Corporate Twitterer in Deutschland – ein Blick hinter die Kulissen

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Vor kurzem gab es auf Mashable einen Artikel über die 40 besten Corporate Twitterer. Natürlich, wie so oft, sehr US-lastig. Da das Internet global ist und auch in Deutschland das ein oder andere Unternehmen twittert, habe ich mir gedacht, es könnte doch ganz interessant sein, ähnliche Fragen an die deutschen „Corporate-Twitterer“ zu richten. Hier die Antworten der interessantesten Unternehmenstwitterer in Deutschland.

Medien

Zu den Pionieren der deutschsprachigen Corporate-Twitterszene gehörten Medienmacher. Anfangs betrachteten viele Twitter allerdings als nur einen weiteren Kanal, um auf ihre Meldungen automatisiert hinzuweisen. Noch ein unproblematischer Abnehmer für die eigenen RSS-Feeds. Mit der Zeit entdeckten jedoch immer mehr von ihnen, dass man mit diesem Medium ganz anders umgehen kann und einen echten Dialog führen kann. Kurz: sie entdeckten das @-Zeichen.

Hannoversche Allgemeine Zeitung (@HAZde)

1. Wer steckt hinter dem Account HAZde?
Marcus Schwarze (HAZ-Redakteur, @homofaber) und Dirk Kirchberg (fester freier Mitarbeiter, @kirchberg)

2. Warum twittert die HAZ?
Weil dort ein Teil unserer Leser und Nichtleser zu Hause ist. Und weil wir große Lust darauf haben, mit Lesern Kontakt zu haben und Nichtleser zu Lesern zu machen. Und weil unsere Leser Lust auf die HAZ haben. Geben und Nehmen.

3. Was gibt es in den Tweets der HAZ Spannendes zu lesen?
Ausgewählte überprüfte Eilmeldungen, von denen wir glauben, dass sie die internetaffine Leserschaft besonders interessieren. Flapsig erzählte Kuriosa, die im Nachrichtenbetrieb manchmal untergehen, samt Link zur HAZ, aber auch zu anderen Angeboten, zum Beispiel die unten genannten. Antworten auf Fragen von Lesern, zum Beispiel die hier:

  • @ChristelWoeller: Grüne Laserstrahlen über Hannover verbinden Kirchtürme von Athanasius-, Nazareth + Pauluskirche #Fusion Südstadt-Gemeinden…
  • Sack-Reis-Meldung: Obama hat das erste Mal als Präsident mit Angie Merkel telefoniert. Na dann…
  • Kleinkind spielt mit Telefon und ruft die Polizei. Die entdeckt Papas Marihuana-Plantage #Techniktücken http://haz.de/784770 .
  • Oder, as it happened: Verhaspler mit Folgen: US-Präsident Obama hat den Eid auf die Verfassung ein zweites Mal geschworen – Quelle MSNBC http://tinyurl.com/d4735o…
  • Unglaublich: Zwei burmesische schiffbrüchige Fischer überleben 25 Tage in einer Kühlbox! http://HAZ.de/783910
  • Matthew Harding-Hoax als eigentlicher Hoax entlarvt: Kann mal bitte jemand die Wahrheit in Sachen „Matthew Harding ein Hoax!“ als Hoax entlarven? Wir glauben dran! http://haz.de/703506
  • iTunes bannt Kopierschutz, Spotify startet, last.fm + blip.fm erfolgreich. Das Ende des Musikkopierschutzes? Erbitten Meinungen zwecks Text

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Faszinierend: Leser fragten uns per Handy-Tweet, warum die Züge am hannoverschen Bahnhof zwei, drei Stunden Verspätung hatten – und tatsächlich hatte es da einen Vorfall (Suizid) gegeben, über den natürlich angemessen sofort online und am Abend in der Zeitung berichtet wurde. Sonst wäre das Thema uns durchgegangen.
Im größeren Rahmen war natürlich das Foto aus dem Hudson-River faszinierend. Bis zur nächsten Weltnachricht. Übrigens bemerken wir, dass viele Twitterer in solchen Sitationen auf die klassischen Medien, vor allem das TV, verweisen. Die haben also weiterhin ihre Berechtigung, sogar in vielen Fällen eine gewachsene Bedeutung, sofern sie ihre Quellen überprüfen und nennen.

5. Lohnt sich Twittern für die HAZ?
Ja: Wir sammeln Erfahrung mit dem Getwitter. Das eine oder andere Thema haben wir dadurch schon entdeckt.

6. Wie sieht ein typischer an HAZ gerichteter Tweet aus?
@HAZde immer diese distanzlose Begeisterung … Schlimm.

7. Welche Zukunft hat Twitter in der Zeitungswelt?
Für einige Kollegen gehört es dazu, für andere weiterhin nicht. Beides ist okay.

Welt Kompakt (@weltkompakt)

1. Wer steckt hinter @weltkompakt?
frank schmiechen;

2. Warum twittert die Welt Kompakt?
twittert aus spaß, neugier;

3. Was gibt es in den Tweets von @weltkompakt zu lesen?
meldungen, nebensachen, wichtiges, triviales;

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
die welt der anderen live und gratis

N24 (@N24_de)

1. Wer steckt hinter @N24_de?
Die Redaktion von N24.de. Anfangs nur der Teil, der selbst schon twittert.

2. Warum twittert N24?
Weil es uns gibt ;- ) Wir sind immer auf der Suche nach neuen Lesern und nutzen gerne auch neue Kanäle.

3. Was gibt es in euren Tweets Spannendes zu lesen?
Hinweise auf die wichtigen und kuriosen News des Tages als Video, Galerie oder Text und natürlich Links zu Videos von spannenden N24-Sendungen. Und natürlich ein wenig Flurfunk und Interna wie hier

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Faszinierend: wie wir einen Twitter-Nutzer, der lustvoll über das N24-TV-Programm herzog, durch eine locker-freundliche Antwort überzeugen konnten, @N24_de zu followen.

5. Lohnt sich das Twittern für N24?
Ja, denn wir sind ein moderner Nachrichtensender, der neue Kommunikationswege nutzt. Aber: Derzeit ist Twitter nur ein nettes Beiwerk. Damit es nicht so bleibt, möge bitte jetzt jeder Leser seinen Beitrag leisten: http://www.twitter.com/N24_de folgen!

6. Wie sieht ein typischer an @N24_de gerichteter Tweet aus?
„Übrigens Followertipp: @N24_de – die haben das mit dem Twittern verstanden.“ (Na gut: Noch ein paar solche Empfehlungen mehr, und es gilt als typisch.)

7. Welches Potential hat das Zusammenspiel von Twitter und TV?
Viele wichtige Ereignisse kann man bei N24 TV live verfolgen. Etliche davon passieren sehr kurzfristig. Über Twitter erfahren unsere Follower von aktuellen Ereignissen und können sie live auf N24 oder im Stream auf N24.de mitverfolgen.

Turi2 (@turi2)

1. Wer steckt hinter @turi2?
Das komplette Team – die Kontrolle über den Account hat aber der jeweilige CvD. Angeschoben hat unser Kollege Peter Schwierz den Kanal. Er kann auch schwer die Finger davon lassen.

2. Warum twittert turi2?
Wir twittern, um am Puls der Zeit zu sein, was digitale Trends und Themen anbelangt. Die zweinulligen Wortführer sind allesamt im Twitterversum versammelt – da darf ein Branchendienst 2.0 nicht fehlen. Zudem erfrischt die unterhaltsame Mischung aus halbprivaten und ernsten Infos den Arbeitsalltag ungemein.

3. Was gibt es in den Tweets von @turi2 Spannendes zu lesen?
Aktuelle News, Links auf unsere Beiträge und manche Interna oder Kommentare.

4. Was war bisher euer kuriosestes oder faszinierendstes Erlebnis auf Twitter?
Manchmal kommen Insider-Infos per Direct Message rein. Das ist nicht zu unterschätzen! Über Twitter sind wir ohne Aufwand direkt ansprechbar. Da waren schon einige gute Tipps dabei, die sich beim Nachfassen immer bestätigt haben.

5. Lohnt sich Twittern für euch?
Finanziell sicher nicht, aber das spielt keine Rolle. Der Austausch zählt – und das digitale Ohr am Leser. Wir beobachten zwar fast 24 Stunden am Tag das Web und die Blogosphäre, merken via Twitter aber viel schneller, was die hippen Themen sind. Und wenn ab und zu eine exklusive Nachricht reinkommt, lohnt sich’s freilich besonders.

6. Wie sieht ein typischer an euch gerichteter Tweet aus?
Puh, den „typischen“ gibt’s nicht. Aber der hier von @DWDL war nett: „Die größte Enttäuschung bei @turi2 heute: Das Aufmacher-Bild. Das wird doch einem Peter „Paint“ Turi nicht gerecht.“ Wir haben dann gleich mal den Tuschkasten bemüht und die Kollegen glücklich gemacht.

7. Wie lange wird es noch dauern, bis der erste deutsche Verleger twittert?
Hoffentlich nicht lange, wir tippen auf Dirk Ippen, ein Profil hat er immerhin schon eingerichtet: @dirk_ippen

Mode

Zum digitalen Lifestyle gehört Mode. Insofern überrascht es nicht, dass auch auf Twitter immer wieder darüber gesprochen wird. Es überrascht aber, wie wenige Unternehmen dieses Potential wahrnehmen und auf den vielen spannenden Gesprächen auf Twitter zuhören oder sich gar in diese Gespräche einschalten. Und zwar mit Inhalten, nicht mit Werbung. Spreadshirt hat bewiesen, dass so etwas geht.

Spreadshirt (@yourownlabel)

1. Wer steckt hinter dem Account @yourownlabel?
Aktuell kümmern sich vor allem die Leute um den Twitter-Account, die auch die anderen Social Media-Kanäle wie die Blogs kümmern. Das sind Mitglieder des Brand & Communication-Teams wie z. B. wir, Andreas Milles und Tobias Huber. Andere Spreader, u. a. unsere CEO Jana Eggers (jeggers), twittern fleißig auf eigenen Accounts.

2. Warum twittert Spreadshirt?
Zum einen, weil´ss zu unserer Marke passt, die sich ja im Kern um das Selbstwertgefühl und die „Self Expression“ dreht. Zum anderen: weil´s Spass macht und (noch) herrlich unkonventionell ist – Direktkontakt und offener Austausch mit Kunden fühlt sich immer gut an.

3. Was gibt es in den Tweets von @yourownlabel Interessantes zu lesen?
Tipps und Hilfe, genauso wie Neues aus dem Blog oder aus dem Hause Spreadshirt generell. Wir versuchen, die Aktio/Reaktio-Quote ausgeglichen zu halten, da wir unsere Follower nicht nur mit neuen Blogartikeln zuspammen, sondern v. a. für sie da sein und ihnen ggfs. helfen wollen. Zukünftig wollen wir unsere Follower auch verstärkt in Aktionen einbinden und sie z. B. zu Exklusiv-Testern von neuen Textilien machen.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Am faszinierendsten ist auch nach Ablauf der ui-das-ist-neu-und-nice-Zeit die Möglichkeit, in Echtzeit Gespräche über unsere Marke und Services zu beobachten und ggfs. an ihnen teilzunehmen.
Und Kuriositäten gibt es fast im Wochentakt. Aktuell ist z. B. über uns zu lesen: „diese arschgeigen von spreadshirt haben meine komplette bestellung verbummelt, weil sie scheinbar zu blöd sind, mit paypal umzugehen“ (http://twitter.com/tiefenrausch/status/1152857510). Davor verstecken wir uns nicht (im Gegenteil, der Twitterfeed ist recht zentral ins Blog eingebunden). Wichtig ist es, solche Dinge ernst zu nehmen, mit den Leuten Kontakt aufzunehmen und ihr Anliegen im Unternehmen – in diesem Fall zu den Serviceleuten – weiterzutragen.
Auch spannend: wir hatten ein Ticket für die MBC09 abzugeben und konnten es via Twitter in gefühlten 5 Minuten an den Mann bringen.

5. Lohnt sich das Twittern für Spreadshirt?
Das wissen wir noch nicht, aber im Moment hält sich der Aufwand verglichen mit der Wirkung (dass wir zuhören und da sind) im Rahmen. Moment, vielleicht lohnt sich´s sogar doch schon – es gab schon Leute, die aufgrund unserer Tweets einen T-Shirt Shop bei uns eröffnet haben.

6. Wie sieht ein typischer an @yourownlabel gerichteter Tweet aus?
In etwa so: „was muss ich eigentlich machen um von euch einen pro-shop gesponsored zu bekommen?“, so: „der Bass-Shirt-Shop auf www.bassic.ch läuft zurzeit massiv viel besser als die Google AdSense-Einnahmen. Danke.“, so: „könnt ihr mir erklären, weshalb ich das Wort „Bass“ nicht auf meinen Bass-Shirts verwenden darf? Macht doch keinen Sinn.“ oder so: „very happy about my spreadshirt xmas sales 2008.“

7. Wie wird man im Jahr 2020 twittern?
Noch mobiler, noch lokaler, noch automatisierter (GPS etc.). Und vielleicht mit live Tweets auf T-Shirts? Nur eins ist sicher: auch das Spam-Aufkommen wird zunehmen.

Banken

Warum sollten Banken twittern? Warum nicht. Schließlich kann es gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in das Finanzsystem erschüttert ist, wichtig sein, in einem authentischen Dialog mit anderen zu zeigen, dass es nicht nur um Derivate, Futures und Zinssätze geht, sondern um Menschen. Twittern als vertrauensbildende Maßnahme? Auf jeden Fall einen Versuch wert.

GLS Gemeinschaftsbank (@glsbank)

1. Wer steckt hinter dem Account @glsbank?
Momentan stecken eine Mitarbeiterin und ich als Leiter Online-Vertrieb hinter dem GLS Bank-Account.

2. Warum twittert die GLS-Bank?
Weil Twittern ein schnelles, transparentes und zeitgemäßes Mittel der Kundenkommunikation ist. Wir suchen bewusst den Dialog und wollen natürlich auch unsere Reichweite in neuen, interessanten Zielgruppen damit ausbauen.

3. Was gibt es in den Tweets der GLS-Bank Spannendes zu entdecken?
Ob es bisher Spannendes zu entdecken gab, können nur die Follower beurteilen. Wir sollen über unsere Aktivtäten informieren, auf Entwicklungen am Finanzmarkt aufmerksam machen, Anfragen beanworten. Momentan ist das alles erst im Aufbau begriffen.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Besonders schön sind immer positive Reaktionen von Kunden, die uns via twitter erreichen. Aber auch Beschwerden konnten wir schon via twitter beantworten und lösen. Das ist genau die Art von Transparenz, die wir als nachhaltige, ökosoziale Bank wollen.

5. Lohnt sich das Twittern für euch?
Wir betrachten die Twitterei nicht unter ROI-Gesichtspunkten. Schnelle, offene und ehrliche Kundenkommunikation lohnt sich unseres Erachtens immer.

6. Wie sieht ein typischer an @glsbank gerichteter Tweet aus?
In erster Linie sind es Fragen zu Angeboten, zu Prozessen oder zur Bank ganz allgemein, die uns erreichen. Bisher ist das aber noch relativ verhalten.

7. Wie sieht die Zukunft von Twitter in der Bankenwelt aus?
In diese Glaskugel lässt sich nur schwerlich schauen. Für uns mit unserem ganz besonderen Verständnis von Bankarbeit bietet Twitter gute Möglichkeiten, unser Transparenzversprechen einzulösen. Ob andere Banken auf diesen Zug aufspringen wird sich zeigen. Ich könnte mir vorstellen, dass Twitter vor allem für regional aufgestellte Institute ein Mittel der Kundenkommunikation und -bindung wird. Inwieweit Großbanken auf den Zug aufspringen, wage ich nicht zu prognostizieren.

Internetunternehmen

Etwas verwundert bin ich darüber, dass angestammte Internetunternehmen wie eBay sich erst relativ spät in dieses Medium gewagt haben. Zwar gibt es viele Mitarbeitertweets aus der Web 2.0-Szene, aber echte Corporate Twitteraccounts sind immer noch sehr selten. Umso spannender, dass sich mit eBay Deutschland jetzt auch hier Bewegung ins Feld zu kommen scheint.

eBay Deutschland (@eBayDE)

1. Wer steckt hinter dem Account @eBayDE?
Hinter @eBayDE steckt die Kommunikationsabteilung von eBay in Deutschland. Initiiert wurde der Twitter-Stream in Zusammenarbeit mit der für eBay arbeitenden Agentur achtung! kommunikation. Der aktive Twitterer ist Bastian Scherbeck, zuständig bei achtung! für den Bereich Social Media. Er steht in engem und permanentem Kontakt mit den Zuständigen bei eBay.

2. Was war der Auslöser für eBay zu twittern?
Auslöser sich aktiv in den Social Media einzubringen, war vor allem die immer noch aktuelle Entwicklung und Verschiebung in der deutschen Medienlandschaft. Für Twitter haben wir uns aufgrund der steigenden Wahrnehmung und Popularität entschieden. Und die Entscheidung wirklich zu starten, fiel natürlich in dem Moment, in dem die Aufmerksamkeit für eBay auf Twitter am Größten war: Bei der Versteigerung von Robert Basics Blog.

3. Was gibt es in den Tweets von @eBayDE Interessantes zu lesen?
Die Tweets von @eBayDE werden natürlich immer um eBay in Deutschland kreisen: Kurioses, Lustiges, Spannendes, Interessantes und Wichtiges rund um eBay wird damit zu den Themen gehören. Im Vordergrund steht aber das Gespräch mit unseren Followern – welche damit den Themenkreis erweitern und aktiv unsere Agenda beeinflussen können. Beispielsweise planen wir auch Umfragen unter unseren Followern.

4. Was war bisher euer kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Wir haben ja gerade erst losgelegt – insofern werden wir sicher noch einiges erleben. Kurios und interessant war aber insbesondere die Reaktion einiger Twitterer an unserem ersten Tag. Einige von Ihnen waren so überzeugt davon, dass es sich bei uns um einen Fake handelt, dass wir echt einige Mühe hatten das auszuräumen. Wir sehen das als unvermeidliche Nachwehen der vielen echten Fakes auf Twitter an – und konnten die Bedenken mittlerweile ausräumen.

5. Was erhofft sich eBay vom Twitter?
Wir erhoffen uns vor allem einen spannenden und direkten Kontakt und Dialog mit unseren Kunden und Followern – und natürlich und nicht zuletzt einen persönlicheren Eindruck von eBay für alle, die uns lesen.

6. Wird man irgendwann per Tweet mitsteigern können?
Eine reine Twitter-Auktion wäre sicherlich mal eine spannende Sache über die man nachdenken könnte. Das reguläre Mitsteigern per Tweet ist nicht geplant.

NGOs

Eigentlich macht einem die Lektüre von Howard Rheingolds Smart Mobs oder Clay Shirkys Here Comes Everybody deutlich, welches Potential das Medium Twitter für die Mobilisierung von Protest besitzt. Merkwürdig, dass die Bewegungen in Deutschland ziemlich lange brauchen, um Twitter zu entdecken. Greenpeace gehört hier auf jeden Fall zu den Pionieren.

Greenpeace Hamburg (@greenpeacehh)

1. Wer steckt hinter dem Account GreenpeaceHH?
Birte Oldenburg, Journalistin in Hamburg, die die Online-Aktivitäten der Greenpeace-Gruppe Hamburg ehrenamtlich aufbaut mit einem Webteam.

2. Warum twittert Greenpeace Hamburg?
Wir wollen „Greenpeace zum Anfassen“ machen, diskutieren und informieren, außerdem suchen wir Verstärkung für unser Webteam.

3. Was gibt es in den Tweets von GreenpeaceHH Spannendes zu lesen?
Dass wir gerade einen Mercedes zum Klimaschwein umrüsten. Dass der neue Fischführer da ist. Oder wir stellen Kampagnen von Greenpeace vor.

4. Was war bisher dein kuriosestes, faszinierendstes oder tollstes Erlebnis auf Twitter?
Die Frage: „Muss ich bei Greenpeace anrufen, wenn ich ne Ölpest auf dem Kaffee hab?“ Die Antwort lautete: „Wir kommen immer gerne, weißt du doch ;)“

5. Lohnt sich Twittern für Greenpeace Hamburg?
Auf jeden Fall, das zeigen die vielen Fragen und Antworten. Mit Greenpeace-Aktivisten über den Umweltschutz zu diskutieren, das wird rege genutzt.

6. Wie sieht ein typischer an GreenpeaceHH gerichteter Tweet aus?
Zum Beispiel eine Frage zu Ökostrom, eine Reaktion auf eine Aktion – oder die Sorge, ob Greenpeace sich mal um den Failwhale kümmern kann… *

7. Welche Anwendung verwendest du zum Twittern?
Am Schreibtisch Twhirl, weil es Zweit-Accounts unterstützt und bei Fragen klingelt. Unterwegs die Summize-Suche nach „greenpeacehh“ oder Twibble.

Und warum twittert Ihr Unternehmen? Weiter geht’s in den Kommentaren.

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16 Antworten
  1. jegjqgjp
    jegjqgjp says:

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    Antworten
  2. Michael Arnold
    Michael Arnold says:

    Kurzes Statement zu unserer Corporate Twitter Experience (die allerdings noch ganz frisch sind):

    http://www.twitter.com/firmenwissen_de gibt uns neben der Übermittlung kleineren Meldungen und News, die es nicht auf die Website oder in den Newsletter schaffen, die Möglichkeit noch schneller auf technische Störungen beim Betrieb unseres Business Information Portals hinzuweisen.
    Bei kleineren Störungen, was ja leider immer wieder mal vorkommt und die häufig nach wenigen Minuten schon wieder erledigt sind, haben wir die Möglichkeit kurz auf derartige Fehlersituationen hinzuweisen. Wenn dann mal wieder ein Bagger das Kabel der DTAG getroffen hat und Totalausfall den Schweiß auf die Stirn treibt, dann ist der Twitter-Account ein unabhängiges Sprachrohr zu unseren Kunden.

    Ob sich daüber hinaus ein Kommunikationskanal etablieren wird, wird sich erst noch zeigen.

    Antworten
  3. Lars Brücher
    Lars Brücher says:

    Ich twittere als freier, aber eng verbundener Berater für die CoreMedia AG unter https://twitter.com/coremedia_news . Natürlich werden darüber auch mal Pressemitteilungen angeteasert oder ein interessanter Eintrag im freien Unternehmensblog blog.coremedia.com – interessanter ist allerdings das Monitoring und die daraus sowie aus den normalen Tweets mit den Followern entstehende Kommunikation. Damit macht man nicht unbedingt Millionenumsätze, aber bekommt interessante Kontakte und Ideen. Nicht zuletzt bekommt man mit, was die Mitbewerber treiben. Gleichzeitig gibt es auch jede Menge CoreMedia-Mitarbeiter bis hin zum CEO, die selbst twittern – auch über CoreMedia. Der Corporate Account ist allerdings wohl etwas verbindlicher zu betrachten: Der MUSS wohl antworten, wenn jemand fragt 😉

    Antworten
  4. Mark Heising
    Mark Heising says:

    Wir twittern ja schon etwas länger im Auftrag von T-Mobile rund um das T-Mobile G1. Dabei ist Twitter eingebettet in das was wir und T-Mobile sonst rund um das G1 an Kommunikation betreiben. Eins der Highlight war dabei sicherlich die Verlosung eines G1 zum Sales-Launch letzte Woche.

    Antworten
  5. Markus
    Markus says:

    Bei bimply verwenden wir Twitter (http://www.twitter.com/bimply) hauptsächlich als Möglichkeit, einen öffentlichen Dialog mit interessierten Twitterati führen zu können und Supportanfragen zu bearbeiten.

    Wir versuchen zusätzlich, unseren Followern nützliche Tipps oder interessante Links zur Verfügung zu stellen. Daneben gibt es natürlich Neuigkeiten von unserer Plattform und ab und zu auch etwas persönlichere Tweets.

    Ich twittere hauptsächlich über Twhirl auf dem Desktop und Hootsuite.com im Web und bin unter anderem für unser kleines aber feines Community Management zuständig.

    Antworten
  6. Leonie Walter @suedwester
    Leonie Walter @suedwester says:

    Vielen Dank für die Aufstellung, das sind interessante Ergebnisse und geben etwas Aufschluss über den Trend zum Corporate-Twitter-Account.

    Gerne will ich auch etwas zu unserer Motivation zu twittern preisgeben.

    Wir twittern aktuell für unser Projekt „SüdWester“ (www.suedwester.net). Hierbei handelt es sich um eine Studie, die analysiert, wie sich die IT-Branche nach der Finanzkrise aufstellt – also „Quo Vadis 2010“. Unter http://www.twitter.com/suedwester haben wir zunächst den Fortschritt der Studie selbst getwittert, später aber auch alle Vermarktungsschritte wie Webseite, neue Medienkooperationen oder aktuell unsere Roadshow zur Präsentation der Studienergebnisse an vier Standorten.

    Wir verfolgen dabei einen Mix aus reinen Tweets für das Projekt sowie aus Linkempfehlungen mit Nutzwert im weitläufigen Themenumfeld. Ab und an gibt es auch immer wieder mal eine private Statusmeldung, damit die Twitterer merken, dass hinter dem ganzen auch eine natürliche Person steht. Ich hoffe, dass dieser Mix passt.

    Lohnt es sich?
    Ein wirtschaftlich fundiertes Resümee kann man hierbei zum jetzigen Stand der Dinge nicht ziehen, zumindest half Twitter, das Projekt überhaupt ein wenig bekannt zu machen. Allerdings ist Twitter ja auch nicht die einzige Kommunikationsmaßnahme, die wir ergriffen haben.

    Es kamen in jedem Fall bereits Anmeldungen für unsere Roadshow aus der Twitter-Ecke. Darüber hinaus bescherte der Twitter-Account uns Traffic auf der Webseite. Nicht zuletzt sind das unsere ersten Gehversuche mit Twitter, und das ist für uns beteiligten Agenturen Walter Visuelle PR GmbH und ://bunte büffel GmbH ja auch eine wichtige Erfahrung.

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  4. […] Derzeit wird überall gezwitschert – so glaubt man. Auf jeden Fall wird mächtig und gern in trendsprachigen Superlativen über’s Zwitschern auf Twitter geredet. Das Medienecho und der Hype um den Microblogging-Dienst ist derzeit sehr groß, meint auch der Netzjournalist. Sogar TeriellBlog-Gezwitscher gibt’s jetzt. Dies vor allem aber, weil Plurk (ein anderer Microblogging-Dienst) schon ausprobiert war und nun der Vergleich ansteht. Es gibt jede Menge Tools rund um Twitter und Unmengen an Postings zum Thema, die hier aufzuzählen eher der endlosen Zerstreuung dienen würde. Aus diesem Grunde will ich einfach auf einen interessanten Artikel hinweisen, in dem Corporate Twitterer befragt wurden. Der findet sich auf der ethority weblog. […]

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