Twitter und die neue Retweet-Funktion

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Gut zwei Wochen hatten wir nun Zeit, uns mit der neuen Retweet-Funktion bei Twitter vertraut zu machen. Die Reaktionen sind gespalten:

“Twitter’s new retweets are undeniably cleaner and more organized than the original, manual method. Your timeline will be easier to read and less noisy as a result (…) Also, you no longer need to edit original tweet text, which means it is less likely you’ll anger someone by inadvertently changing the meaning of their original tweet or messing up the attribution.”

Vorteile, die schwer von der Hand zu weisen sind. Während die meisten mashable-Autoren die Usability loben und sich auf eine Timeline mit weniger ‘Rauschen’ freuen, zeigen sich andere weniger erfreut über die neue Funktion. Jennifer Van Grove schrieb schon im August:

“The new retweet format, however, doesn’t seem to leave room for our additional commentary. So when we hit the new retweet button on Twitter.com, or in any of the third party apps that support the new APIs, what can we expect? Can we insert our words of wisdom? If so, where do they go? We know we’d be more than a little disappointed if this offshoot of retweeting behavior was taken away from us.”

Sie sollte Recht behalten. Ray Beckerman fordert sogar zum Boykott der neuen Funktion auf und sammelt stellvertretend die sieben, seiner Meinung nach wichtigsten Argumente gegen die neue Option:

“(1) you can’t insert a comment;”

Das größte Manko, manches möchte und sollte man nur kommentiert retweeten.

“(2) you can’t edit;”

Da der Retweet im weitesten Sinne ein Zitat ist, eigentlich sinnvoll. Man muss ihn allerdings auch nicht kürzen, wenn man mit dem „RT“ die 140-Zeichen-Grenze sprengt.

“(3) instead of showing your avatar, it shows the avatar of the original tweeter, which might be someone the recipient doesn’t know or have any relationship with;”

Kann verwirren. Einen Effekt habe ich bei mir persönlich jedoch festgestellt: Wenn in meiner Timeline plötzlich ein “fremder” Account mit Nutzerbild auftaucht, bin ich schneller mal verleitet diesem zu folgen, als das bei einem klassischen „RT“ der Fall gewesen wäre

“(4) it prevents you from seeing multiple versions with different comments from different people;”

Was sehr schade ist, andere wiederum als aufgeräumtere Timeline bezeichnen würden.

“(5) if someone retweets you, you will never know that they did, unless you go look it up in the Retweets column;

(6) if you retweet someone, they may never learn that you did, unless they go to the internet interface, and go through the entries in the retweets column;”

In der Tat etwas umständlicher, jedoch übersichtlicher und wohl einfach ein Frage der Gwöhnung.

“(7) your so called “retweets” won’t show up in Tweetdeck or any other Twitter “clients” or applications.”

Die Applications werden schnell lernen damit umzugehen, durch eine standardisierte API vermutlich sogar sehr viel besser als bisher.

Letztendlich zeigt sich in der Vielfalt der Reaktionen die Vielfalt der Nutzungsrealitäten von Twitter: Für die einen ein Newschannel mit selbst gewählten Korrespondenten, für die anderen ein klassisches Weblog in 140-Zeichen Artikeln, für wieder andere eine Art Public Chat – so unterschiedlich der Gebrauch, so sind unterschiedlich die Anforderungen an die eigene Timeline. Nun ist uns ja freigestellt, ob wir die neue Funktion nutzen oder nicht, ich persönlich werde wohl vorerst beim “RT” bleiben.

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