der Schaffung einer werthaltigen Brand-Community beitragen. Ob die eigene Community schon dieses Stadium erreicht hat bzw. wo die Community in ihrem Lebenszyklus steht, verraten uns globale und branchen-spezifische KPIs. ethority hat über die vergangenen Jahre ein umfangreiches Tool-Set und industriespezifische Standard-KPIs entwickelt, über die ich in den nächsten Wochen hier im Blog weiter berichten werde.

Ich bin davon überzeugt, dass in den kommenden 18 Monaten immer größere Budgets in Social-Media-Kampagnen fließen werden. Das bedeutet wiederum, dass dringend allgemeine und individuelle KPIs in Abhängigkeit von der Zielsetzung definiert werden müssen, um den Erfolg von Social Media Aktionen und Kampagnen tatsächlich messbar zu machen.

Social Media Super-GAU? Dann fehlt ein passendes Frühwarnsystem!

Es gibt leider immer noch Unternehmen, die den Bereich Social Media vernachlässigen. Und dann wundern sie sich, wenn sich auf einmal x User bei der Hotline melden oder via Kontaktformular / E-Mail und das Unternehmen richtig herunter putzen. Was ist passiert?

Möglichkeit A) Das Unternehmen hat eine Social Media Kampagne gefahren, nicht jedoch zeitgleich ein gutes Monitoring beauftragt, weiss also gar nicht, wie die User auf die Kampagne reagiert haben.  Der einzige “Vorteil” ist: Sie wissen, dass es in Social Media Kanälen geknallt hat.

Möglichkeit B und eigentlich die schlimmere Variante) Das Unternehmen ist nicht aktiv im Social Media Segment, die User zerreißen sich aber das Maul den Mund und tausende und abertausende Menschen lesen die Kritik, das Unternehmen bekommt es aber nicht mit, weil sich eben keiner direkt beschwert. Erst als die Leads massiv einbrechen wird überlegt, was denn da schief läuft und wen man als erstes feuern muss.

Doch das muss im 2.0 Zeitalter nicht mehr sein. Mittlerweile gibt es ausgereifte Dienstleistungen, um bei solchen Social Media Super-GAUs zeitnah reagieren zu können. ethority bietet mit dem Issue Alert ein geschätztes und äußerst effektives Frühwarnsystem, welches in Echtzeit die Marke / das Produkt / das Unternehmen in Social Networks, Blogs, Foren usw. scannt und bei Bedarf entweder nur die nötigen Personen des Auftraggebers informiert oder aber zusätzlich das ethority-Krisenteam, welches pro-aktiv unterstützt und versucht, größeren Image- und Wertschaden abzuwenden.

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Wer mehr darüber erfahren möchte, kann eine kostenlose WebEx-Demo bekommen, die das Issue-Alert System erklärt im Rahmen des gridmaster 2.0

Ehec und das soziale Netz

Forsa hat in seiner Umfrage festgestellt, dass sich 19 Prozent der Bevölkerung Sorgen wegen Ehec machen. Die Researcher von ethority wollten wissen: Wie gehen Fans, Follower und Community-Mitglieder im Social Web mit Ehec um? Erstes überraschendes Ergebnis: das Bakterium ist erst mit deutlicher Verzögerung im Social Web ankommen – dann aber mit vielen Fragen und Kritik. 13 Prozent der User sprechen dezidiert über ihre Sorgen und Ängste.

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Die meisten Posts sind jedoch neutral, heißt die User diskutieren Übertragungswege, stellen Ferndiagnosen und fragen nach Rezepten gegen das Bakterium. Im Monitoring finden sich aber auch positive Beiträge, beispielsweise wenn sich User freuen, dass Gemüse billiger geworden ist oder dass die Infektionsrate zurückgeht. Die negativen Beiträge betreffen überwiegend die Politiker, die Forschungsinstitutionen und das Krisenmanagement.

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Eine Möglichkeit für die Politik hier zu punkten:
Seriöse Experten informieren im Auftrag der Politik auf den Plattformen, auf denen die User in Krisenzeiten am aktivsten sind – Gutefrage.net, Wer-weiss-was.de und was-wir-essen.de. Konkrete Antworten und weiterführende Informationen in „Echtzeit“ und „vor Ort“ können das Image der viel Gescholtenen deutlich verbessern.

Benedikt Köhler (COO, ethority) zu den Ergebnissen: “Besonders überraschend ist die Ungleichzeitigkeit in den medialen Reaktionen. Als Erstes haben die Massenmedien über das Thema berichtet. Nach ein bis zwei Tagen Verzögerung ist das Thema bei den Usern angekommen, was man an dem deutlichen Anstieg der Google-Suchabfragen zum Thema erkennt. Und natürlich wurden diese Meldungen auch auf Twitter- oder Facebook immer wieder gepostet.

Auf diesen Kanälen wurde der nutzergenerierte Themensturm aber erst mit der “Freisprechung” der Gurke und der Verdächtigung von Sprossen als Übertragungsweg viral. Im Sekundentakt wurden neue Sprossen-Wortspiele erfunden und oft hunderte Male retweetet. Das Thema EHEC ist mit der Sprosse zu einem echten Mem geworden, das sich selbständig durch die Netzwerke verbreitet.”

Neuer Blog-Aggregator Newshype

Endlich: Das Warten hat ein Ende. Nach dem ich es vergangen Woche noch beschrien habe, gibt es endlich einen Rivva-Nachfolger. Er hört auf den Namen Newshype und ist noch in der Closed-Beta-Phase.

Ich konnte das neue Portal schon einmal testen und muss gestehen: ich bin froh. Der Aggregator hat potential. Er ist nicht so schlicht wie Rivva, scheint dem Betrachter aber tatsächlich einen gewissen Überblick über den aktuellen Diskussionsstand in der Blogophäre zuverschafft.
Newshype

Allerdings setzt das neue Angebot weniger auf einen schnellern auf-einen-Blick-Überblick, sondern auf ein Ressort-Kozept. Die Inhalte werden in die Rubriken Politik, Gesellschaft, Kultur, Medien, Technik, Wissenschaft, Recht, Unterhaltung, Mode und Sport eingeordnet. „Das klingt ausgewogen“, findet Andre Vatter. „Abweichend ist hingegen auch die Hierarchisierung der gefundenen Einträge, die offenbar rubrikintern geschieht; zumindest ist nicht ersichtlich, welcher deutsche Top-Blogpost gerade richtig heiß und themenübergreifend diskutiert wird.“

Allerdings laufen die Ressorts noch nicht. So soll der Server überlastet sein.

Ich muss Andre nur bedingt Recht geben. Mir hat vor allen der Blick auf die Startseite mit ihrem ersten Themen-Überblick viel Spaß gemacht. Zu jedem angerissenen Blog-Posting wird angezeigt, wie viele Links die Story hat und wie oft sie via Twitter erwähnt wird. Allerdings ist es tatsächlich nicht ersichtlich, warum gerade eine bestimmte Storys dort zu finden sind. So sind einige Texte bereits von Freitag.

Hinter dem Projekt stecken die Köpfe von Netzfeuilleton.de. Sie versprechen: „Newshype will die meist verlinkten und meist diskutierten Artikel der deutschen Blogosphäre sammeln und damit Debatten zwischen Blogs abbilden. Dazu crawlen wir aktuell über 2000 Seiten und zugehörige Tweets.“

Auch wenn auf die Macher noch viel Arbeit wartet, hat das Angebot das Zeug dazu, zu einer wichtigen Anlaufstelle in der Blogophäre zu werden. Der Blog-Community fehlt seit dem Ende von Rivva eine Seite, die einen Überblick über die wichtigsten Diskussionen liefert. Newshype könnte diese Lücke schließen. Allerdings ist noch unklar, was die Macher anders als Rivva-Mastermind Frank Westphal machen wollen, dass ihnen nicht auch schon bald die Puste ausgeht. Hoffentlich haben Sie einen langen Atem.

We proudly present: Das Social Media Prisma Version 2.0

Das Social Media Prisma Version 2.0

Die zweite Version des Prismas für die deutsche Social-Media-Landschaft ist da. Das Besondere: Das Prisma zeigt nicht nur prägnante Veränderungen des letzten halben Jahres, sondern ist dieses Mal von den Usern mitgestaltet worden.

Nach der ersten Version, die im September 2009 veröffentlicht wurde, erscheint nun die zweite exemplarische Darstellung der Social Media im deutschsprachigen Raum. Auf einen Blick erkennt man das aktuelle Prisma am neuen hellen Innenleben und an der großen Vielfalt der Plattformen.

Social Media ist ein schnelllebiger Bereich, der ständig wächst. Bei der Erstellung des ersten Prismas vor sechs Monaten standen Location Based Services nicht zur Debatte, heute sind sie nicht mehr weg zu denken. Genauso wenig dachten wir an die Kategorie Gaming, die wir aufgrund vieler Userkommentare selbstverständlich mit aufgenommen haben, leider auf Kosten der Event-Kategorie.

Eine der größten Veränderungen vollzieht sich in der Kategorie Twitter Ecosystems, viele Tools und Anbieter sind hinzugekommen und haben andere Features – Reichweite und Beliebtheit betreffend – überholt. Hier haben wir zwecks Recherche auf die eigene Twitter-Timeline geschaut und die beliebtesten Tools übernommen.

Somit handelt es sich erneut um eine exemplarische, zum Teil subjektive, Abbildung der Social Media Landschaft auf dem deutschen Markt.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle, die uns mit Kommentaren und Vorschlägen unterstützt haben. Der Frequentierungsgrad als vormerkliches Kriterium ist den vielen Anregungen und Neuentdeckungen von Usern und ethority selbst gewichen.

Leider konnten wir nicht alle Ideen berücksichtigten: zum Teil reichte der „Social“-Bezug nicht aus, oder aber es scheiterte schlicht und einfach am geringen Platz im Blütenblatt.

Das Prisma wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht und steht somit für Präsentationen und Vorträge zur Verfügung. Hier geht es zur Subsite und zum Download in verschiedenen Größen. Wer das Prisma in gedruckter Form sehen möchte, der sollte heute in die aktuelle Ausgabe der W&V schauen.

Viel Spaß beim Erkunden des neuen Prismas und wie immer sind Anregungen und Kommentare hier, bei Twitter und unter prisma@ethority.de  sehr willkommen.

Das Rad wird neu erfunden – Social Media Prisma Version 2.0

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Ganz so innovativ wie die Überschrift verspricht,  kommt es dann doch nicht. Da sich aber die Social-Media-Landschaft in Deutschland sehr schnell verändert und dazu gewinnt (aber auch wieder verliert), aktualisiert ethority das Social Media Prisma und veröffentlicht im April die Version 2.0. Das nehmen wir zum Anlass einen letzten Aufruf für Vorschläge zu starten, die wir bis  Mittwoch, d. 24.03.2010 gerne und dankbar entgegen nehmen. Alle Vorschläge, die uns  seit September 2009 durch E-Mails, Tweets und Kommentare erreicht haben, sind bereits berücksichtigt worden.

Mails an  prisma@ethority.de

Tweets an @ethority

Oder einfach Kommentare unter den Artikel posten.

Für den Überblick hier noch einmal die Kategorien:

  1. Reviews/Rating
  2. Pictures
  3. Wikis
  4. Music
  5. Events
  6. Documents/Content
  7. Video
  8. Location
  9. Comment and Reputation
  10. Interest and Curated Networks
  11. SMS/Voice, Instant Messenging
  12. Forums
  13. Social Networks
  14. Lifestreams
  15. Twitter Ecosystems
  16. Micromedia
  17. Blog Communities
  18. Blog Search
  19. Blog Platforms
  20. Collaboration
  21. Crowdsourced Content
  22. Social Shopping/Social Commerce
  23. Live Casting
  24. Question & Answers
  25. Social Bookmarks

Potentielle neue Kategorien:

  1. Blogs
  2. Mashups
  3. Podcasts
  4. Virtual Worlds
  5. Game sharing
  6. Gaming
  7. Location based Services

Zum Vergleich hier noch einmal die Version 1 des Prismas.

Vielen Dank!

Die 12 wichtigsten Marktforschungstrends

Marquesan tattooingSocial Media Monitoring, Netnography, Sentiment Mining – welche Marktforschungsmethoden und -paradigmen werden uns in das nächste Jahrzehnt begleiten und dort mit neuen Technologien, Ideen und Herausforderungen versorgen?

  1. Ethnographie: Ursprünglich war die Ethnographie eine politische Herrschaftstechnik. Das Ziel: Kontrolle über fremde Kulturen in den Kolonien. Mittlerweile hat die Marktforschung eine kleine ethnologische Wende erlebt und erforscht mittels teilnehmender Beobachtung nach Brand Tribes, Subkulturen und Communities.
  2. Netnographie: Mit der vor allem von dem US-Soziologen Kozinets geprägten Netnography ist die Ethnologie ins Internet gewandert. Hier geht es nicht mehr um die Erforschung fremder Stämme in unzugänglichen Urwäldern, sondern um das Mitleben und Verstehen von Communities, die sich online in Foren, Blogs, Networks oder auf Twitter austauschen.
  3. Ethologie: Die Ethologie ist kein Schreibfehler von Ethnologie. Hierbei handelt es sich um einen Ansatz aus der Biologie, der bedeutet: Das Verhalten von Lebewesen detailliert und präzise zu beobachten, vergleichen und zu dokumentieren. Begründer dieses Ansatzes waren unter anderem Konrad Lorenz oder Irenäus Eibl-Eibesfeldt. Heute verwendet man diese Methode zum Beispiel um das Verhalten von Menschen in Konsumumgebungen wie Supermärkten zu entschlüsseln.
  4. Social Media Monitoring: Social Media Monitoring-Systeme wie unser gridmaster dienen der Beobachtung und Erforschung von allen möglichen nutzergenerierten Kanälen und Plattformen im Social Web von Foren über Blogs bis Produktbewertungen. Das Brand Monitoring beobachtet, wie sich das Gesprächsvolumen (Buzz) zu bestimmten Marken und ihren Wettbewerbern im Zeitverlauf entwickelt. Das Issue Monitoring identifiziert kritische Diskussionen und dient damit als Frühwarnsystem zum Beispiel um sogenannte Streisand-Effekte zu verhindern. Das Trend Monitoring identifiziert Trends und Innovationen und ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Produkten gemeinsam mit den Nutzern.
  5. Sentiment Analysis: Mit Hilfe von automatisierten semantischen Parsern wird in der Tonalitätsanalyse festgestellt, ob bestimmte Aussagen positive oder negative Meinungen oder Stimmungen beschreiben. Die Tonalitätsanalyse ist mittlerweile ein wichtiges Modul von Social-Monitoring-Systemen, mit dessen Hilfe festgestellt werden kann, wie sich die Meinung der Nutzer über Marken oder Produkte mit der Zeit verändert.
  6. Data Mining: Im Data Mining dreht sich alles um das Erkennen von Mustern und Regeln in sehr sehr großen Datenmengen – Business Intelligence im Petabyte-Maßstab. Die professionellen Numbercruncher untersuchen zum Beispiel große Textkorpora wie die Blogosphäre nach semantischen Zusammenhängen oder die von Web Analytic Tools aufgezeichneten Verhaltensspuren von Internetsurfern auf regelmäßige Pfade.
  7. Social Network Analysis: Eine Sonderfall des Data Mining ist die Netzwerkanalyse. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist die Betrachtung von Datensätze als Kombination von Knoten und Verbindungen. Dieses Verfahren bietet sich besonders für die Analyse von Linknetzwerken, sozialen Netzwerken wie StudiVZ, Facebook, Myspace oder Werkenntwen an, aber auch abstraktere Netzwerke wie zum Beispiel Kaufgewohnheiten, Warengruppen oder semantische Netzwerke lassen sich analysieren. Häufig geht es darum, besonders zentrale oder einflussreiche Knoten zu finden, so genannte Influencer oder Opinion Leaders. Virales Marketing, Googles AdSense-Programm oder Amazons Related-Links sind angewandte Netzwerkanalyse.
  8. Onlinepanels: Onlinepanels gibt es mit zwei unterschiedlichen Zielsetzungen: Zum einen können sie sich aus einer großen Anzahl von Internetnutzern zusammensetzen, die dann von dem Panelbetreiber zu bestimmten Themen befragt werden. Onlinepanels werden aber auch von Web-Analytics-Anbietern verwendet, um das Surfverhalten der Panelmitglieder auf die gesamte Onlinebevölkerung hochzurechnen und die Reichweiten der Angebote abzuschätzen. Um Zahlen für sehr long-tailige Internetseiten zu erheben, benötigt man aber sehr große Panels.
  9. Onlinefokusgruppen: In eine ähnliche Richtung gehen Onlinefokusgruppen oder Closed User Groups, in denen eine geringe Zahl von Mitgliedern zu bestimmten Themen oder Reizen befragt werden und sich in Wikis, Foren oder Blogs miteinander austauschen können. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel virtuelle Copytests durchführen, in denen Claims oder Videoclips getestet werden.
  10. Crowdsourcing: Wenn es um Innovationen und Produktentwicklung geht, kann man anstelle der indirekten Datengewinnung mittels Social Media Monitoring auch die innovativsten Nutzer direkt um ihre Ideen fragen. Zum Beispiel mit Wettbewerben, in denen dann die besten Entwürfe für ein neues Produkt gekürt und mit einem Preisgeld bedacht werden. Die wichtigsten Beispiele hierfür sind Dell Ideastorm und Tchibo Ideas.
  11. Distributed and Open Innovation: Während sich das Crowdsourcing an die Masse (oder: den Schwarm) richtet, wird in Open-Innovation-Verfahren mit Lead Usern, also einzelnen besonders innovativen Nutzern, gemeinsam an neuen Produkten gearbeitet. Die große Herausforderung dieses Verfahrens, das von Eric von Hippel entwickelt wurde (hier gibt es seine Bücher zum Download), ist die Identifikation von solchen Lead Usern in Social Media, aber auch anderen Quellen.
  12. Mashups und Metaanalysen: In den “Nuller-Jahren” haben wir eine Explosion von Metadaten erlebt, die es ermöglichen, immer mehr Primärdatensätze zu matchen und auf diese Weise mehrdimensionale Mashups oder Datenfusionen zu erstellen. Ähnliches erleben wir auf der Ebene von Analysen, wo häufig mehrere Analysen einer Sekundärauswertung unterzogen werden, um eine Summe aus Forschungsergebnissen unterschiedlicher Methoden und Institute zu gewinnen.

Inspiriert von Rob Kozinets lesenswerter Buchrezension von “More Guerrilla Marketing Research”.