Facebook-Pages: Social Media-Work-Life-Balance

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Für Werber, Journalisten, Manager und Web-Worker gilt: Jeder ist längst seine eigene Marke. Es ist richtig und wichtig, dass man für das Unternehmen, für das man arbeitet alles gibt. Am Ende des Tages steht man trotzdem alleine da. Es kann also von entscheidender Bedeutung sein, dass man seine Arbeitszeit auch immer für eine wenig Ego-PR nutzt. Es ist schön, wenn der Chef die eigenen Leistungen wahrnimmt. Noch besser ist es allerdings, wenn auch die Konkurrenz und möglichst viele Andere aus der eigenen Branche die Leistungen registrieren.

Doch wie trommelt man am geschicktesten in eigener Sache? Neben dem Aufbau eines Offline-Netzwerkes ist es wohl am effektivsten die typischen Social Media-Plattformen zu nutzen. Doch immer mehr Journalisten, Werber und Web-Worker stehen vor dem Dilemma, wie man am besten Facebook und Twitter nutzt?

Alle drei Berufsgruppen haben gemeinsam, dass die klassische Work-Life-Balance nicht mehr existent ist. Das Private und Berufliche sind längst untrennbar miteinander verwoben. Das zeigt sich auch in den meisten Facebook und Twitter-Streams. Neben Wochend-Meldungen wie “Jetzt in den Indoor-Spielplatz”, “OMG war der Kindergeburtstag anstrengend”, finden sich interessante Linktipps, die für Kollegen bestimmt sind und jede Menge Hinweise für über die eigene Arbeit, die das Interesse der Social Network-Fans auf die eigenen Leistungen lenken soll. Das Problem: Die Ego-PR-Beiträge passen nicht zu den Privat-Statusmeldungen und führen oftmals sogar dazu, dass Kollegen, potenzielle Arbeit- und Auftraggeber erst gar nicht den eigenen Stream abonnieren, weil sie die Nicht-Job-Postings als störend Empfinden.

Die Lösung: In einem hervorragenden Gastbeitrag für das Nieman Journalism Lab spricht sich Vadim Lavrusik dafür aus, dass Journalisten eigene Seiten bei Facebook aufsetzen sollten. “Um professionelle Inhalte zu transportieren seien Seiten geeigneter als eingestreute beruflich orientierte Beiträge in privaten Profilen”, fasst Ulrike Langer den Text zusammen.

“Journalists can be an even more active part of that conversation. Though many journalists already have personal profiles on Facebook, public Pages enable them to build a professional presence, opening them up to readers beyond Facebook’s 5,000 friend limit and, importantly, helping them to separate their professional presence from their personal on the site”, schreibt Lavrusik. Auch wenn er sich überwiegend an Journalisten wendet, gilt das genauso für viele andere Berufsgruppen.

Mit dieser Lösung kann sich Daniel Fiene nur bedingt anfreunden: “In seinem Journalisten-Führer empfiehlt Facebook dieses Problem mit einer eigenen Seite zu lösen”, bloggt Fiene. “Aber irgendwie widerstrebt mir meine eigene Daniel-Fiene-Facebook-Seite zu eröffnen, auf der die Leute auf „like“ drücken können. Zu sehr klebt an dieser Funktion für mich noch die „Fan werden“-Funktion. Das gefällt mir nicht. Ich bin Journalist – und keine Boyband.” Auch diese Argumente lassen sich gut nachvollziehen.

Als erfolgreicher Blogger sollte man sich jedoch darüber im Klaren sein, dass es offenbar nicht ganz ohne “Boyband-Effekt” geht. Meiner Meinung nach lässt sich das Dilemma recht einfach lösen. Erst, wenn man wirklich regelmäßig etwas interessantes zu sagen hat, macht eine eigenen Seite und eine Stricke Social Media-Work-Life-Trennung auch wirklich Sinn.

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2 Antworten
  1. Klaus Eck - PR Blogger
    Klaus Eck - PR Blogger says:

    Warum kommt mir diese Diskussion bekannt vor? Nun, ein Blick in mein (nicht wirklich privates) Facebook-Profil genügt *g*. Wer eine öffentliche Person ist, das heißt, in der Kommunikation mit vielen Menschen steht (Journalisten, Buchautoren, Kommunikatoren, Marketiers etc.)wird sich nicht wirklich auf vermeintlich private Facebook-Updates zurückziehen können. Ganz im Gegenteil. Zwar ist eine Trennung von Pages und Profilen durchaus sinnvoll. Aber das kann jeder natürlich ab 5.000 Kontakten immer noch machen. Je mehr Kontakte ich auf Fb habe, desto eher ist ein solcher Schritt nachvollziehbar. Für die Recherche sind Facebook-Profile, die professionell genutzt werden, ebenfalls sehr gut geeignet. Als Page kann ich nur schlecht mit anderen Menschen eine Beziehung aufbauen. Deshalb sollten meiner Ansicht nach sich viele Profis lieber mit dem Gedanken anfreunden, dass sie in Facebook nicht wirklich „privat“ bleiben. Dazu häufen sich die Kontaktanfragen doch sehr. Wann ist man noch privat, bei 10, 100 oder 1.000 Kontakten? Letzteres ist doch eher eine Teilöffentlichkeit, in der man sich bewusst kommunizierend bewegen sollte.

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  2. Henner
    Henner says:

    Boyband-Effekt hin oder her – eine eigene Seite ist definitiv sinnvoller als gelegentlich gestreute Posts im privaten Profil. Zum einen sollte privat bleiben, was privat ist, zum anderen bietet eine Seite wesentlich mehr Möglichkeiten und weist eine wesentlich höhere Reichweite auf, als man sie mit einem privaten Profil jemals erreichen könnte. Es sei denn man heißt Justin Bieber.

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