Januar 9th, 2010 by ethority
Kölnische Rundschau, 09.01.2010, NETZWELT / INTERVIEW
Gefühl, in einer Gruppe zu spielen
Dr. Benedikt Köhler, Experte der Firma Ethority für Soziale Netzwerke im Internet, sprach mit René Denzer über wachsende Beliebtheit und die Gefahren von Online-Spielen bei Facebook und Co.
Worin liegt der Reiz bei solchen Spielen?
Das Spannende an solchen Spielen ist, dass sie in Echtzeit ablaufen. Die Spieler müssen täglich nach dem Rechten sehen. Diese zeitliche Strukturierung passt zu der Art, wie Leute heute die Medien nutzen können – ständig und überall. Zu jeder Zeit können mit zwei, drei Klicks Aufgaben im Spiel erledigt werden. Ein anderer Aspekt, der den Reiz ausmacht, ist der Soziale. Der Nutzer hat das Gefühl, als spiele er in einer Gruppe. Da kann der Freund mal eben zum Erntehelfer werden. So wirkt es, als spiele man gegen und mit seinen Freunden. Was natürlich sehr gut zu dem Netzwerk-Gedanken passt.
Ersetzt dies den Spieleabend, wie es ihn früher gab?
Es scheint so, als würde es den Spieleabend ersetzen. Dies ist aber nicht der Fall. Denn es findet bis auf diverse veröffentlichte Statusmeldungen eigentlich wenig Interaktion statt.
Gibt es auch Gefahren?
Die Grenze zwischen Social Gaming und Social Spam ist schmal. Andere Netzwerk-Mitglieder werden förmlich von Statusmeldungen der Spieler erdrückt. Auch kann der hohe Suchtfaktor von Spielen, die in Echtzeit und mit echten Kontakten gespielt werden, in einzelnen Fällen zum Problem werden. Inwieweit es Gefahren durch versteckte Abonnements gibt, kann ich leider nicht sagen.














