Foursquare sinnvoll nutzen oder wie ich meine Freunde nicht in die Flucht schlage

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foursquare-worldit's annoying von cc_von_Whatsername

Location Based Service-Apps scheinen mittlerweile total wichtige Dienste zu sein, sozusagen der Hype der Zeit. Zwar kann man sie noch als Avantgarde-Phänomene bezeichnen (zurzeit etwa 200.000 Nutzer), aber diese Nutzer machen zu viel Lärm! Leider nicht nur auf Foursquare, Gowalla oder Brightkite (oder wie sie alle heißen), sondern auch auf allen anderen Social-Media-Plattformen. Im Folgenden meine ich natürlich nicht die Hunderte von Marketing-Möglichkeiten, die einem dadurch offen stehen, sondern ich spreche von den gefühlten 100 Bürgermeistern in der Timeline. Versteht mich nicht falsch, jeder, der diesen Dienst mag, soll ihn nutzen. Damit ihr aber alle, die vielleicht nicht mit soviel Engagement bei der Sache sind, als Freunde und Bekannte in euren Netzwerken behaltet, hier einige Tipps, wie man sie nicht vertreibt:


1) Sag bitte nicht jedem ständig, wo du bist!

Gerne kann man sich ja überall einloggen, wo es möglich ist, das macht den Sinn der Anwendung  letztendlich auch aus. Aber bitte posaune nicht 20 Mal/Tag über all deine sozialen Netzwerke heraus, wo du isst, arbeitest, schläfst oder mal kurz die Toilette benutzt hast. Gezielter Einsatz seiner Positionsangabe führt außerdem zu einer größeren Beachtung, was mich auch schon zum nächsten Punkt führt

2.) Muss das jetzt sein?

Zu deiner eigenen Sicherheit überlegt dir vor jedem Check-in, ob deine Kontakte das jetzt wirklich wissen müssen oder vielmehr auch wollen. Manche Orte sollte man vielleicht doch eher für sich behalten. Hätte ich einen Worst Case vorliegen, ich würde ihn glatt berichten. Doch ich warne nur schon mal vor, denn was nicht ist, könnte ja noch werden.

3.) Bietet Mehrwert!

Am Anfang bin ich ziemlich oft auf deine Links reingefallen, nur um mir dann nackte Koordinaten anzusehen. Selbst Schuld. Ich wäre vielleicht etwas toleranter, wenn du zu deinen Positionsangaben kurze Shouts, Bilder oder Links mitschicken würdest, um die Sache an sich interessanter zu machen und wirklichen Mehrwert zu bieten.

4.) Foursquare-Verbot in der Bahn!

Bitte vermeide S-Bahn-Streaming. Nicht jede (S-/U-) Bahnstation, die man auf der Durchreise aus dem Fenster sieht, ist eine Kurzmitteilung wert!

5.) Lebe lieber ungewöhnlich!

Also wenn du schon jedem berichten möchtest, wo du bist, dann zeig ein richtig aufregendes Leben! Besuche nur Orte, mit denen du Eindruck schinden kannst! Lieblingsitaliener, Vodafone-Flagshipstores und Stammkneipe sind ab sofort tabu!

6.) Sei ein Trendscout!

Wenn schon Location based, dann nutze die Möglichkeit, Tipps oder Kommentare zu den einzelnen Orten anzulegen. Auf diese Weise entsteht ein Social-Media-Stadtführer, der jedem auch wirklich etwas bringt. Als Bonus erwirbt man sich selbst nicht nur eine Reputation als hypermobiler Nomade, sondern gilt darüber hinaus als Insider und Trendscout.

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27 Antworten
  1. Daniel
    Daniel says:

    @ Verena: einzelne Locations nutzen das schon: im Berliner St. Oberholz gibts für den #4sq-Mayor eine Coffee-Flatrate und für Besucher der Social Media Week, die sich im 4010-Store um die Ecke einchecken, kostenlose Getränke. Mit der Zeit werden sicherlich auch andere, weniger geekige Orte Ähnliches anbieten.

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  2. Raventhird
    Raventhird says:

    Ich melde mich grundsätzlich nur von Penny oder mitten in der Nacht von der Aral-Tanke! Wenn ich Bahn fahre, dann wird sowieso jede Haltestelle gepostet, ich muss ja schließlich auf der Fahrt was zu tun haben. Sonst verlasse ich ja auch eher selten das Haus, zumindest so lange es nocht bei iPad gibt, dass nicht nur ein großes iPhone ist!! 😉

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  3. Mike Schnoor
    Mike Schnoor says:

    @Sabrina – Kein Thema, das Thai-Beispiel war ja einschlägig.

    Ich glaube, man kann den Informationflow außerhalb von 4sq gut eingrenzen, wenn man die Einstellung deaktiviert, jedesmal Twitter und Facebook zu benachrichtigen. Für Badges und Mayorships ist das ganz nett, doch jeder Stop ist überflüssig. Wer aber alles von 4sq zu Twitter jagt, der soll lieber schnellstmöglich Besserung geloben. Der Info-Stream bei 4sq selbst ist vollkommen egal, denn wer liest schon diese Infos? Als „nicht-app“ User komme ich gar nicht in den Genuß, auch nur mehr als das Mobile-Portal von 4sq anzuschauen – da hält sich alles rudimentär in Grenzen und ist absolut ertragbar. Vielleicht ein Problem für App-Freaks? :)

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  4. Verena
    Verena says:

    Absolut richtig, was Du schreibst! Für mich zentral sind 2 Punkte:

    1. Check gerne den ganzen Tag überall ein, aber teile das bitte nicht sämtlichen Netzwerken á la minute mit. Es interessiert nämlich tatsächlich gar keinen, ob Du täglich ins Büro gehst.

    2. Was das Kern-Problem an all diesen Diensten ist, dass sie lediglich auf der Besucher, nicht aber auf der Anbieter-Seite genutzt werden. Wenn Starbucks an den Bürgermeister also (wie in US) kostenlosen Kaffee ausschenken würde, man bei der Tankstelle einen Kinderriegel umsonst bekäme und Kamps eine Streuselschnecke für den Bürgermeister springen lässt, dann hätte das ganze Einchecken auch endlich einen wirklichen Sinn. Denn dann würde man gezielt locations ansteuern, weil man einen Mehrwert hätte. Solange die Anbieterseite schläft, bleiben es tote one-way-tools.

    3. Das Schlimmste, das man meiner Meinung nach machen kann ist in locations einchecken, in denen man gerade gar nicht ist, um Punkte zu sammeln. Das ist natürlich in erster Linie ein grobes App-Problem von Foursquare, aber ein ebenso großes Armutszeugnis der Falsch-Einchecker.

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  5. Sabrina Panknin
    Sabrina Panknin says:

    Hallo Mike,
    danke für dein Kommentar. In einem Punkt stimmen wir aber doch überein: Punkt 2. Natürlich ist der Text auch mit einem Augenzwinkern geschrieben, aber in jeder Übertreibung steckt auch ein Quentchen Wahrheit drin…

    Viele Grüße, Sabrina

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  6. Mike Schnoor
    Mike Schnoor says:

    Interessante Aspekte, aber ich muss gestehen, ich kann mich mit keiner deiner Thesen identifizieren. Ich nutze #4sq aus Spaß, und nicht um irgendwem dort draußen einen Mehrwert zu bieten. Für mich gehören U-Bahn-Stationen, Postbank, Real, REWE, Aldi, Flughäfen und sonstige einfache Dinge genauso zum Leben wie die ach so wunderbare Cocktailbar. Apropos Cocktailbars – ich finde es absolut peinlich, wenn gewisse Damen und Herren regelmäßig zu gewissen Tageszeiten in die Schuppen einkehren und damit von ihrem Besäufnis offenkundig berichten. Und wer konsequent seine Foursquare-Locations verschleiert, hat definitiv etwas zu verbergen. Dann lieber drauf verzichten.

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  7. Bernhard Jodeleit
    Bernhard Jodeleit says:

    Am wichtigsten finde ich die Frage, welche Check-Ins getwittert und bei Facebook veröffentlicht werden. Wer sich hier auf die spannenden Locations beschränkt, der darf auch gern jeden Sonntag beim Bäcker und jeden Tag in seinem Firmen-Headquarter einchecken.

    Mittelfristig werden die Location Based Games nur erfolgreich sein, wenn sie Mehrwert und wirklich nutzbare Informationen aggregieren. Das ist bislang noch keinem der Anbieter gelungen. Ob am Ende Google auch dieses Match gewinnt?

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  8. Benedikt Köhler
    Benedikt Köhler says:

    Ich fühle mich als leidenschaftlicher S-Bahn-Broadcaster ertappt. Für mich sind die Foursquare-Punkte, die ich mir an S-Bahnstationen „dazuverdiene“ eine Art Entschädigung für die ständigen Fahrpreiserhöhungen.

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  9. Ragnar
    Ragnar says:

    sehr gelungene Tipps!
    wichtiger Punkt ist auch:
    Nutze Foursquare nur, wenn Du Dich länger aufhälst. Ich berichte also über den Besuch beim Lieblingsitaliener nur, wenn ich Gesellschaft wünsche. Der dreiminütige Abstecher bei Metzgerei wird nicht „gefoursquared“.

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  1. […] hätte ich mir auch einfach mehr die Tipps, die unter diesem Link zu finden sind, vorher durchlesen sollen! So bleibt es dabei! Die einzigen Social Media Dienste, […]

  2. […] Foursquare ist also soziales Netzwerk, Empfehlungsportal und Spiel in einem. Das Ziel ist laut Mitgründer Dennis Crowley, Städte leichter nutzbar zu machen. Versuchen Sie es doch einfach auch mal! Tipps zur Nutzung gibt es z.B. auf dem ethority Weblog: Foursquare sinnvoll nutzen oder wie ich meine Freunde nicht in die Flucht schlage. […]

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  6. […] ewigen Besserwisser, die meinen, Benimmregeln fürs Internet aufstellen zu müssen. Könnt ihr eure Klicks nicht origineller […]

  7. […] zu übertragen. Zum Beispiel wären manche Zeitgenossen ja sogar bereit, über Foursquare die Verkehrsbetiebe wissen zu lassen, wo sie gerade sind und alles reibungslos läuft. Dass die […]

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